Amtliches, obligatorisches Publikationsorgan der Gemeinde Meilen
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Die etwas andere Stubete

Im «La Rustica» (Feldmeilen), in der Alten Sonne (Obermeilen) und im Alpenblick (Bergmeilen) sorgten am Samstag drei verschiede Bands für gute Stimmung und dicht belegte Tische.

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Die Mittwochgesellschaft Meilen organisierte im Rahmen ihres Jahresthemas «Bergwelten» eine Stubete, die in drei Restaurants in Feld-, Ober- und Bergmeilen gleichzeitig stattfand.

«Stubete» ist ein schweizerdeutsches Wort und bezeichnet eine gesellige Zusammenkunft, bei der gemeinsam gesungen, musiziert und getanzt wird. So kann man dem Internet entnehmen. Häufig kommt dabei das Schwyzerörgeli zum Einsatz.

Vornehmlich Ländler in Bergmeilen

Alle drei von der Mittwochgesellschaft engagierten Formationen entsprachen auf den ersten Blick diesem traditionellen Verständnis einer Stubete. Und das Helvetikuss-Quartett spielte im Alpenblick in Toggwil auch vornehmlich Ländler. Die vier Innerschweizer unter der Leitung von Matthias Landtwig sind zusammen mit ihren Kollegen in jüngster Zeit durch ihre Auftritte im Zirkus Helvetikuss Lapsus einem breiteren Publikum vertraut geworden. Lüpfig und schwungvoll starteten sie in ihr Programm und erfüllten die klassischen Erwartungen an eine richtige Stubete. Gelegentlich aber fügten sie wohltuend «schräge» Passagen ein, die aufmerken liessen und die Musik bereicherten.

Kraft und Rhythmus in Obermeilen

In der Alten Sonne in Obermeilen sass das Julian von Flüe Trio den zahlreichen Gästen gegenüber und machte Musik, die begeisterte, aber in kein Schema passen wollte. Mit Handorgel, E-Bass und akustischer Gitarre intonierten sie Musik, die von volkstümlich über Jazz, Country und Balkanmusik durch viele verschiedene Stile und Länder reiste. Die Gäste konnten zeitweise kaum stillsitzen, weil so viel Kraft und Rhythmus in den Klängen steckte. Berührt hat aber auch das eher ruhigere Stück «Linas kleine Wunderwelt», das Florian von Flüe für seine gerade mal zwei Monate alte Tochter komponiert hatten.

Überraschend und lustig in Feldmeilen

Im «La Rustica» in Feldmeilen wiederum wurde viel gelacht. Das Trio Anderscht tat seinem Namen alle Ehre und liess vor dem Publikum seine beiden Hackbretter und den Kontrabass anders erklingen, als man das gemeinhin von diesen Instrumenten erwarten mag. Die musikalischen Potpourris waren mit überraschenden Wendungen versehen, die das Publikum immer wieder gespannt hinhören liessen, wohin denn nun die nächste Wendung führen mochte. Und es löste jedes Mal Heiterkeit aus, wenn schliesslich die neue Melodie wiedererkannt wurde. So nahmen die Musiker die Anwesenden zum Beispiel auf eine Reise mit, die sie «kriminell» nannten. In ein- und demselben Stück gaben sie die Leitmotive von James Bond, «Tatort» und aus dem Kriminal-Tango wieder.

Was die Karte hergibt

Die drei Restaurants gingen an die im Zusammenhang mit der Stubete gestellten Herausforderungen unterschiedlich heran. Während der Alpenblick in Toggwil alles anbot, was auf der reichhaltigen Karte zu finden war, gab es in der Alten Sonne eine eigene Karte mit drei Haupt-, zwei Vor- und zwei Nachspeisen. Das «La Rustica» wiederum entschied sich für ein Einheitsmenu.

Die Stubete hat viel gute Musik in die Wachten gebracht und ein grosses Publikum angesprochen. Eine Idee, die gerne wieder einmal aufgenommen werden kann.

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