Amtliches, obligatorisches Publikationsorgan der Gemeinde Meilen
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Amtliches, obligatorisches Publikationsorgan der Gemeinde Meilen

Das Dorf in drei Minuten

Sollte Horgen am 9. Juli den live auf SRF 1 übertragenen Jass-Wettkampf gewinnen, wird die Sendung vom 16. Juli vom linken Seeufer ausgestrahlt. Auf jeden Fall aber ist am nächsten Donnerstag ein dreiminütiger Porträtfilm über Meilen zu sehen.

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Einer der Schauplätze des «Ortsporträts»: Der Badeplatz rund um den Kibag-Kran. Foto: MAZ

In diesen drei Minuten will Meilen sich von der besten Seite zeigen – schliesslich ist der «Donnschtig-Jass» mit seinen durchschnittlich rund 500’000 Zuschauerinnen und Zuschauern eine der erfolgreichsten Live-Sendungen von SRF und ein prächtiges Schaufenster für die teilnehmenden Ortschaften. Im Porträt kann jede Gemeinde mit attraktiven Bildern Sympathiepunkte holen, ganz unabhängig davon, ob ihre Vertreter später beim Jassen brillieren oder nicht.

18 Seiten Ideen geliefert

Was für ein Aufwand für die wenigen Filmminuten betrieben wird, weiss Hans Isler. Der ehemalige Meilemer Gemeindepräsident war für die Koordination mit dem Schweizer Fernsehen zuständig, als es darum ging, passende Motive für das Porträt vorzuschlagen und den Film schliesslich auch umzusetzen. Es ist für ihn nicht das erste Mal: Bereits 2012, als der Donnschtig-Jass nach einem gloriosen Sieg gegen Uster aus der Meilemer Seeanlage übertragen wurde, war er als Koordinator für das Ortsporträt zuständig. Er ist selber regelmässiger Jasser und wünscht sich sehr, dass Meilen gewinnt und somit die Sendung auf den Dorfplatz holt.

18 Seiten mit Vorschlägen für Meilemer Motive, Sujets und Themen lieferte Isler diesmal an SRF, sehr zur Freude der Verantwortlichen beim TV. Im Vergleich zu anderen Gemeinden sei Meilen besonders ergiebig und biete fast schon zu viele Attraktionen, habe man ihm beschieden. Schliesslich wurden an drei Tagen rund zehn Szenen gedreht, überraschende und weniger überraschende.

Vom Berufsfischer bis zum Hafenkran

«Dass sie wieder den Zürichsee-Berufsfischer ausgewählt haben, hat mich nicht besonders gewundert», sagt Hans Isler, «das gibt einfach schöne Bilder.» Dafür ging es an einem Junimorgen um 4 Uhr vor Sonnenaufgang auf das Fischerboot von Pius Grieser, der an diesem Morgen Welse fangen wollte. Im Porträt von 2012 hatte noch sein Vater «Gringo» Grieser am Steuer gestanden. An einem anderen Tag wurde die Obermeilemer Hängebrücke über den Beugenbach gefilmt, die längste im Kanton Zürich – sie schaffte es am Ende aber nicht in den fertigen Streifen, denn die Filmer unter der Leitung des freien Regisseurs Michael Auf der Maur hatten zu viel Material für zu wenig Zeit.

Eine Szene zeigt den Hafenkran und den vor einem Jahr darum herum eröffneten Badeplatz. «Hier brauchten sie noch jemanden zum Beleben der Szene», erzählt Hans Isler schmunzelnd: Sohn Klaus, Schwiegertochter Alexandra, die Enkelinnen Ladina und Selina sowie deren Freund Alexander sprangen ins Wasser und tummelten sich für die Kameras auf der Wiese.

Drohne im Dauereinsatz

Eher überraschend war für Isler, dass der Feldner Thriller-Autor James Douglas, mit bürgerlichem Namen Ulrich Kohli, von SRF als weiteres Motiv ausgewählt wurde. Der 78-Jährige wurde beim Tippen in der heimischen Schreibstube gezeigt. Ein Motiv, das 2012 noch nicht möglich gewesen wäre, ist die eben offiziell eingeweihte Siedlung Burkwil in Obermeilen, wo Bewohner beim Pétanquespielen und beim Planschen am «Dorfbrunnen» gefilmt wurden. Heute im Gegensatz zum letzten Mal keine Option mehr: Ein Film über die Glace- und Guetzli-Produktion der Delica im ältesten Industriebetrieb der Migros. «Das gilt als Werbung und ist deshalb nicht mehr möglich», bedauert Isler. Gnade fand die Familie Schwarzenbach als prototypischen Weinbauern, obwohl auch sie theoretisch Werbung für ihr Business machten: Sie wurde bei der Arbeit in den Chorherren-Rebbergen gefilmt.

Beeindruckt ist Hans Isler vom technischen Fortschritt in den letzten 14 Jahren. «Die Kameras sind viel kleiner geworden, alles Gefilmte konnte man sofort auf dem Handy sichten, und eine Drohne war im Dauereinsatz», berichtet er. Was der fertige Film denn nun wirklich zeigt, wird er übrigens – wie alle anderen Meilemerinnen und Meilemer auch – erstmals am kommenden Donnerstag ab 20.05 Uhr auf SRF 1 begutachten können.

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