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Amtliches, obligatorisches Publikationsorgan der Gemeinde Meilen
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Amtliches, obligatorisches Publikationsorgan der Gemeinde Meilen
Dieser Sommer hat alles getoppt: So heiss und so trocken war es noch nie. Die Badmeister und der Pächter in der Badi Dorfmeilen blicken aber trotz viel Arbeit zufrieden auf die Saison zurück.

Zwei Tage Regen haben gereicht. Der Rasen im Strandbad Dorfmeilen ist wieder grün und saftig, nachdem er sich während des Rekordsommers 2026 in eine braungelbe, harte Fläche verwandelt hatte. Länger wird es dauern, bis der Pegelstand des Zürichsees sich normalisiert hat. «Der Sprungturm in der Badi Feldmeilen bleibt jedenfalls vorläufig gesperrt», sagt Martin Denkert, Betriebsleiter aller Bäder in Meilen. In Dorfmeilen ist es die Rutschbahn, die noch nicht benutzt werden darf; einen Sprungturm gibt es nicht.
Drei Monate Vollgas
Es war ein aussergewöhnlicher Sommer, da sind sich alle einig. «Drei Monate Vollgas», fasst Martin Denkert kurz und bündig zusammen. Weil es nicht einzeln erfasst wird, wenn ein Gast das Strandbad betritt und weil viele Meilemer eine Saisonkarte für unbeschränkten Zutritt besitzen, kann er die Anzahl Besucher an Spitzentagen nicht genau beziffern. Aber Schätzungen gibt es: «Insgesamt über 2000 Personen pro Tag und rund 800 jeweils gegen Abend, wenn es am vollsten ist» seien es schon gewesen, sagt Martin Perselli, Badmeister und stellvertretender Betriebsleiter aller Bäder.
Bienenstiche und Muschel-
schnitte
Marcel Bussmann, Pächter der Badi-Beiz, kann genauere Zahlen liefern – sehr genaue sogar. An den 90 Tagen, an denen das Restaurant bis zum Datum 24. August geöffnet hatte, wurden total 7921 Softgetränke, 2804 Portionen Pommes, 1823 Burger, 1460 Kinder-Hot-Dogs sowie sagenhafte 12’788 Glaces verkauft (in der letzten Saison waren es bloss 8734 Glaces). Gerade die Glaces entwickelten sich zum absoluten Renner. Irgendwann bekam der Glacelieferant Delica (der Meilemer Hersteller von «i gelati») sogar Lieferschwierigkeiten: «Exotic und Schoggicornet sind ausverkauft», staunt Marcel Bussmann.
Badmeister Martin Perselli, seit sieben Jahren im Amt, staunt ebenfalls fast ein wenig, wenn er berichten kann, wie friedlich der Sommer verlaufen ist. Manche Gäste hätten sich sogar mit Pralinen oder einer Flasche Wein bei den Badmeistern und den Aushilfen bedankt, die jeweils sechs Tage in Serie von 9.00 bis 20.00 Uhr im Einsatz sind, bevor dann eine dreitägige Pause folgt. Nicht ein einziges Mal habe man wegen Zwischenfällen die Polizei rufen müssen, «was wir früher schon ab und zu tun mussten». Auch Unfälle oder Verletzungen blieben aus, nur Bienenstiche und Muschelschnitte gab es zu verarzten.
Wenn die Garderobe geschlossen ist…
Ein Problem ist indes der zunehmende Vandalismus. Wenn der Strandbadbetrieb um 20 Uhr geschlossen wird, das Bad aber weiterhin genutzt werden kann, kommen Jugendliche und machen Party. «Sie demolieren im Restaurant das Mobiliar oder zünden den Inhalt von Abfallkübeln an», berichtet Marcel Bussmann. Die Gemeinde war gezwungen, an den Wochenenden Securitas-Patrouillen zu engagieren.
Mit einem Schmunzeln erinnert sich Bussmann hingegen an den Anruf, den er mitten in der Nacht erhielt: «Gäste des Restaurants waren nach 20 Uhr noch ein wenig sitzen geblieben und mussten gegen Mitternacht feststellen, dass die Garderoben abgeschlossen waren. Um nicht in den Badehosen im Zug sitzen zu müssen, baten sie mich, mit dem Schlüssel vorbeizukommen…». Was er denn auch tat.
Nun wünschen sich alle Verantwortlichen der Meilemer Strandbäder, dass die Saison friedlich ausklingt – und dass jetzt nicht sofort der grosse Regen und die Kälte kommen.