Amtliches, obligatorisches Publikationsorgan der Gemeinde Meilen
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Meilen stellt vor: Drachenboot Club Meilen

Im Winter auf der spiegelglatten Oberfläche des Zürichsees dahingleiten, im Sommer in den Sonnenuntergang paddeln und sich bei Rennen auspowern: Das kann man im Drachenboot Club Meilen (DBCM). Mitmachen dürfen sowohl Hobby- als auch Leistungssportler, Einsteiger wie Profis.

Drachenboot Club Meilen_web
Ab in den See...! Im Winterhalbjahr weniger zu empfehlen, draussen trainiert wird jedoch das ganze Jahr durch. Foto: Denise Garbe

Im nächsten Jahr feiert der DBCM seinen 30. Geburtstag. Gegründet wurde er 1997 von ambitionierten Sportlern, hauptsächlich Männern, die im «Activ Fitness» gemeinsam trainierten und das Paddeln im Drachenboot zu Beginn der Vereinsgeschichte sehr leistungsorientiert betrieben. Seither hat sich der Club gewandelt und spricht nicht mehr nur Wettkampfsportler an, sondern alle über 16 Jahren, Frauen wie Männer. Jede und jeder ist eingeladen mitzumachen. Die einzige Voraussetzung ist, dass man schwimmen kann und die Gemeinschaft schätzt.

Breites Altersspektrum
Die Teams im Boot bestehen fast immer aus Männern und Frauen, und sogar Rennen an Meisterschaften werden fast ausschliesslich in mixed Teams absolviert. Das ist kein Zufall, sondern Programm: Im Drachenboot werden Durchmischung und Vielseitigkeit gross geschrieben, «und oft sind die Technik, der Trainingslevel und die Erfahrung wichtiger als die Kraft», sagt Co-Präsidentin Sandra Adlesgruber, die selbst bereits viele Rennen erfolgreich bestritten hat. Auch das Altersspektrum ist breit: Der jüngste Paddler im DBCM ist derzeit 26-jährig, die älteste Paddlerin zählt 63 Lenze, viele sind zwischen 35 und 45 Jahre alt und kommen, weil sie das Zusammensein schätzen. Nicht nur, wenn sie im Team im Takt über das Wasser flitzen, sondern auch vorher und nachher. Man sagt etwa, die 1.-August-Feiern des DBCM seien legendär.

«Die Technik ist im Boot
oft wichtiger als die Kraft.»

Das fasziniert Sandra Adlesgruber am Drachenbootfahren: «Es ist ein Mannschaftssport, aber das Erleben der Natur und die Kameradschaft gehören auch dazu und sind genauso wichtig.» Die 49-Jährige ist in der Nähe von Salzburg aufgewachsen, wohnt aber schon lange in der Region und ist in den Zürichsee verliebt: «Es gibt nichts Schöneres, als auf dem Wasser zu sein und die Landschaft zu geniessen. Diese Momente sind etwas ganz Spezielles. Der Zürichsee macht einfach glücklich.» Sie leitet den Verein seit fünf Jahren gemeinsam mit Richi Sennhauser und weiteren vier engagierten Vorstandsmitgliedern – fast alle davon aus Meilen.

Teilnahme an Meisterschaften
Besonders hervorzuheben ist unter ihnen Paddeltrainer Oliver Meier. Er gilt als Urgestein im Schweizer Drachenbootsport, ist seit Anfang an im DBCM dabei und kann zahlreiche Erfolge im In- und Ausland aufweisen, auch als Mitglied der Schweizer Nationalmannschaft: Er holte an Weltmeisterschaften mehrere Medaillen und noch 2024 eine Bronzemedaille an der Drachenboot-EM in Tschechien. «Die Teilnahme von Clubmitgliedern in der Schweizer Nationalmannschaft ist von Jahr zu Jahr unterschiedlich», sagt Sandra Adlesgruber, «es hängt davon ab, wie viele Paddlerinnen und Paddler Interesse haben und es durch die Selektion schaffen.» Dieses Jahr waren an der Nations-EM in München eine Frau und drei Männer aus dem DBCM dabei – darunter natürlich auch Oliver. Gemeinsam paddelten sie auf der 200-Meter-Distanz zur Bronzemedaille.

