Amtliches, obligatorisches Publikationsorgan der Gemeinde Meilen
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Amtliches, obligatorisches Publikationsorgan der Gemeinde Meilen
Zum Schulanfang sind wieder viele Kinder im Strassenverkehr unterwegs. Die meisten Autofahrerinnen und Autofahrer wissen, dass sie in ihrer Nähe besonders vorsichtig sein müssen. Sie handeln im Alltag aber nicht immer entsprechend.
Zur gleichen Zeit wie die Kinder in die Schule gehen, machen sich auch viele Erwachsene auf den Weg zur Arbeit – mit dem Kopf oft schon bei den Aufgaben des Tages. Der Arbeitsweg ist vertraut, das Fahren Routine.
Genau hier kann die Lücke zwischen Wissen und Verhalten gefährlich werden: Autofahrer wissen zwar, dass sie in der Nähe von Kindern besonders vorsichtig fahren müssen. Im Alltag, unter Zeitdruck und mit Fahrroutine handeln viele jedoch nicht immer entsprechend diesem Wissen. Es gibt eine Lücke zwischen dem, was man weiss, und dem, was man tut.
Kinder können Gefahren noch nicht richtig einschätzen
Niemand möchte ein Kind gefährden. Trotzdem kommt es vor, dass man in Gedanken woanders ist und nicht rechtzeitig bremsen kann. Ein wichtiger Faktor hierfür ist das gewohnheitsmässige Fahren mit dem innerem «Autopiloten».
Kinder sind darauf angewiesen, dass Erwachsene vorsichtig fahren und Sicherheitsreserven einplanen. Denn Schulkinder können Verkehrssituationen noch nicht so gut einschätzen wie Erwachsene. Distanzen und Geschwindigkeiten zuverlässig zu erkennen, Geräusche zu orten oder mehrere Gefahren gleichzeitig wahrzunehmen, fällt ihnen altersbedingt noch schwer.
Jedes Jahr verunfallen im Schweizer Strassenverkehr über 700 Kinder bis 14 Jahre zu Fuss, mit dem Trottinett oder dem Velo. Rund 40% dieser Unfälle passieren auf dem Schulweg.
Wenn-dann-Vorsätze helfen
Aus der Verhaltenspsychologie ist bekannt, dass sogenannte Wenn-dann-Vorsätze helfen, Routinen gezielt zu durchbrechen. Wer konkrete Situationen in Gedanken immer wieder durchspielt, reagiert im Alltag häufiger richtig:
«Wenn ich Kinder am Strassenrand sehe, dann fahre ich langsamer und bin bremsbereit», «wenn ein Kind über den Fussgängerstreifen gehen möchte, dann halte ich ganz an», «wenn ich eine Schule oder einen Kindergarten passiere, dann rechne ich immer damit, dass Kinder unvermittelt hinter Sichthindernissen auf die Strasse treten könnten», «wenn ein Kind in meiner Nähe auf dem Velo unterwegs ist, dann halte ich grosszügig Abstand».
Solche Vorsätze helfen dabei, die Aufmerksamkeit auch auf vertrauten Strecken hochzuhalten. Sie wirken immer dann, wenn Routine die Aufmerksamkeit beeinträchtigen kann.