Amtliches, obligatorisches Publikationsorgan der Gemeinde Meilen
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Amtliches, obligatorisches Publikationsorgan der Gemeinde Meilen
Am Sonntag, 27. September stimmt die Meilemer Stimmbevölkerung über den Projektierungskredit für die Schulanlage Allmend (Neubau Primarschulhaus und Vierfach-Sporthalle) ab. Der Gemeinderat nutzte den Termin der September-Gemeindeversammlung, um im Anschluss allen Interessierten das Schulanlage-Projekt noch einmal in aller Ruhe zu präsentieren und offene Fragen zu beantworten.

Steigende Schülerzahlen und mehr Platzbedarf treiben die Schule Meilen seit vielen Jahren um. Nachdem 2013 das Projekt «Karlsson» vom Souverän bachab geschickt wurde, musste sich die Schule mit diversen Sofortmassnahmen und Provisorien zu helfen wissen. 2022 nahm man dann mit einer umfassenden Machbarkeitsstudie und einer Zustandsüberprüfung einen neuen Anlauf, die Schulanlage Allmend zu erneuern. 2024 folgte der selektive Architekturwettbewerb bei dem 2025 das Projekt «openair» vom Team Baumgartner Loewe AG obsiegte.
Ein Hauptgebäude bündelt alle Anforderungen
«openair» vereint die Ziele und Anforderug der Schule optimal. Die Unterrichtsräume aller Klassen der Primarschule Allmend sind in einem Haus untergebracht, die Wege für die Schülerinnen und Schüler werden kurz, die neue Vierfachsporthalle und der geplante Mehrzweckraum dient nicht nur der Schule, sondern auch vielen Meilemer Sportvereinen, Institutionen und ermöglicht eine vielfältige Nutzung. Im aktuell entstehenden Haus X kann künftig die Verpflegung und Betreuung der Primarschule und der Sekundarschule unter einem Dach vereint werden und der grosszügige Aussenraum lädt Schülerinnen und Schüler zum Bewegen mit viel Freiraum ein und bietet gleichzeitig Rückzugsmöglichkeiten. Ein grosses Plus des Projektes ist zudem, dass bei der Erstellung des Neubaus ausser für die Turnhalle keine neuen Provisorien nötig sind und der Unterricht trotzdem gewährleistet werden kann.
Die Arealentwicklung der Schulanlage Allmend ist in vier Etappen aufgeteilt. Die Etappe eins ist aktuell im Gang und beinhaltet den Umbau und die Aufstockung des Gebäudes X mit Fachzimmern, sowie Verpflegungs- und Betreuungsräumen für den Verein Fee und die Sekundarschule. In Etappe zwei geht es um die Erweiterung der Primarschulanlage, in Etappe drei soll der Um- und Ausbau der Sekundarschule wie auch Rotationsflächen im Gebäude F oder E folgen. Zum Schluss, in Etappe vier, werden die Gebäude F und G rückgebaut und der Endzustand der gesamten Anlage hergestellt. «openair» deckt die Phasen zwei und vier ab.
Die Gesamtkosten werden aktuell grob auf rund 70 Mio. Franken geschätzt. Am 27. September entscheiden die Stimmbürger aber erst einmal nur über den Projektierungskredit von 7.84 Mio. Franken, der die Phasen Projektierung, Baueingabe und Ausschreibung beinhaltet.
Photovoltaik und Dachbegrünung
Nachdem Schulpräsidentin Cordula Kaiss und Liegenschaftenvorsteher Peter Bösch das Projekt und seine Vorzüge präsentiert hatten, blieb Zeit um Fragen zu stellen und zu diskutieren. So wurde etwa gefragt, ob für die Gebäude Photovoltaikanlagen geplant seien und ob es für den produzierten Strom Speichermöglichkeiten gebe. Beides bejahte Peter Bösch, obwohl noch nicht ganz fix sei, wo und in welchem Rahmen Solaranlagen eingesetzt würden. Er wies zudem darauf hin, dass neben Photovoltaik auch eine Dachbegrünung erwogen werde. «Gerade nach diesem Sommer hat man gemerkt, wie wichtig die Begrünung fürs Klima ist», sagte er. Speichermöglichkeiten werden mit der iNFRA geprüft, allerdings werde sich in diesem Bereich noch einiges tun, bis der Bau am Ende wirklich steht. Beheizt wird die Schulanlage übrigens über den Wärmeverbund der Delica und auch an eine geeignete Kühlung wird in der Endplanung gedacht.
Die Unsicherheit, ob die öffentlichen Tennisplätze verschwinden könnten, konnte schnell aus der Welt geschafft werden, gebe es doch für jede aktuelle Sportanlage zumindest einen Ersatz. Ob die dann an gleicher Stelle wie heute zu finden sind, ist noch nicht fix, aber keine der Anlagen verschwinde ersatzlos, versicherte Peter Bösch.
Funktionalität wichtiger als Optik
Eine Wortmeldung bat die anwesenden Planer nicht nur an die Optik, sondern auch an die Funktionalität zu denken. Aus eigener Erfahrung könne er zum Beispiel sagen, dass grosse Fenster zwar schön aussehen, aber auch die nötige Vorrichtung zum Putzen der Scheiben vorhanden sein müsse.
Ob das Gesamtprojekt so teuer werde, weil das Hauptgebäude in den Boden statt in die Höhe gebaut würde, wollte Sven Bleiker wissen. Dies konnte verneint werden. Er wollte zudem wissen, ob in der Sporthalle eine Zuschauertribüne angedacht sei, denn die jetzige mögliche Gestaltung liesse darauf schliessen, dass Säulen den Blick aufs Spielfeld beeinträchtigen. Die Gemeinde versprach, das Anliegen auf freie Sicht einfliessen zu lassen, konnte aber nicht versprechen, dass aus Statikgründen auf die geplanten Säulen verzichtet werden könne. Gerade sei man aber dabei, in Meilen eine IG-Sport zu gründen und neben Fachpersonen würden bei der Endplanung von Turnhalle und Mehrzweckraum alle Interessensgruppen abgeholt und befragt. Eine letzte Bitte und Frage betraf die Begrünung im Aussenraum: es solle doch bitte darauf geachtet werden, dass Bäume und Büsche gewählt würden, die für die lästigen Saatkrähen unattraktiv seien. Es müsse, wenn immer möglich verhindert werden, dass sich die Saatkrähen von den Wampflen auf das gesamte Schulareal der Allmend ausbreiten würden. Dies könne nicht versprochen werden, sagte Christoph Hiller, würden die Saatkrähen leider nicht immer «gehorchen», das Anliegen liege aber natürlich auch der Gemeinde sehr am Herzen.
Nachdem sich die Diskussion erschöpft hatte, lud der Gemeinderat zum Umtrunk in den Gewölbekeller und empfahl noch einmal, dem Projektierungskredit am 27. September an der Urne zuzustimmen.