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Spektakuläre Titelkämpfe in Meilen

Wenn man nur die Resultate anschaut, scheint die Geschichte der Radquerschweizermeisterschaften in Meilen schnell erzählt: Die Favoritinnen und Favoriten setzen sich in ihren jeweiligen Kategorien durch, und das oft mit grossen Zeitabständen. «Langweilig», könnte man denken. Doch es war ganz anders.

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Die 27-jährige Nidwaldnerin Alessandra Keller wurde ihrer Rolle als absolute Topfavoritin mehr als nur gerecht. Von der ersten Runde an bestimmte die zweifache Gesamtweltcupsiegerin im Mountainbike das Rennen nach Belieben und gewann souverän mit über zweieinhalb Minuten Vorsprung ihren dritten Titel in Serie: «Ich bin happy, dass alles nach Plan lief. Ich konnte das Rennen dominieren und bei diesen schmierigen Bedingungen mit dosiertem Risiko agieren. Ein perfekter Tag», so die Mountainbikespezialistin, welche mit der SM ihren Radquerblock abschloss.

Hinter Keller holte sich die im ersten U23-Jahr fahrende Jana Glaus Silber (und damit auch den U23-Titel). Die letztjährige Zweite, Rebekka Estermann, gewann mit einem Defekt, der sie die Silbermedaille kostete, Bronze.

Duell zwischen Rüegg und Kuhn

Das mit Spannung erwartete Duell zwischen Titelverteidiger Timon Rüegg und der aktuellen Weltnummer 9, Kevin Kuhn, wurde letztendlich eine klare Sache für den im Prättigau (GR) wohnenden Zürcher Unterländer Timon Rüegg. Bereits in der ersten Abfahrt verschaffte sich der Meister aus den Jahren 2019 und 2023 einen kleinen Vorsprung und baute diesen stetig, Sekunde um Sekunde, aus. Bei Rennhälfte lagen zwischen Rüegg und Kuhn 19 Sekunden – Andri Frischknecht wiederum rund zehn Sekunden hinter Kuhn. Rüegg schien sowohl bergauf wie auch bergab der Konkurrenz überlegen.

Nach Rennhälfte konnte Kevin Kuhn nicht mehr dagegenhalten, und Rüeggs Vorsprung wuchs rasant auf knapp eine Minute an: «Ich wusste, dass ich in guter Form bin und grosse Chancen auf den Titel habe. Es war sehr anspruchsvoll, alle haben heute Fehler gemacht. Aber ich probierte immer, mein Bestmögliches zu machen und fand schnell wieder den Flow», so der 27-Jährige zufrieden. Nach seinem dritten Titel in der Elitekategorie fokussiert Rüegg nun noch auf den Weltcup in Hoogerheide und die darauffolgende WM in Tabor (Cze). Kevin Kuhn holte mit 1:03 Rückstand verdient die Silbermedaille. Bronze ging an MTB-Spezialist Andri Frischknecht.

Unberechenbarer Untergrund

Der Untergrund sorgte für anspruchsvollste Bedingungen. Am Morgen waren die Wiesen noch gefroren, und die Abfahrt und die Kurven wurden teilweise zu Eisbahnen. Am Mittag entstand mit dem Tauwasser ein klebriger Schlamm, der die Bikes teilweise so stark verschmutzte, dass mehrmals pro Rennen auf ein bereitstehendes frisches Rad gewechselt werden musste. Am Nachmittag verschwand die Sonne hinter den Wolken, und die wiederum kühleren Temperaturen liessen den Schlamm etwas härter werden, was die Rennbedingungen der Herren Elite ein wenig einfacher machte als diejenigen des Frauenrennens direkt davor.

Wettkampf und Spass am Kidscross

Das Kidscross bot in der Mittagpause für Kinder mit den Jahrgängen 2009 bis 2021 die Chance, Radquerluft zu schnuppern. Auf einem kurzen Rundkurs auf einem Teilstück der Originalstrecke waren je nach Kategorie eine bis drei Runden zu absolvieren. Mit den unterschiedlichsten Velos, von Mountainbikes bis Laufvelos, waren die Kleinsten unterwegs. Was alle vereinte, war der Spass an diesem aussergewöhnlichen Erlebnis. Auch die gemeinsame Podiumszeremonie mit Sachpreis, Leadertrikots und Pokalen sorgte für strahlende Gesichter. Ein Tag, den man gerne in Erinnerung behält.

Die gekürten Schweizermeisterinnen und Schweizermeister

Elite Männer: Timon Rüegg

Elite Frauen: Alessandra Keller

U23 Frauen: Jana Glaus

U23 Herren: Dario Lillo

U19 Frauen: Chiara Mettier

U19 Männer: Nicolas Halter

U17 Frauen: Anja Grossmann

U17 Männer: Noah Schnyder

Masters I: Sven Fürst

Masters II: Maxime Beney

Masters III: Rolf Brünisholz

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