Amtliches, obligatorisches Publikationsorgan der Gemeinde Meilen
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Amtliches, obligatorisches Publikationsorgan der Gemeinde Meilen
Am 10. Juni 1951 wurde das Gotteshaus der katholischen Kirche an der Bruechstrasse eingeweiht. Am kommenden 5. Juli feiert die Kirche St. Martin den 75. Geburtstag des Gebäudes mit einem Festgottesdienst und Attraktionen.
Die erste Kirche wurde in Meilen wohl im 7. Jahrhundert gebaut und vor dem Jahr 1000 an den See verlegt. 1493 dann wurde die Kirche neu erstellt – exakt am heutigen Ort. Im Jahr 1532 setzte der Zürcher Reformator Zwingli in Meilen Pfarrer Heinrich Buchteli ein, und damit wurde die Kirche am See endgültig von einer katholischen zu einer reformierten.
Die neue Kirche kostete unter 500’000 Franken
Katholiken gab es bis 1900 in der Gemeinde nur wenige, es waren meist Fremdarbeiter. Gottesdienste besuchten sie wohl oder übel in Männedorf, denn erst 1935 predigte in Meilen der erste katholische Pfarrer seit der Reformation, und zwar in einem Lokal im Werkhof. Das Ziel lautete deshalb, eine eigene Kirche bauen zu können, was sich als finanziell höchst herausfordernd herausstellte, war doch damals die Kirchensteuer noch freiwillig. Es waren für die Finanzierung viele Bittgänge und Sammelaktionen nötig. Immerhin konnten 1937 zwei Grundstücke an der heutigen Bruechstrasse gekauft werden, und 1948 wurden eine Baukommission und die St.-Martin-Stiftung gegründet, um den Bau zu planen und durchzuführen.
Der junge Architekt Otto Glaus schaffte es, für weniger als 500’000 Franken eine Kirche für 300 Personen auf einem Rebhügel an der Grenze zu einem Industriequartier zu bauen. Sie wurde als moderne Saalkirche konzipiert, wie es damals üblich war. Als Schmuck gab es zunächst nur ein riesiges Holzkreuz: Manche Gläubige fanden deshalb den Raum etwas sehr nüchtern.
Kirche und Turm von Otto Glaus
Die Zuwanderung nach dem Zweiten Weltkrieg führten zu einem starken Anstieg an Katholiken in Meilen, doch bis in die 1960er-Jahre waren immer noch sämtliche Lehrer und Gemeinderäte in Meilen reformiert. Immerhin konnte ab 1963 die Kirchensteuer offiziell durch die Gemeinde erhoben werden, und 1969 kam der ebenfalls von Otto Glaus entworfene brutalistische Kirchenturm zum Gotteshaus.
Mitte der 1970er-Jahre entstanden neue liturgische Leitlinien, die einen Umbau der Kirche erforderten: so wurde u.a. die Kanzel abgebrochen und ein neuer «Volksaltar» wurde in die Mitte des Chorbogens gestellt. Die Wand schmückte neu ein Wandteppich des Meilemer Grafikers Johannes Rüd.
Heutige Innenraumgestaltung seit 1995
Etwas später wurde das Martinszentrum erstellt und rund 30 Jahre danach erweitert. 1993 wurde eine neue Werktagskapelle am Chor angebaut (Architekt Rudolf Mathys).
Der heutige Innenraum im stimmungsvollen roten und blauen Licht der Buntglasfenster wurde 1995 eingeweiht. In den Gittern der Fenster sind zwölf Kreuze zu sehen, die mit den zwölf Wandleuchtern auf den Apostel verweisen (Carlos Matter).
Festgottesdienst, Jugendchor und Verpflegung
Am Pfarreifest vom 5. Juli 2026 sind alle eingeladen, am Gottesdienst mit anschliessender Verpflegung, offeriert von der Kirchenpflege, teilzunehmen. Der Festgottesdienst beginnt um 10.30 Uhr. Es wird der Jugendchor «Singsation» auftreten mit Popmusik für alle Altersschichten. Im Anschluss daran gibt es Grilladen, Salat und Brot von der Missione Cattolica Italiana und ein Dessertbuffet von Freiwilligen, dazu eine interaktive Zaubershow mit Mario Lessa und Kinderschminken mit Andrea K.
Pfarreifest 75 Jahre katholische Kirche Meilen, Gottesdienst am Sonntag, 5. Juli, 10.30 Uhr. Mit «Singsation», anschliessend Verpflegung und Attraktionen.