- Kultur / Politik
- Karin Aeschlimann
Amtliches, obligatorisches Publikationsorgan der Gemeinde Meilen
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Amtliches, obligatorisches Publikationsorgan der Gemeinde Meilen
Eine erlebnisreiches Konfirmandenlager in der Toskana liegt hinter den Konfirmandinnen und Konfirmanden der reformierten Kirchgemeinde Meilen.

Inspiriert von den Worten des Apostels Paulus «Ein Leib, viele Glieder» (1. Korinther 12) stand das Lager in diesem Jahr ganz im Zeichen der Gemeinschaft. Die Jugendlichen setzten sich damit auseinander, was es bedeutet, Teil der Gemeinschaft zu sein, d.h. sich mit den Stärken und Unterschieden und der jeweiligen Rolle in der Gruppe auseinanderzusetzen.
In der Toskana war die Gruppe eine Woche lang in den Städten Arezzo, San Gimignano, Pisa und Florenz unterwegs. Hier schlenderten die Jugendlichen durch beeindruckende Gassen und tauchten dabei – quasi im Vorbeigehen – in die Geschichte und Kultur der Renaissance ein.
Einen Unterschied machen
Die Renaissance war eine Zeit des Aufbruchs im Europa des 14. bis 16. Jahrhunderts. Menschen entdeckten die Epoche der Antike neu. Kunst, Wissenschaft und Bildung gewannen während dieser Epoche zunehmend an Bedeutung. Dabei spielte der Humanismus eine zentrale Rolle. Er stellte den Menschen und seine Fähigkeiten stärker in den Mittelpunkt. Ein Thema, das die Konfirmandinnen und Konfirmanden durch die Lagerwoche begleitete. Denn Gemeinschaft lebt davon, dass Menschen sich einbringen, Verantwortung übernehmen und miteinander nach Wahrheit, Frieden und einem guten Zusammenleben suchen. Aus diesem Kontext ergab sich dann auch das Thema für die Konfirmation: «Einen Unterschied machen.» Damit setzen die Konfirmandinnen und Konfirmanden bewusst den Schwerpunkt auf Verantwortung und darauf, sich für das Gute und das Gemeinwohl einzusetzen.
Bei den Waldensern
Einen besonderen Einblick bot die Begegnung mit der Geschichte der Waldenserkirche. Die Waldenserbewegung entstand bereits im Mittelalter, lange vor der Reformation, und vertrat in Ansätzen Gedanken, die später auch für die Reformation wichtig wurden. Etwa die Orientierung an Jesus Christus und an der Bibel als Grundlage des christlichen Lebens. Darum konnte sich die Waldenserkirche im 16. Jahrhundert der Reformation anschliessen. Dass die Gruppe in zwei waldensischen Unterkünften wohnen durfte, machte diese Geschichte lebendig und greifbar.
Ruhe und Reflexion
Neben den Stadtbesichtigungen blieb viel Raum für Gemeinschaft im Alltag: beim gemeinsamen Essen, Spielen und Diskutieren sowie auf einer Wanderung durch die toskanische Landschaft. Kirchenbesuche boten Raum für Ruhe, Reflexion und Gespräche über Glauben und Leben. Gleichzeitig gehörten auch Zeiten des bewussten Innehaltens dazu – etwa bei täglichen Abendliturgien sowie bei einer Abendmahlsfeier und einer Taufe in der Gemeinschaft, welche die Gruppe besonders verbunden hat.
Das Fazit lautet: Gemeinschaft entsteht nicht von selbst – sie wächst dort, wo Menschen einander zuhören, sich einbringen und gemeinsam unterwegs sind.
Konfirmationen am 31. Mai und am 7. Juni jeweils 9.45 Uhr, reformierte Kirche Meilen.