Amtliches, obligatorisches Publikationsorgan der Gemeinde Meilen
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Messe in h-Moll zu Pfingsten

Die Messe in h-Moll gilt als eines der bedeutendsten und monumentalsten Werke der Musikgeschichte. In ihr bündelt Johann Sebastian Bach sein gesamtes kompositorisches Können – sie ist Höhepunkt seines Schaffens und zugleich ein grosses Meisterwerk der abendländischen Kirchenmusik.

Mit der Johannes-Passion wurde dem Meilemer Publikum bereits zu Karfreitag 2024 ein musikalisches Highlight geboten. Foto: P. Steiner

In Meilen wird mit der Messe in h-Moll zu Pfingsten der Schlusspunkt hinter das Bachjahr von 2024 gesetzt.

Obwohl Bach überzeugter Lutheraner war, vertonte er das vollständige lateinische Ordinarium der Messe – Kyrie, Gloria, Credo, Sanctus und Agnus Dei – und knüpfte damit bewusst an die katholische Tradition an. Gerade die Verbindung unterschiedlicher konfessioneller Prägungen verleiht dem Werk eine besondere Weite und Tiefe.

Eine Zusammenstellung früherer Werke

Die Entstehung der Messe ist ungewöhnlich: Es handelt sich nicht um ein durchgehend neu komponiertes Gesamtwerk, sondern um eine kunstvolle Zusammenstellung früherer Werke (sogenannte Parodien) und neu geschaffener Sätze.

Das Kyrie und Gloria entstanden bereits 1733 und wurden dem sächsischen Kurfürsten Friedrich August II. gewidmet – vermutlich in der Hoffnung auf eine Anstellung am Hof. Die vollständige Messe stellte Bach erst in seinen letzten Lebensjahren zusammen.

Zweistündige Aufführung

In musikalischer Hinsicht beeindruckt die h-Moll-Messe durch ihre ausserordentliche Vielfalt: Strenger Kontrapunkt steht neben expressiver Dramatik, altehrwürdige Satztechniken neben eleganter Leichtigkeit. Trotz dieser stilistischen Spannweite entfaltet das Werk eine bemerkenswerte innere Geschlossenheit. Mit einer Aufführungsdauer von rund zwei Stunden gleicht es einem geistlichen Oratorium, das den christlichen Glauben in seiner ganzen Ausdrucksbreite musikalisch durchschreitet. Zu Bachs Lebzeiten wurde die h-Moll-Messe nie vollständig aufgeführt.

Erst im 19. Jahrhundert fand sie allmählich ihren Weg in die Konzertsäle. Heute gehört sie zu den zentralen Werken der Chorliteratur und wird weltweit als eines der erhabensten Zeugnisse geistlicher Musik geschätzt.

Pfingstsonntag in Meilen, Pfingstmontag in Zürich

Mit grossem Respekt und zugleich in freudiger Erwartung widmet sich das Vokalensemble Kantorei Meilen gemeinsam mit dem Meilemer Barockensemble (auf historischen Instrumenten!) unter der Leitung von Ernst Buscagne einer historisch informierten Aufführung.

Wer an der Aufführung am Pfingstsonntag in Meilen nicht dabei sein kann, hat die einmalige Gelegenheit, der Aufführung in der reformierten Kirche Enge am Pfingstmontag beizuwohnen. Tickets zum Normalpreis von 45 Franken sind in der Papeterie Köhler in Meilen erhältlich oder online über www.ref-meilen.ch. Tickets mit Legi zum Preis von 35 Franken sind nur an der Abendkasse erhältlich.

Messe in h-Moll, Sonntag, 24. Mai, 17.00 Uhr, reformierte Kirche Meilen und Montag, 25. Mai, reformierte Kirche Enge. Kantorei Meilen, Solistinne und Solisten, Leitung: Kantor Ernst Buscagne. Meilener Barockensemble, Leitung: Konzertmeisterin Johanna Pfister. Yves Bilger, Orgel.

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