Amtliches, obligatorisches Publikationsorgan der Gemeinde Meilen
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Am Samstag, 11. Juli präsentiert das Sinfonie Orchester Meilen zusammen mit den Swiss Gospel Singers, Zuzügern und Solisten in der Tonhalle Zürich Highlights aus Film und Musical. Die Gesamtleitung hat Konradin Herzog.
Im Filmklassiker «The Adventures of Robin Hood» von 1938 kämpft der sächsische Adlige mit seinen treuen Gefährten gegen die Schreckensherrschaft des Prinzen Jon, raubt die reichen adligen Normannen aus und verteilt die Beute an die verarmte sächsische Bevölkerung. Stars der Dreissigerjahre wie Errol Flynn und Olivia de Havilland und die mit einem Oscar prämierte Vertonung trugen zum grossen Erfolg bei.
Der österreichische Komponist E.W. Korngold (1897–1957) feierte europaweit Erfolge, bevor er 1934 einer Einladung nach Hollywood folgte und für Warner Brothers als Filmkomponist arbeitete. Ab 1938 blieb er in den Vereinigten Staaten. Nach dem Anschluss Österreichs an Nazideutschland blieb ihm als Jude keine andere Wahl.
Korngold setzte mit seiner üppigen Instrumentierung neue Massstäbe in der Filmmusik. Das Sinfonie Orchester Meilen eröffnet den Abend mit der aus dem Soundtrack von «Robin Hood» geformten sinfonischen Suite. Die drei Sätze sind geprägt von rhythmisch prägnanten Auftritten der geächteten Rebellen, melodischem Schmelz der aufkeimenden Liebe, dramatischen Kämpfen mit Schwertern und Fäusten und dem klangvollen Sieg der gerechten Sache.
Üppig, kraftvoll, effektvoll
Auch im weltweit erfolgreichsten Film aller Zeiten siegen die Guten über die Bösen. Das 2009 entstandene Science-Fiction-Epos «Avatar» spielt 2154 auf dem fernen Mond Pandora. Ein mächtiger Konzern will einen begehrten Rohstoff abbauen und darum das Volk der Na’vi vertreiben. Der frühere US-Marine Jake Sully soll es richten, indem er als Avatar die indigenen Bewohner auskundschaftet. Dabei verliebt er sich in die Häuptlingstochter und wird in den Stamm aufgenommen. In der alles entscheidenden Schlacht zwischen monströser Kriegs-Technik und Pfeil und Bogen läuft er zu den Na’vis über und führt sie zum triumphalen Sieg.
Die konzertante Suite basiert auf der originalen Filmmusik. Der Komponist James Horner (1953–2015) arbeitete für «Avatar» mit einer Ethnologin zusammen, um einer «indigenen» Musikkultur möglichst nahezukommen. Das üppig besetzte Schlagwerk und der kraftvolle Gesang des Chors in der eigens erfundenen Na’vi-Sprache sind effektvoll eingesetzt.
Klanggewordene Natur
Pinien gehören zu den Wahrzeichen der Ewigen Stadt. Ottorini Respighi (1879–1936) setzte ihnen mit seiner sinfonischen Dichtung «Pini di Roma» ein musikalisches Denkmal. Ein grosses, vielfältiges Instrumentarium evoziert südländische Szenerien mit prallem Leben, unheimlichen Stätten, romantischer Vollmondnacht und antiken Legionen auf der Via Appia. Als stumme Betrachter verbinden die mächtigen Bäume die vier Sätze der Komposition mit ihren verschiedenen Schauplätzen. Das Werk von 1924 ist Programmmusik vom Feinsten. Orte und Ereignisse werden zu Klang und Rhythmus und verdichten sich beim Hören zu bewegten Bildern. Im 4. Satz ist eine singende Nachtigall vorgeschrieben – eingespielt als Tonaufnahme. Mehr Film geht nicht.
Grosse Gefühle in Oper und Musical
Liebe und Leid, Schmerz und Verlust prägen die Handlungen der Oper «Porgy and Bess» von George Gershwin (1898–1937) und des Musicals «West Side Story» von Leonard Bernstein. (1918–1990).
Gershwins Werk von 1935 verbindet Elemente der klassischen Oper mit Blues und Jazz. Es schildert das Leben von Afroamerikanern im fiktiven Arbeiterviertel Catfihs Row in den 1870er-Jahren und erzählt die Geschichte des behinderten Bettlers Porgy und der drogenabhängigen Bess, die sich finden und wieder verlieren.
Viele Melodien aus «Porgy and Bess» sind zu Jazzstandards geworden, der Evergreen «Summertime» ist das meistinterpretierte Lied aller Zeiten. Die konzertante Suite «A Concert of Songs» ist ein Arrangement des Komponisten Robert Russell Bennett von 1943.
Bernstein ist vor allem mit Highlights aus der «West Side Story» vertreten. Sie erzählt die tragische Geschichte von Romeo und Julia im New York der 1950er-Jahre, mit Toni und Maria als Protagonisten. Die Auswahl der unsterblichen Melodien beschränkt sich auf die herzergreifende Liebe zwischen den beiden, Verrat und Tod bleiben den Zuhörenden erspart.
Konzert Sinfonie Orchester Meilen und Swiss Gospel Singers, Samstag, 11. Juli, 19.30 Uhr, Tonhalle Zürich, grosser Saal. Tickets unter www.s-o-m.ch oder an der Kasse der Tonhalle Zürich.