- Kultur / Politik
- Karin Aeschlimann
Amtliches, obligatorisches Publikationsorgan der Gemeinde Meilen
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Amtliches, obligatorisches Publikationsorgan der Gemeinde Meilen
Thematisch zum Meilemer Kulturjahr («Esskultur») passend, feierte am vergangenen Sonntag der Männerchor seinen 205. Geburtstag. Unter dem Titel «Ässe – aber s’Trinke nöd vergässe» luden die elf rüstigen Herren und ihr Dirigent zum unterhaltsamen Musikabend in den Jürg-Wille-Saal des Löwen.
Dieser Einladnug folgten über hundert Personen, die an langen, schön gedeckten Tischen Platz nahmen. Eröffnet wurde der illustre Abend mit dem Jingle von Radio Beromünster, der bereits bei vielen Besucherinnen und Besuchern Erinnerungen an früher auslösten.
Voller Saal und alte Erinnerungen
Hochmotiviert wollten die elf Sänger schon vor der Begrüssung des Publikums durch den Vereinspräsidenten Otti Wegmann loslegen, mussten sich dann aber noch gedulden – schliesslich wollte er den einen oder anderen Gast persönlich begrüssen. Er erzählte, dass der Konzertabend nur entstanden sei, weil Meilen ein «Kulturjahr» zum Thema Esskultur ausgerufen hat und speziell Vereine dazu ermutigte, passende Anlässe zu organisieren. «Wir sind überwältigt davon, wie viele von euch gekommen sind, der Saal ist voll, das ist super», sagte Otti Wegmann.
Zwischen den Liedern wurden Erinnerungen geweckt: an alte Männerchor-Abende, die traditionell mit einem Krambambuli endeten, daran, wie früher Sonntage typischerweise verbracht wurden oder an Reisen, die die Mannen gemeinsam unternahmen. Dem Krambambuli – das ist ein feuriges Getränk aus Lindenblütentee, Himbeersirup, Arrak, viel Wein, 80-prozentigem Strohrum und speziellen Mischungen von geheimen Essenzen –, der jeweils kurz vor Mitternacht in der brennenden Pfanne serviert wurde, ging an den Versammlungen jeweils ein Nachtessen voraus. Serviert wurde traditionellerweise roter und schwarzer Schüblig mit Kartoffelsalat.
Campari Soda und die Wurst mit zwei Enden
Dieses Menü wurde den Gästen auch am Konzertabend kredenzt. Nicht serviert wurde der Krambambuli, den gab es nämlich immer erst ganz kurz vor Mitternacht: «So lange bleiben wir heute nicht, dann sind wir alle schon längst im Bett», sagte Otto Wegmann.
Die Liederauswahl des Abends nahm das Thema Esskultur bestens auf. Songs wie «Campari Soda» oder «Alles hat ein Ende, nur die Wurst hat zwei», wurden kombiniert mit Klassikern wie «Drunken Sailor», oder «My Bonnie». Auch das Publikum wurde regelmässig zum Mitsingen und Mitklatschen animiert, und Ruedi Wunderli und Martin Oettli, zwei der Chormitglieder, liessen es sich nicht nehmen, auf der Nasenflöte zu spielen.
Pflicht an jedem Konzert: Das Seebuebelied
Mit «Mis Dorf am See» wurde die Meilemer Heimat gewürdigt. Als «Prächtiges Dorf» und «Perle» wird «das liebä Dorf am See, am schönä Zürisee», besungen, und es wird das Fazit gezogen, «so schön chan nur mis Meile sii!» Das ganze Lied ist auf den Social-Media-Kanälen des Meilener Anzeigers zu sehen und zu hören. An keinem Konzert des Männerchors fehlen darf das «Seebuebelied», es war eine der vehement vom Publikum geforderten Zugaben. Im Anschluss an das Konzert genossen alle gemeinsam den angekündigten Schüblig mit Herdöpfelsalat, stiessen mit Meilemer Wein oder Mineralwasser an und liesen den kulinarischen Musikabend gemütlich ausklingen.