Amtliches, obligatorisches Publikationsorgan der Gemeinde Meilen
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Am vergangenen Sonntag konnte man in der reformierten Kirche Meilen ein weiteres Mal Kammermusik auf Höchstniveau geniessen.

Das Amaryllis Quartett und Annette Bartholdy interpretierten im Rahmen der Konzertreihe «Vier Jahreszeiten» Werke von Ludwig van Beethoven und Wolfgang Amadeus Mozart.
Klare Gestaltung
Die Protagonisten des Amaryllis Quartetts – Gustav Frielinghaus, 1. Violine, Lena Sandoz, 2. Violine, Mareike Hefti, Viola, und Yves Sandoz, Cello – gingen die Akkorde des Eröffnungssatzes des Streichquartetts in e-Moll Op. 59. Nr. 2 von Ludwig van Beethoven mit Verve an. Die differenzierte Dynamik und die klare Gestaltung von motivischem und thematischem Material faszinierten ungemein. Gemeinsame dynamische Abstufungen und das Zusammenspiel waren perfekt. Im zweiten Satz begeisterten die kanonischen Einsätze im Piano, die mit Impetus gebotenen dynamischen Schattierungen und das berückende Pianissimo im Diskant der ersten Violine.
Der dritte Satz war mit vollem Einsatz des dynamischen Spektrums genial gestaltet. Das Kanon-Spiel war jederzeit durch alle Stimmen bestens hörbar, und im Finalsatz brillierten die Künstler mit Virtuosität und agiler Bogenführung in allen Stimmen.
Perfektes Zusammenspiel
Im zweiten Programmteil gesellte sich Annette Bartholdy als weitere Bratschistin für das Streichquintett in c-Moll KV 406 von Wolfgang Amadeus Mozart zum Ensemble. Sie fügte sich wie immer mit wunderbar sonorem Klang perfekt ins Ensemble ein.
Sofort machte sich der etwas vollere Klang der fünfstimmigen Partitur bemerkbar. Wiederum begeisterte perfektes Zusammenspiel – ein richtiger Ohrenschmaus. Haupt- und Nebenstimmen erfuhren wunderbare Abstufungen und ergänzten die musikalische Energie aufs Schönste. Gefiel im zweiten Satz das gehaltvolle Cantabile besonders, begeisterte im dritten Satz die Durchhörbarkeit aller fünf Stimmen im Kanon. Der Schlusssatz war geprägt von Virtuosität durch alle fünf Stimmen, wie immer in perfekter Intonation. Ein fein ziseliertes Violin-Solo leitete die Coda ein, die den Satz mit unbändiger Spielfreude in C-Dur enden liess.
Freue man sich
Riesenapplaus war nichts als logische Folge. Die sympathischen Künstler verabschiedeten sich mit Wolfgang Amadues Mozarts Menuett aus dem Streichquintett in Es-Dur KV 614 als Zugabe. Total begeistert trat man den besonnten Heimweg an. Freue man sich bereits heute auf das nächste Konzert: Am 6. September wird das Amelio Trio Klaviertrios von Joseph Haydn, Franz Schubert und Johannes Brahms interpretieren.