Amtliches, obligatorisches Publikationsorgan der Gemeinde Meilen
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Standing Ovation in der Tonhalle

200 Mitglieder und Zuzüger des SOM und der Swiss Gospel Singers versammelten sich letzten Samstag auf der Bühne des grossen Tonhalle-Saals. «Highlights from the World of Film and Musical» beglückte  das Publikum mit Musik, die von Liebe, Kampf, Verrat und Tod erzählt.

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Die Swiss Gospel Singers und das SOM auf der Tonhallen-Bühne. Foto: Ursula Hersperger

Markante Fanfaren eröffneten den Abend. Es handelte sich um den Auftakt zum Soundtrack des Films «The Adventures of Robin Hood» von 1938. Der österreichische Komponist E.W. Korngold (1897–1957) setzte mit der üppigen Instrumentierung neue Massstäbe in der Filmmusik. Das Sinfonie Orchester Meilen (SOM) veranschaulichte die Inhalte der drei Sätze kongenial: rhythmisch markant und präzis den Auftritt Robin Hoods und seiner Gesellen, mit satten Streicherklängen die obligate heimliche Liebe und mit Verve den dramatischen Kampf zwischen den sächsischen Rebellen und den korrupten Normannen.

Kampf der Welten

Auch im 2009 entstandenen Science-Fiction-Epos «Avatar» kämpfen die Guten gegen die Bösen. Das auf dem Mond Pandora lebende Volk der Na’vi wehrt sich anno 2154 gegen die Vertreibung durch einen mächtigen Konzern der Erdbewohner. Der Komponist James Horner (1953–2015) versuchte, einer «indigenen» Musikkultur möglichst nahezukommen. Schlichte Flötenmelodien und eingängige spirituelle Chorgesänge in der eigens geschaffenen Na’vi-Sprache vermittelten dem Publikum Bilder dieser exotischen Welt. Die entscheidende Schlacht zwischen den edlen Wilden und den skrupellosen Materialisten verlangte von Chor und Orchester vollen Einsatz. Zusammen mit üppigem Schlagwerk und Fortissimo in allen Instrumenten steigerten sich die Musiker bis zum finalen Triumph in einen wahren Klangrausch hinein.

Mit der sinfonischen Dichtung «Pini di Roma» setzte Ottorini Respighi (1879–1936) einem der Wahrzeichen Roms 1924 ein musikalisches Denkmal. Als stumme Betrachter verbinden die mächtigen Bäume die vier Sätze der Komposition mit ihren verschiedenen Schauplätzen.

Im ersten Satz ist viel Geschrei zu hören, ein flirrender Klangteppich – eine knifflige Aufgabe für das Zusammenspiel, die das Orchesters bravourös löste. In der Vollmondnacht auf dem Janiculum erklangen betörend schöne Klarinettensoli und eine vom Band eingespielte Nachtigall. Der vierte Satz vermittelte dem Publikum eine filmische Vision. Auf der ganzen Breite der Bühne verteilte Blechbläser schufen zusammen mit dem rasanten Crescendo aller Instrumente die Illusion eines sich nähernden römischen Heeres.

Evergreens aus Oper und Musical

Der zweite Teil war Highlights aus amerikanischen Opern und Musicals von George Gershwin (1898–1937) und Leonards Bernstein (1918–1990) gewidmet.

Der Bariton Ivan Oreščanin interpretierte unter anderem «A Woman is a Some-Time-Thing» aus der Oper «Porgy and Bess» und «Lucky to be me» aus dem Musical «On the Town» von Gershwin. Mit seinem jazzigen Timbre und den subtil charakterisierenden Gesten verkörperte er die Protagonisten perfekt. Stimmgewaltig bot die Sopranistin Nataliia Shumska das Wiegenlied «Summertime» aus «Porgy and Bess» dar. Ebenso lautstark betete der Tenor Raimonds Bramanis seine geliebte Maria an. Zusammen sangen sie die berühmten Duette aus der «West Side Story» – Evergreens, die beim Publikum Begeisterung auslösten. Die Schreibende aber vermisste die Zärtlichkeit beim Vortrag des Wiegenlieds und die Innigkeit im Gesang der jungen Liebenden Toni und Maria.

Souveräne Moderatorin

Die Swiss Gospel Singers unter der Leitung von Christer Løvold wurden ihrem guten Ruf gerecht. Ihnen gehörte das letzte Stück des Abends, das feierlich vorgetragene «Universal Good» aus der Operette «Candide» von Leonard Bernstein.

Mit einer Standing Ovation feierte das Publikum die Mitwirkenden dieses glanzvollen Konzerts unter der Gesamtleitung von Konradin Herzog. Als Zugabe erfolgte nochmals das bombastische Finale von «Avatar».

Hilfreich war die souveräne Moderation von Jeannine Staub. Sie führte durch den Abend, stellte die Komponisten im Kontext ihrer Zeit vor und erläuterte Entstehung, Hintergrund und Besonderheiten der Werke.

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