Amtliches, obligatorisches Publikationsorgan der Gemeinde Meilen
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Kunst am Bau und ein einladender Supermarkt

Der Frauenverein Dorf- und Obermeilen erforschte am letzten Freitag ein neues Zürcher Quartier: 19 Frauen trafen sich in der Europaallee beim Hauptbahnhof.

Abgeholt wurden die Teilnehmerinnen auf dem 6000 Quadratmeter grossen Europaplatz von Cornelia Alb. Unterhaltsam und mit persönlichen Anmerkungen vermittelte sie viele interessante Informationen. So zum Beispiel über die Kunst am Bau: das Denkmal für Hans Künzi, den «Vater der S-Bahn», an der Decke des Treppenaufgangs; das «Always a way always away» von Brigitte Kowanz auf dem Dach eines Hochhauses; die Klangkörper am Boden vom Künstlerduo O+A. Letztere faszinierten am meisten, denn das Geräusch, das beim runden blauen Objekt entsteht, verstärkt sich je nach Umgebungsgeräuschen, zum Beispiel, wenn ein Zug einfährt.

400 Mietwohnungen in drei Türmen

Der unterhaltsarme städtische Boden des Quartiers wird durch hundert Gingkos etwas aufgelockert. Um die mangelnde Biodiversität auszugleichen, machte die Stadt Auflagen bezüglich Begrünung der Dächer. So entstand auf dem Dach der Pädagogischen Hochschule eine kleine Flusslandschaft, um der blauflügeligen Sandschrecke eine neue Heimat zu geben. Weiter sind eine Orchideenzucht und Mohnfelder auf den Dächern entstanden, und tatsächlich gibt es Bienen und Wildbienen sowie Alpen- und Mauersegler.

Interessant das Konzept der Lagerstrasse: die kleinen, inhaberbetriebenen Läden sind nach Themen definiert und garantieren so eine gute Durchmischung.

Durch den Hof der UBS, der zwar privater Grund ist, jedoch öffentlich zugänglich, ging es zurück zur Europaallee. In der Migros, die ohne das grosse orange M nicht als solche erkennbar wäre, staunten alle über die grosszügige Einrichtung, die zum Einkaufen, Essen oder einfach nur Verweilen einlädt.

Nach dem kurzen Abstecher in Richtung Konsum ging es weiter zum Gustav-Gull-Platz, der das Ende der Europaallee bildet. In den drei Türmen rund um diesen Platz leben Menschen in rund 400 Mietwohnungen.

Aussicht über die Gleise und die Stadt

Auf dem Negrelli-Steg, der über eine breite Wendeltreppe erreicht werden kann, bewunderten die Frauen die Aussicht über das Gleisfeld und den Bahnhof.

Zum Abschluss besuchten sie das Zollhaus, in dem sogenanntes Hallenwohnen möglich ist. Dafür sind «Flexräume» vorhanden, die je nach Bedarf gemietet werden können. Um aber eine Wohnung mieten zu dürfen, muss man der Genossenschaft beitreten. Sechs Stockwerke weiter oben wurden die Meilemerinnen schliesslich mit einer grossartigen Aussicht über die Stadt Zürich belohnt. Es war ein wunderschöner Nachmittag – auch wenn es zwischendurch etwas un-frühlingshaft kühl war.

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