Amtliches, obligatorisches Publikationsorgan der Gemeinde Meilen
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Verwirrende Grenze zu Uetikon

Meilens Ost- oder Uetikergrenze ist von all seinen Grenzen am kompliziertesten zusammengesetzt. Und dies sowohl aus natürlich als auch aus wenig natürlich verlaufenden Abschnitten.

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Der Verlauf, kurz zusammengefasst: In einem längeren Abschnitt folgt die Grenze heute zuerst seewärts des Dreiländersteins meist Waldwegen (dem Hohbrunnenweg, dem Langenbuchweg) und kurz der Schumbelstrasse bis kurz nach deren scharfer Kurve. Nun folgt die Grenze für bloss rund 250 Meter dem Grindelbach, aber nur bis zum Glarnerweg, worauf sie dann für einen sehr kurzen dritten Abschnitt quer durchs Gelände zum Inneren Dollikerbach führt.

Dieser bildet nun über eine sehr lange Strecke die Grenze zu Uetikon bis fast zur Dollikerstrasse hinunter. Wie dann aber der Dollikerbach sich nach Westen wendet, trennt sich die Grenze – zum Glück für Meilen! – von ihm und verläuft grundsätzlich Nord-Süd durchs Gelände verlaufend in einem letzten langen Abschnitt seewärts.

Verschiebungen im Norden…

Auch diese (Ost-)Grenze hat, wie jene oben auf dem Pfannenstiel, im Verlauf des 20. Jahrhunderts zwar kleine, aber doch bemerkenswerte Änderungen erfahren. Im nördlichsten Teil verlief sie noch 1912 kaum nachvollziehbar willkürlich quer durch Wald und Feld, bis sie spätestens bei der Waldzusammenlegung sinnvollerweise grösstenteils an den Verlauf von Strassen und Wegen angepasst wurde.

…und in der Mitte

Angrenzend an die Dollikerstrasse ist 1919/20 eine Änderung erfolgt, die bis heute seltsam wirkt und in den Akten nicht begründet wird. Zu erwähnen ist dabei, dass im Gebiet südlich der Weid damals noch kein einziges Haus stand, dieses aber heute ein eigenes Quartier darstellt. Das Besondere: Ein einziges Haus dieses Quartiers steht auf Uetiker Boden, die anderen befinden sich auf Meilemer Grund. Dies wegen zwei Knicks der Grenze, die vorher südlich des oben erwähnten Knicks des Dollikerbachs in dessen vorheriger Richtung geradewegs nach Süden weiterführte.

Ein ebenfalls entzweigeschnittenes Quartier

Im Prinzip dasselbe Phänomen eines Quartiers, das auf zwei Gemeinden aufgeteilt ist, zeigt sich weiter südlich: Bei der Grenzziehung noch völlig unüberbaut, hat sich am Mühlerain ab den 1930er-Jahren ein kompaktes Quartier, verteilt auf zwei Gemeinden, entwickelt: Auf Uetiker Seite bestand es aus einer Handvoll Gebäuden, auf Meilemer Gebiet ursprünglich nur aus deren zwei.

Seeseits der Bahnlinie schliesslich findet das Gleisfeld der ehemaligen Chemischen Fabrik Uetikon – man kann sagen: absolut folgerichtig – sein Ende erst auf Meilemer Gebiet.

Ausblick

Zum Schluss folgt das nächste Mal ein definitiv skurriler Fall zu einem besonderen Abschnitt der Uetiker Grenze.

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