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Amtliches, obligatorisches Publikationsorgan der Gemeinde Meilen
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Amtliches, obligatorisches Publikationsorgan der Gemeinde Meilen
Nur ein Traktandum stand am vergangenen Montagabend auf der Liste der Gemeindeversammlung. Diskutiert und Befunden wurde über die Genehmigung eines Verpflichtungskredits für einen selektiven Architekturwettbewerb für eine neue Bibliothek und Ludothek.
Nicht ganz 200 Meilemerinnen und Meilemer fanden sich am Montagabend im Jürg-Wille-Saal des Löwen ein, um über die Zukunft der Bibliothek zu sprechen. Bevor es konkret um das Thema des Abends ging, gab Gemeindepräsident Christoph Hiller einen Überblick über die (Neu-)Verteilung der Gemeinderat-Ressorts. Alle bisherigen Ratsmitglieder haben ihr Ressort behalten und führen ihre gute Arbeit im gewohntem Rahmen fort. Claudia Jung übernahm die «Kasse» von Verena Bergmann, Martin Pola erbte den Hochbau von Heini Bossert und Lea Lutz-Knobel ist neue Sozialvorständin. Erster Vize-Präsident wird Tiefbauvorstand Alain Chervet. Gleich doppelt im Fokus stand Peter Bösch, der am Montagabend nicht nur an der Gemeindeversammlung und der anschliessenden Informationsveranstaltung zwei Geschäfte mitpräsentierte, sondern auch Blumen und Schokolade entgegennehmen durfte – er hatte nämlich Geburtstag.
Zu genehmigen galt es vom Souverän dann den Verpflichtungskredit über total 450’000 Franken und somit ein klares Bekenntnis abzulegen für eine Vergrösserung und Zusammenlegung der Bibliothek und der Ludothek von heute total 230m2 auf 600m2.
Mehr als ein Ort zum Bücher ausleihen
Warum das wichtig und notwendig ist, erläuterte zuerst Gemeinderätin Marzena Kopp als «Bestellerin». Sie zeigte umfangreich auf, was die Bibliothek und die Ludothek den Meilemerinnen und Meilemern bietet. Sie seien nicht nur ein Ort zum Ausleihen von Büchern und Spielsachen, sondern auch Begegnungsort, Förderer von Bildung und Medienkompetenz, generationenübergreifender Veranstaltungsort und Treffpunkt zum Lesen, Lernen, Austauschen, Ausprobieren und Kontakte knüpfen.
Sie zeigte auf, dass all das in den aktuellen Räumlichkeiten nicht mehr befriedigend möglich ist, seien die Platzverhältnisse doch viel zu eng und insbesondere ausserhalb der bedienten Öffnungszeiten (Open Library) sei auch die Barrierefreiheit nicht gegeben und eine Nutzung der sanitären Anlagen nicht möglich. Sie zog einen Vergleich zu anderen Bibliotheken in der Region und präsentierte, dass Meilen aktuell die kleinste Bibliothek im ganzen Bezirk hat und die Fläche deutlich unter der Mindestempfehlung von Bibliosuisse liege. Um das ganze Potenzial einer Bibliothek auszuschöpfen, sei eine Vergrösserung unabdingbar.
Bezug erst 2031
Die technische Seite des Geschäfts mit der Erklärung zur Standortwahl, warum ein selektiver Projektwettbewerb Sinn macht und die detaillierte Kostenauflistung präsentierte Liegenschaftenvorstand Peter Bösch. Auch den genauen Terminplan bei einer Annahme des Verpflichtungskredits zeigte er auf. Bis Ende Jahr soll demnach die Genehmigung des Wettbewerbsprogramms durch die Jury und den Gemeinderat erfolgen, im Februar oder März 2027 folgt die Präqualifikation und bereits für April bis September 2027 ist die Durchführung des Wettbewerbs angedacht. Im Oktober 2027 soll der Jurybericht fertig und das Projekt an einer Ausstellung präsentierbar sein. Zirka im Juni 2028 wird der Gemeindeversammlung der Projektierungskredit vorgelegt und im September 2029 an der Urne über den Objektkredit (heutigen Schätzungen zufolge im Rahmen von rund 6.5 Mio. Franken abgestimmt. Der Bezug der neuen Bibliothek und Ludothek ist auf Ende 2031 terminiert.
Rückweisungsantrag abgelehnt
Dass die Bibliothek bewegt, zeigte sich daran, dass Vertreter von fast allen Parteien in der anschliessenden Diskussion eine Wortmeldung abgaben. Die Mitte und die FDP waren klar für den Verpflichtungskredit, möchten aber ein Auge auf die Endkosten des Projektes haben. Auch die SP und die Grünen unterstützen das Geschäft. Einzig die SVP/BGB meldete Bedenken an der Grösse der neuen Bibliothek an. Die «Bibi» sei zweifelsfrei wichtig, auch für die Leseförderung, ist Adrian Haggenmacher überzeugt. Auch die grundsätzliche Vergrösserung und Modernisierung von Bibliothek und Ludothek stellt die Partei nicht in Frage, nur die Grösse von 600m2 erscheint den Mitgliedern der SVP/BGB überdimensioniert. «400m2 würden aus unserer Sicht auch ausreichen», resümierte er. Im Namen der SVP/BGB stellte er darum einen Rückweisungsantrag mit dem Auftrag, eine Verkleinerung zu prüfen und eine Nutzung der restlichen Fläche für andere Vereine oder Institutionen in Meilen in Erwägung zu ziehen. Dem Antrag folgten im Abstimmungsverfahren nur ganz wenige Meilemerinnen und Meilemer, er wurde deutlich abgelehnt. Die anschliessende Schlussabstimmung zum Verpflichtungskredit war einstimmig und dem selektiven Architekturwettbewerb steht nichts mehr im Weg.
Weil es keine klassische Informations- und Fragestunde im Vorfeld zur Gemeindeversammlung gab, wurden vier eingereichte Fragen von Markus Gretener und die entsprechenden Antworten des Gemeinderats zu den finanziellen, steuerlichen und personellen Auswirkungen auf die Gemeinde bei einer möglichen Annahme des Lehrpersonalgesetzes, über welches am 27. September an der Urne befunden wird, verlesen.