Amtliches, obligatorisches Publikationsorgan der Gemeinde Meilen
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Amtliches, obligatorisches Publikationsorgan der Gemeinde Meilen

Gottesdienst im Laufstall

Der Berggottesdienst der reformierten Kirche Meilen lockte über hundert Personen auf den Hof Zelg der Familie Dörflinger in Toggwil.

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Dass man Kirchenlieder zur Begleitung einer Ländlerkapelle singen kann, ist etwas Besonderes. Foto: Petra Steiner

Ländlermusikklänge anstelle von Orgelmusik, aufgeregtes Vogelgezwitscher während der Predigt und ein markanter Hahnenruf mitten in der Gebetsstille: Diese ungewohnte  akustische Kulisse bildete den Rahmen des diesjährigen Open-Air-Gottesdienstes am zweiten Julisonntag auf dem Bauernhof Zelg hoch über Meilen. So ganz «open air» war er dann doch nicht: Die starke Sonne und die grosse Hitze liessen die Gemeinde im Schatten des herausgeputzten grosszügigen Laufstalls Schutz suchen, zwischen Heuballen und prächtigen Sonnenblumengestecken. Alles wunderbar vorbereitet von der Familie Dörflinger und Mitgliedern der Bergwacht. Ohne sie wäre die Durchführung dieses Anlasses nicht möglich gewesen.

Vertrauen in eine lenkende Hand

Pfarrer Erich Wyss begrüsste die Gemeinde mit dem augenzwinkernden Hinweis, dass dieser Berggottesdienst, gemessen in Höhenmetern, schweizweit wohl der «tiefste» sei – aber sicher nicht der unbedeutendste. Er nutzte die eindrückliche Umgebung für einen Vergleich zwischen der harten Arbeitsrealität der Landwirte und dem christlichen Glauben. Bauern seien trotz aller eigenen Bemühungen auf den Goodwill der Natur angewiesen, den sie nicht beeinflussen könnten. Ohne Vertrauen in die unterstützende Kraft der Natur wären sie kaum motiviert, ihr hartes Tagwerk zu verrichten. Ähnlich sei es mit dem Glauben. Das Vertrauen in eine lenkende und schöpfende Hand sei Fundament des Glaubens und Basis jeder Zuversicht. Sogar die neugierige kleine Ziege zuoberst auf den Betonröhren ennet dem Hofplatz spitzte bei diesen Worten die Ohren.

Die Junioren bewirteten die Gäste

Eingebettet wurde der Berggottesdienst in die lüpfigen, zumalen auch besinnlichen Klänge der Ländlerkapelle «Echo vom Pfannenstiel», die sogar mit der Uraufführung einer Eigenkomposition aufwartete. Es war ein ganz neues und besonderes Erlebnis, Kirchenlieder zur Begleitung einer Ländlerkapelle zu singen.

Die Kapelle «Hooler Geigenmusik» leitete mit beschwingten Klängen zum Apéro Riche mit Wurst und Brot und kühlen Getränken über. Bestens vorbereitet bewährten sich auch die Junioren der Familien Dörflinger und Bösch als versierte Helferinnen am Grill und bei der Bewirtung der zahlreichen hungrigen und durstigen Gäste.

Bei angeregten Gesprächen an den Stehtischen und auf den Festbänken im schattigen Laufstall und zur Musik der überwiegend weiblich besetzten «Hooler Geigenmusik», postiert mitten in der Festgemeinde, klang der perfekt vorbereitete, gelungene Berggottesdienst langsam aus. Der gratis zur Verfügung gestellte «Platten»-Shuttle-Bus brachte umweltbewusste Gäste wieder sicher ins Tal.

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