Amtliches, obligatorisches Publikationsorgan der Gemeinde Meilen
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Ungebrochener Zusammenhalt

Es scheint noch gar nicht allzu lange her zu sein, seit die Stiftung Stöckenweid ihr 25-jähriges Bestehen mit einem grossen Fest inklusive Tag der offenen Tür feierte. Nun sind bereits 30 Jahre vergangen, seit eine kleine Elterngruppe die Institution gegründet hat.

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Die Stiftung Stöckenweid hat sich seit 1993 von einer Einrichtung mit sechs Bewohnern zu einer modernen Institution mit Lebens-, Arbeits- und Ausbildungsmöglichkeiten für über 90 Menschen mit Begleitbedarf entwickelt. Am Wochenende wehten nun wieder einmal die farbigen Wimpel über dem Festplatz.

Fast alles ist «hausgemacht»

Das Feiern der Jahresfeste gehört in der Stöckenweid seit jeher dazu. So lag es auf der Hand, den runden Geburtstag zusammen mit einem Jahresfest zu ehren – und zwar am 24. Juni, dem Johannistag. Eingeladen war das gesamte Personal mit Angehörigen.

Ein eigenes kleines Street Food Festival sorgte für kulinarische Vielfalt, das bunte Dessert-Buffet wurde von Angehörigen beigetragen. Auch die Bewohnerinnen und Bewohner der Wohngruppen hatten fleissig den Schwingbesen für feine Desserts und Kuchen geschwungen. Verschiedene Spiele, ein Fotoplace und eine Schmink-Ecke sorgten für zusätzliche Unterhaltung. Fast alles war «hausgemacht» – sogar einer der Live-Musiker war Teil der Stöckenweid. Eine besondere Atmosphäre verbreiteten die beiden Alphörner mit ihren sanften, schwebenden Klängen, die Ländlermusik und der Jodelgesang. Italienische Hits am Pizzastand, französische Chansons bei den Crêpes und moderne Beats in der Bar sorgten für Stimmung, und im Sitzungsraum konnten die Besucher bei Diashow und Gitarrenklängen in 30 Jahre Stöckenweid-Geschichte eintauchen.

Neue Geschäftsführerin seit dem 1. Juni

Nach den Turbulenzen des vergangenen Jahres, ausgelöst durch den Generationenwechsel der Geschäftsführung, setzte das friedliche und fröhliche Fest ein markantes Zeichen: Der Zusammenhalt und das Engagement in der Stöckenweid sind ungebrochen!

Das Fest läutete auch den Start einer neuen Ära ein, denn die monatelange Suche nach einer geeigneten Geschäftsführung hat ein gutes Ende gefunden. Ursula Bonhage startete am 1. Juni als Geschäftsführerin und löste Jürg Roffler ab, der die Geschäfte von Januar bis Ende Mai ad interim verantwortet hatte. «Die ersten Eindrücke an einem neuen Ort sind jeweils etwas ganz Besonderes», sagt Ursula Bonhage. Sie sei sehr beeindruckt vom grossen Engagement, der hohen Professionalität und dem Herzblut, mit welchem in der Stöckenweid gearbeitet wird: «Ich bin guter Dinge, dass die aktuellen Herausforderungen gemeinsam gemeistert werden.» Sie fühle sich bereits nach wenigen Wochen sehr wohl in der Stöckenweid.

Mit einem sympathischen Interview, das eine Bewohnerin mit ihr führte, stellte sich «Ulla», wie sie von allen genannt wird, vor.

Mit Zuversicht in die Zukunft

Unter den Gästen waren auch jene Eltern, die vor über 30 Jahren die Liegenschaft an der Bünishoferstrasse erwarben mit dem Ziel, für ihre Kinder eine Anschlusslösung nach der Schulzeit zu schaffen: Es gab im Kanton Zürich zu wenig Plätze für Menschen mit Unterstützungsbedarf. Ein Jahr nach dem Erwerb erfolgte der Spatenstich für die Um- und Ausbauarbeiten. Im August 1993 zogen bereits die ersten sechs Bewohnerinnen und Bewohner ein. Ein Jahr nach der Eröffnung war das Haus mit 23 Wohn- und 30 Arbeitsplätzen ausgelastet.

Heute wohnen und arbeiten rund 90 Menschen mit Unterstützungsbedarf in der Stöckenweid. Die Stöckenweid betreibt neben den Ateliers eine Schreinerei, eine biologisch-dynamische Gärtnerei, einen Blumenladen, den Bioladen in Meilen und die BrockiBeiz in Obermeilen. Kuno Müller-Mathys begleitet die Stöckenweid seit ihren Anfängen und ist seit 30 Jahren ihr Präsident. Er blickt mit Stolz auf die Entwicklung der vergangenen 30 Jahre. Auch die turbulente Zeit der letzten ein, zwei Jahre erwähnte er in seiner Ansprache. «Wir blicken nach einem bewegten Generationenwechsel wieder mit viel Zuversicht in die Zukunft und freuen uns auf die kommenden Herausforderungen.»

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