Amtliches, obligatorisches Publikationsorgan der Gemeinde Meilen
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Mit Tempo, Witz und Ironie

Am vergangenen Samstag lud die Mittwochgesellschaft Meilen zum Theaterabend. Geboten wurde der Klassiker «Die drei Musketiere» nach Alexandre Dumas in einer Inszenierung des Theater Poetenpack.

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Die Schauspieler des Poetenpack schlüpften in verschiedenste Rollen. Foto: MAZ

Schon der Begriff Musketier lädt zum Wortspiel ein. So freut sich in der Inszenierung des Poetenpacks der Vater von D’Artangan, dass sein Sohn Muskatnuss werden wolle. Der ist damit zwar einverstanden, doch sein eigentlicher Traum gilt dem Beamtenberuf als Innenrevisor. Daher singt er auch immer wieder zum Titelthema von Love Story «Innenrevision und mit 35 Vollpension». Und als schliesslich Kardinal Richelieu seine Grausamkeit unter Beweis stellen muss, besteht diese nicht in einer Enthauptung und auch nicht in qualvoller Folter. Nein, das Maximum an Strafe sieht er in einem Wellness Wochenende in der Schweiz mit Alice Weidel. Mit solchen und ähnlichen humorvollen, musikalischen und verbalen Einwürfen verankerte das Poetenpack den Mantel- und Degen-Klassiker in der Gegenwart.

Zurückversetzte Stuhlreihen

Die Degen waren denn auch im Parktheater insofern ein Problem, als die obligaten Fechtszenen nicht auf der erhöhten Bühne stattfinden konnten, denn dort verfingen sie sich immer wieder in den Bühnentraversen. Also mussten die langen Waffen vor der Bühne geschwungen werden, was die Veranstalter zwang, aus Sicherheitsgründen die Stuhlreihen zurückzuversetzen.

So aber konnte das Schauspiel ungehindert stattfinden, ohne dass es unter den Zuschauern zu Verletzten kam. Die Musketen dagegen, nach denen die Musketiere benannt sind, spielten im ganzen Stück keine Rolle, was der Sicherheit der Zuschauer nur zugute kam.

Rasantes und lautes Spiel

Wie es sich gehört, lernten die Zuschauer gleich zu Beginn D’Artagnan, den Helden der Geschichte, kennen. Kurz darauf erschienen auch die drei Musketiere Portos, Athos, Aramis. «Wir sind die Musketiere, nicht fünf, nicht sechs, nicht viere». So stellten sie sich vor und natürlich durfte auch ihr Wahlspruch nicht fehlen: «Einer für alle, alle für einen.» Rasant und laut nahm das Spiel seinen Lauf. Quasi mit dickem Pinselstrich wurde die bekannte Geschichte neu und lebendig erzählt. Der König, ein ausgewiesener Kindskopf, musste beschützt werden. Zum Glück hatte er eine besonnene Frau zur Seite, die allerdings eine Affäre mit dem Erzfeind, einem Engländer, hatte. Dem hatte sie ein wertvolles Collier geschenkt, das nun als Beweis dienen konnte für ihren Hochverrat. Also schwamm D’Artagnan heroisch durch den Ärmelkanal, ergatterte den Schmuck, schwamm zurück und ermöglichte so der Königin, sich rechtzeitig aus der Schlinge zu ziehen. Derweil trieb auch Lady de Winter ihr verführerisches Unwesen und starb ganz gemäss der Vorgabe von Dumas’ Roman.

Meet and Greet beim Apéro

So endete die muntere Komödie und nach dem warmen Schlussapplaus verliess das Publikum die Szenerie durch eben jene Parkanlage, die es rund drei Stunden zuvor für einen ausgezeichneten Apéro betreten hatte. Dieses meileninterne Meet and Greet ist ein wesentlicher Bestandteil des Abends im Parktheater. Hier werden gute Gespräche bei leckeren Häppchen möglich. Schön, dass die Familie Wunderly jedes Jahr das Parktheater für den Anlass öffnet. Und ebenso grossartig ist, dass die Mittwochgesellschaft jedes Jahr die Mühen nicht scheut, eine passende Truppe für diesen Ort und Anlass zu engagieren.

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