«Wir trainieren auch bei tiefen
Temperaturen, denn Paddeln hält warm.»

Der Club besitzt zwei Boote für 10 und drei Boote für 20 Paddler plus Steuermann oder Steuerfrau. Die Trommel allerdings ist nur bei Rennen besetzt, beim Training wird auf das Trommeln aus Rücksicht auf die Anwohner verzichtet (Ausnahmen gibt es bei speziellen Teamevents, z.B. für Externe). Mit den Booten fahren die Paddler meist seeaufwärts oder manchmal auch ans andere Ufer. Seeabwärts empfiehlt sich als Route weniger, weil man den Fährschiffen ausweichen muss. Der bunt bemalte, empfindliche Drachenkopf und der Drachenschwanz der Boote werden übrigens nur für besondere Anlässe oder Rennen montiert.

Hallen- und See-Training
In der Sommersaison trainieren die Clubmitglieder dienstags und donnerstags von 19.15 bis etwa 21.00 Uhr, von November bis März ist am Dienstag von 20.00 bis 22.00 Uhr in der Primarschule Obermeilen Hallentraining angesagt – und einmal wöchentlich weiterhin Wassertraining. «Ja, wir gehen auch bei richtig tiefen Temperaturen aufs Wasser, denn Paddeln hält mächtig warm», bestätigt Sandra Adlesgruber. Gratis dazu gibt es dank Nebel, Dämmerung und Stille eine Portion Mystik auf dem leeren See.
Man braucht aber keine Angst zu haben vor einem unfreiwilligen Bad im winterkalten Wasser. Drachenboote können kaum kippen. Im Sommer versuchen die Paddler jeweils, die mehrere hundert Kilogramm schweren Boote übungshalber zum Kentern zu zwingen – in extra fiesen Wellen, die speziell von Motorbooten produziert werden, und indem sich alle auf dieselbe Seite setzen. Es gelingt nur mit sehr viel Anstrengung.

«Zum 30. Geburtstag des Clubs
gibt es eine Riesen-Jubi-Party!»

Treffpunkt für die Trainings ist der Bootssteg neben der Badi Meilen, wo sich auch das Häuschen befindet, in dem der Club seine Boote, Paddel, Schwimmwesten und anderes Trainingsgerät aufbewahrt. Es ist übervoll und alles andere als ideal. Umso mehr hofft Sandra Adlesgruber, dass das in Feldmeilen von der Gemeinde geplante Wassersporthaus mit guter Infrastruktur bald Realität wird. «Es wäre schön gewesen, wenn wir unseren 30. Geburtstag als Club schon im neuen Wassersporthaus hätten feiern können», sagt sie, «aber auch wenn das jetzt nicht klappt – eine Riesen-Jubi-Party gibt es trotzdem!»

Auch Outrigger stehen zur Verfügung
Die schönen, aber grossen und schweren Drachenboote sind übrigens nicht die einzigen Wassersportgeräte, die der DBCM für Mitglieder auf Lager hat: «Outrigger sind eine wunderbare Ergänzung zum Teamsport Drachenboot», sagt Sandra Adlesgruber. Outrigger sind Kanus mit einem Ausleger auf der Seite für eine, zwei oder sechs Personen. Clubmitglieder können damit jederzeit aufs Wasser – um zu trainieren oder auch einfach nur, um eine Ausfahrt zu machen. Manche bestreiten damit auch professionelle Langstreckenrennen in der ganzen Schweiz und konnten schon etliche Siege einfahren.
Wer Lust hat, den See auch in der kalten Jahreszeit ganz aus der Nähe zu erleben und unverbindlich beim DBCM reinzuschnuppern, kann sich jederzeit beim Club melden. Nach einer Einführung geht’s gleich im Boot aufs Wasser!

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