Amtliches, obligatorisches Publikationsorgan der Gemeinde Meilen
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Ein Gespräch mit Chilbimeister Thomas Aebi

15 Jahre – so lange ist Thomas Aebi schon Chilbimeister in Meilen. Aber die Meilemer Chilbi existiert natürlich viel länger. Schon als Kind war Thomas Aebi hautnah mit dabei und half beim Aufbau.

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Thomas Aebi hilft aktiv beim Aufbau mit. Foto: zvg

«Ich bin neben dem Chilbiplatz aufgewachsen und darum bin ich so ein Fan geworden» sagt Thomas Aebi und ergänzt: «Mich hat das Aufstellen der Fahrgeschäfte immer sehr interessiert. Ich habe gerne mitgeholfen und manchmal habe ich dann eine Freifahrt bekommen.» Thomas Aebi lacht, als er an diese schöne Erinnerung zurückdenkt.

Als er von der Gemeinde den Auftrag bekam, die Meilemer Chilbi zu organisieren, war es, als wäre ein Kindheitstraum wahr geworden. Thomas Aebi ist in Meilen aufgewachsen und hat viele schöne Erinnerungen von den damaligen Chilbis. Tolle Erlebnisse, die er an die heutige Jugend in Meilen gerne weitergeben möchte.

Als Thomas Aebi ein Jugendlicher war, fand die Chilbi immer anfangs August statt, am Wochenende vor dem Schulstart. Das war bei den Meilemern immer sehr beliebt. «Am Montag hatten wir immer Chilbi-frei und konnten noch einen Ferientag geniessen. Erst am Dienstag musste man nach den Ferien wieder in die Schule,» erinnert sich Thomas Aebi.

Heute sieht es anders aus, gegenüber früheren Zeiten hat sich viel verändert. Das Schuljahr beginnt später im August und viele Meilemer Familien sind bis zum Schulstart in den Ferien.

«Als die Chilbi noch im August war, haben wir schlussendlich fast keine Bahnen mehr bekommen. Der Anlass wurde immer kleiner und es kamen immer weniger Leute.» Um die negative Entwicklung zu bremsen, beschloss der Gemeinderat das Chilbiwochenende zu verschieben. Seit 2018 findet es darum am Bettag-Wochenende im September statt. Darauf sind die Besucheranzahlen wieder gestiegen, und es gibt heute wieder viele Bahnen und Attraktionen.

Als Chilbimeister arbeitet der 59-jährige eigentlich während des ganzen Jahres. Schon im Dezember oder spätestens im Januar müssen die Verträge mit den Fahrgeschäften unterschrieben sein. Während der ganzen Saison besucht er viele andere Chilbis, um neue Ideen zu bekommen und die Attraktionen selber auszuprobieren.

«Erst vor kurzem war ich auf einer Berg- und Talbahn. Aber auf dem ‚Phönix‘ war ich noch nie. Das ist mir zu viel. Alles, was sich dreht und zudem schwingt, ist nichts mehr für mich», sagt Thomas Aebi und lacht. Der «Phönix» ist für viele Jugendliche zu einem Favoriten geworden und ist auch dieses Jahr in Meilen. Thomas Aebi sucht aber auch immer neue Attraktionen, so dass die Auswahl der Bahnen vielfältig ist.

Dieses Jahr gibt es eine Mischung aus Neuheiten und beliebten Klassikern. Ausser dem «Phönix» kommt zum Beispiel das «Crazy Hotel» – ein dreistöckiges Laufgeschäft, durch das man hindurchgehen kann oder die «Tagada» – ein bei den Jungen sehr beliebtes Fahrgeschäft, welches schon lange nicht mehr in Meilen war sowie eine Berg- und Talbahn mit schwingenden Gondeln.

Als Hauptverantwortlicher trifft Thomas Aebi die Auswahl und ist mit den verschiedenen Schaustellern häufig in Kontakt. Er denkt ständig an Sachen, die er verbessern möchte: «Jetzt mache ich mir schon Gedanken für die nächste Chilbi. Wenn ich über den Platz laufe, denke ich zum Beispiel schon, wo man welche Attraktion hinstellen könnte. So geht es eigentlich während dem ganzen Jahr», sagt er.

Die Meilemer Chilbi beginnt jeweils am Donnerstagabend mit der bei den Kindern sehr beliebten Jeton-Kanone. Die heutige Tradition mit dem Jetonregen existiert erst seit ein paar Jahren und war eine Idee von Thomas Aebi.

Die Chilbizeit ist eine strenge Zeit für den Chilbimeister, der hauptberuflich Hauswart in der Gemeinde Mönchaltorf ist. «Ja, das stimmt, ich habe viel zu tun», sagt er, klingt dabei aber nicht richtig gestresst – trotz den vielen Arbeit scheint er bei bester Laune zu sein. Schon am Dienstag fing der Aufbau an, und am Sonntagmorgen, wenn die Chilbi fertig ist, muss Thomas Aebi da sein, um die Aufräumarbeiten zu überwachen.

Am Sonntagnachmittag kann er sich aber endlich erholen. Das heisst, wenn ihm nicht plötzlich eine neue Idee für die nächste Chilbi in den Sinn kommt.

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