Amtliches, obligatorisches Publikationsorgan der Gemeinde Meilen
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Eine ausgeschlafene Geschäftsidee

Innerhalb kurzer Zeit ist Dagsmejan zu einer bekannten und erfolgreichen Marke für hochwertige Pyjamas geworden, die im Schlaf thermoneutral wirken. Die Gründer Catharina Dahlin und Andreas Lenzhofer wohnen in Meilen und liessen sich inspirieren.

Andreas Lenzhofer und Catarina Dahlin in ihrer Wohnung im Meilemer «Wasserfels». Foto: MAZ

Die beiden waren noch gar nicht so lange ein Paar, als sie vor 13 Jahren gemeinsam in die alte Seidenspinnerei am Eingang des Meilemer Dorfbachtobels zogen. Und nach dem Einzug dauerte es ebenfalls nur wenige Monate, bis die beiden sich an ihren grossen Esstisch setzten und sich die Frage stellten, «was wir mit der zweiten Lebenshälfte anfangen wollen», erinnert sich Andreas Lenzhofer.

Nicht mehr im alten T-Shirt zu Bett gehen

Beide waren international beruflich erfolgreich – sie im Marketingbereich, er als Strategieberater. Ihr Wunsch war, selbständig unternehmerisch tätig zu sein. Mit einem Produkt, das ihnen voll und ganz entspricht und das sie fasziniert.

Dass es nun Pyjamas geworden sind, ist nur auf den ersten Blick überraschend. «Wir machen gerne Outdoorsport und sind überhaupt gerne sportlich unterwegs», sagt Catarina Dahlin. «Dabei ist uns aufgefallen, dass es im Sport für alle möglichen und denkbaren Zwecke optimierte Bekleidung gibt – aber schlafen, das tun die Menschen immer noch im alten Baumwoll-T-Shirt. Dabei verbringen wir ein Drittel unserer Lebenszeit im Schlaf und benötigen für unsere Energie eine gute Nachtruhe.» Also entschieden sie, funktionelle Schlafbekleidung für bessere Schlafqualität zu entwickeln. «Wahrscheinlich hat dabei unsere Wohnung in der ehemaligen Seidenspinnerei auch eine Rolle gespielt», sagt Andreas Lenzhofer schmunzelnd. Denn die Eigenschaften von Stoffen sind bei ihrem Produkt zentral.

Feuchtigkeit und Temperatur regulieren

2016 liessen die beiden ihre Firma unter dem Namen Dagsmejan im Handelsregister eintragen. Das Wort stammt aus Schweden, der Heimat von Catarina Dahlin, und wird von ihr mit «Kraft für den Tag» übersetzt. Doch bis die Nachtwäsche zum Energiebooster werden konnte, dauerte es seine Zeit. «Für uns Branchen-Neulinge war die Entwicklung sehr anspruchsvoll», sagt Andreas Lenzhofer. Nicht alle innovativen Ideen liessen sich umsetzen, doch in Zusammenarbeit mit Partnern wie der EMPA (Eidgenössische Materialprüfungsanstalt) und der Universität Stockholm gelang es ihnen, nach rund zwei Jahren funktionelle, temperaturregulierende Schlafbekleidung auf den Markt zu bringen, die «nicht nur performt, sondern auch viele Wäschen aushält», so Andreas Lenzhofer.

Zentral ist bei den Produkten, dass sie Feuchtigkeit und Temperatur regulieren und dass für die Shirts und Hosen natürliche Materialien verwendet werden. Die Stoffe werden in Europa produziert und unter fairen Bedingungen verarbeitet.

Kunden aus über 100 Ländern

Zu Beginn war das Büro in der Wohnung, das Warenlager im Estrich darüber: «Als dann immer mehr Laster mit Materiallieferungen hier ankamen, war es an der Zeit, das Lager zu zügeln», erinnert sich Andreas Lenzhofer lachend. Bis heute wird hauptsächlich online im Direktvertrieb verkauft – inzwischen gibt es aber auch Dagsmenjan-Stores (in Zürich an der Strehlgasse) und Partnerschaften mit Warenhäusern, Hotels und sogar Longevity-Kliniken.

Der Erfolg gibt der Idee des Ehepaars recht. Die Produkte kommen an: Dagsmejan liefert heute an Kunden aus über 100 Ländern, hat 25 Angestellte und gibt Jahr für Jahr einen höheren Umsatz an, 2025 waren es 15 Mio. Franken. Laut «Financial Times» galt das Unternehmen im Jahr 2023 als das am schnellsten wachsende der Schweiz. Bis heute besitzt das Ehepaar Dahlin/Lenzhofer die Aktienmehrheit.

Merinowolle, Zink und Eukalyptus

Anders als beim klassischen «Pischi» sind die Dagsmejan-Kunden eher jünger. Sogar die Schweizer Eishockey-Mannschaft schlief in Dagsmejan-«Recovery»-Pyjamas, welche mit Mineralien die Muskelregeneration im Schlaf unterstützen sollen. Und selbst der heisse Sommer half dem Unternehmen: Mit der «Stay Cool»-Technologie aus leichten Naturfasern wird Feuchtigkeit schnell von der Haut wegtransportiert, sodass das Schlafklima auch bei hohen Temperaturen angenehm bleibt.

Auf den Winter hin gibt es wärmende Pyjamas aus Merinowolle aus der Stay-Warm-Kollektion; hautfreundliche Varianten kombinieren Zink und Eukalyptus. Guter Schlaf und das Bedürfnis, gesund zu leben, sind spätestens seit der Corona-Pandemie in den Fokus gerückt. Deshalb sind die Kunden auch bereit, für eine Pyjama-Kombination aus Unter- und Oberteil rund 200 Franken auszugeben.

Die beiden Gründer schlafen natürlich ausschliesslich in ihren eigenen Produkten und wirken sehr entspannt: «Wir fühlen uns hier in Meilen total wohl. Wir lieben es, dass wir die Natur direkt vor der Haustür haben und dass es gleichzeitig nur acht Minuten sind bis zum Bahnhof», sagt Andreas Lenzhofer. Zum Haushalt gehören auch die beiden Bengalkatzen Coco und Charlie. Aber das Wichtigste ist: «Sobald wir am Abend vor der Haustüre übers Dorfbach-Brüggli laufen, lassen wir alle Probleme hinter uns.»

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