Amtliches, obligatorisches Publikationsorgan der Gemeinde Meilen
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Turnfahrt 2026 des Männerturnvereins Meilen

Am Dienstag, 25. September, morgens um 7.00 Uhr, besammelten sich 33 Männerturner mit Regenschutz, guten Schuhen und Gepäck für zwei Tage am Bahnhof Meilen für die Fahrt via Zürch, Chur und Samedan ins Oberengadin.

Verbrachten zwei erlebnisreiche Tage im Engadin: die Meilemer Männerturner. Fotos: zvg

Am Vortag waren die Feuerstellen der Gemeinde Celerina nach der grossen Trockenheit wieder freigegeben worden, was die Turner zu hektischer Aktivität zwang, weil nun die eigentlich vorgesehenen und gekauften Landjäger, harten Eier und Schinkensandwiches doch noch durch Bratwürste und Cervelats ersetzt werden mussten. Letzte Notkäufe wurden spätabends an der Tankstelle getätigt. Ein Teilnehmer hatte die Wurst am nächsten Morgen bereits wieder vergessen und kam bloss mit Brot und Wein, aber Turnfreunde helfen sich gegenseitig: Wein gegen eine halbe Wurst ist doch ein guter Deal.

Der Regen hörte erst hinter dem Albula Tunnel auf, eine gewisse Vorfreude auf die Wanderung zum Stazer See, wo an einer Feuerstelle die erwähnten Würste gebraten werden sollten, wurde spürbar.

Grillrost schon parat

In Pontresina drückte schon die Sonne durch die Wolken, das grosse Gepäck wurde abgegeben und der kurze Aufstieg zum Stazer Wald (berüchtigt für die Stürze in der Abfahrt am Engadiner Skimarathon) unter die Füsse genommen. Nach einer kurzen Stunde war das Ziel erreicht. Das Feuer brannte schon und der Grillrost hing auch auf der richtigen Höhe, weil eine kleine Gruppe von «fusskranken» Turnern mit dem Taxi von St. Moritz vorausgefahren war, Anfeuerholz mitgebracht und sich bereits an die Arbeit gemacht hatte. Schon nach kurzer Zeit ging die Übersicht auf dem Grill etwas verloren, da sich langsam bräunende Cervelats doch alle sehr ähnlich sind. Wie der erste Hunger gestillt war, kam die schöne Aussicht vom Grillplatz über den spiegelglatten See und auf das Panorama von Wald und Bergen zu ihrem Recht, das Gruppenbild und (viele!) andere Fotos wurden geschossen. Zum Dessert mit Kaffee und Kuchen gings ins nahegelegene Restaurant, von wo sich einzelne kleine Gruppen von Turnern ganz nach Lust und Zeitgefühl auf den Rückweg durch den Wald zum Sport Hotel in Pontresina aufmachten. Die «Fusskranken» wurden vom Taxi abgeholt und direkt vors Hotel gebracht. Zimmerbezug und altersgemässe Siesta waren nun angezeigt.

In Schwarz-Gelb zum Abendessen

Zum Apéro traf man sich wieder an der Hotelbar, alle im traditionellen schwarz-gelben Turnverein-Shirt. Wein und Bier waren von einem kürzlich verstorbenen Turnkameraden gespendet, der aus seinem Nachlass extra für einen solchen Anlass einen Betrag bestimmt hatte. «Danke Paul, wir haben alle auf Dich angestossen!»

Im kleinen Sporthüttli gegenüber war nur für die Turner an langen Tischen gedeckt, zu Suppe, Hauptgang und Dessert wurde erzählt und gelacht, viele alte Geschichten aufgewärmt und neue gesponnen – eine leicht lärmige Sache. An der stillen Hotelbar klang der Abend aus, doch manch einer ist vom lauten Stundenschlag der nahen Kirche ganz regelmässig aus dem Schlaf gerissen worden.

Zmorge mit überwältigendem Panoramablick

Zum Frühstück besammelte sich die ganze Gruppe um 08.30 Uhr vor dem Hotel und begab sich mit nüchternem Magen zur Talstation der Seilbahn auf die Alp Languard. Jacke, Mütze und Handschuhe waren auf der langsamen Bahn im Bergschatten angezeigt, sobald sich aber die Sonne zeigte, verschwanden die warmen Ausrüstungsgegenstände wieder im Rucksack. Oben vor der Alphütte bot sich bei wolkenlosem Himmel ein überwältigendes Panorama auf die frisch verschneite Berninagruppe mit Bianco-Grat, Piz Bernina und Piz Palü. Oben in der Alphütte stand ein beeindruckendes Frühstücksbuffet bereit. Auch wenn das Abendessen reichlich gewesen war, liessen die Männer sich das Rührei mit Speck, die Spiegeleier, die verschiedenen Käse- und Trockenfleischsorten, die Flöckli mit Joghurt sowie Brot mit Konfi und Honig zum Morgenkaffee nicht entgehen. Nach der ausgiebigen Stärkung machten sich die zackigen Wanderer auf zum einstündigen Marsch nach der Chamanna Paradis, von wo das Alpenpanorama noch schöner und eindrücklicher sein soll. Andere machten eine kleine Runde um die Alp Languard und setzten sich dann zum Apéro auf die Sonnenterrasse, und eine kleine Gruppe Unentwegter begab sich nur an den Nebentisch für einen gepflegten Jass.

Nach der langsamen Talfahrt mit der Sesselbahn wurde durch Pontresina und über den Fluss zum Bahnhof marschiert, wo sich die Herren in der Pizzeria eine weitere Stärkung in Form von Pizza, Pasta und Dolce gönnten. Das war eine gute Vorbereitung auf die lange Heimreise zurück nach Meilen, das gegen 8.00 Uhr abends erreicht war. Die Verabschiedungen voneinander begannen bereits in der S7, da 33 Turner allen 33 Turnern die Hand drücken, auf die Schulter klopfen und nochmals das eine oder andere Erlebnis der Reise aufleben lassen mussten. Zwei schöne Tage in herrlicher Umgebung mit guten Kameraden bei bestem Wetter, feinem Essen und Trinken, lustigen Geschichten und guten Gesprächen waren vorbei.

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