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Gartenstunde im Hochsommer

Am Montag letzter Woche trafen sich trotz grosser Hitze zahlreiche Blumenfreunde zur vom Verkehrsverein Meilen organisierten Gartenstunde in Feldmeilen.

Zur Einführung präsentierte die Kunstkennerin und Gastgeberin Anna Wenger die bereichernden und gut positionierten Kunstwerke in ihrem altgewachsenen Naturgarten.

Bei der bereits verblühten prächtigen Glyzinie, die vom Nachbarsgarten her ihr Haus um-wächst, verriet Gartenfachmann Boris Bossmann, dass es Exemplare gibt, die nie blühen. Er empfiehlt deshalb, beim Kauf unbedingt darauf zu achten, dass die gewählte Pflanze bereits Blüten zeigt. Dies gilt auch für alle übrigen Blüher. Beim Kauf von Stechpalmen muss man sogar daran denken, dass zu ihrem Gedeihen weibliche und männliche Pflanzen nötig sind.

Viel zu reden gab der absterbende, stark in die Höhe gewachsene Pflaumenbaum. An seinem Stamm schlängeln sich Ramblerrosen und Klematis. Im Vergleich zum immergrünen Efeu eignen sich diese besser, um absterbende Obstbäume zu zieren und den Zustand der Stämme bzw. Baumrinden unter Kontrolle zu halten. Im Frühjahr sorgen sie zudem für eine bunte Farbenpracht hoch bis zur noch vorhandenen Krone.

Beim aufgehobenen Biotop verriet der Fachmann, dass auch seine Kundschaft immer öfters auf arbeitsintensive Teiche verzichtet. Wegen der Klimaerwärmung trocknen sie gerne aus, was das Zufügen von Leitungswasser nötig macht. Das im Leitungswasser enthaltene Phosphor, das die Rohre vor Rost schützt, fördert aber die Algenbildung. Für weiteren Gesprächsstoff sorgte ein kleiner, wild gewachsener Kirschlorbeer, der bekanntlich zu den invasiven und erst noch giftigen Neophyten zählt.

Boris Bossmann warnte die Gartenfreunde aber auch vor zu häufigem Wässern während der momentanen Hitzeperiode. Wenn schon, sollte man dies unbedingt morgens tun und zwar direkt und nicht über die Blätter. Denn Pilze, v.a. auch jene, die die pflanzlichen Leitungsbahnen verstopfen, lieben die abendliche Feuchte und brauchen zu ihrer Ausbreitung kein Licht. Deren Wachstum einfach mit den handelsüblichen Fungiziden zu verhindern, ist keine gute Idee, denn diese töten meistens auch die guten Stärkungspilze.

Die Gäste liessen sich vom Gartenfachmann noch einige gut umsetzbare Tipps geben. Beim Durst löschenden Apéro, den die Gastgeberin zum Schluss grosszügig offerierte, freuten sie sich über die kühlenden Getränke und den regen Erfahrungsaustausch.

Eine weitere Gartenstunde mit Boris Bossmann, dem Geschäftsleiter der Ammann Gartenbau AG, bietet der Verkehrsverein am Dienstag, 6. September um 17 Uhr an, diesmal in Obermeilen.

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