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Ratgeber: Eine glasklare Sache

Für die wichtige Rolle, die Glas in unserer Gesellschaft spielt, haben die Vereinten Nationen 2022 zum «Jahr des Glases» erkoren. Glas hat jedoch auch Schattenseiten.

Jährlich sterben in der Schweiz Millionen Vögel an Kollisionen mit Glas. Eine neue Broschüre der Schweizerischen Vogelwarte zeigt auf, mit welch einfachen Massnahmen sich dies leicht verhindern liesse.

Nicht als Gefahrenquelle erkannt

Der Tod an Scheiben ist heute eines der grössten Vogelschutzprobleme überhaupt. Glas stellt eine doppelte Gefahrenquelle dar: Transparente Scheiben werden von Vögeln nicht als Hindernis erkannt, und stark spiegelnde Scheiben reflektieren Bäume, Büsche oder den Himmel und täuschen so einen Lebensraum vor.

Dass Glas für Vögel ein grosses Problem sein kann, ist selbst in der Architektur- und Baubranche noch nicht überall gleichermassen bekannt. Eine neue Broschüre, die unter der Federführung der Schweizerischen Vogelwarte mit Partnern aus Deutschland und Österreich entstanden ist, schafft hier Abhilfe. Zahlreiche Beispiele zeigen einerseits für Vögel gefährliche Scheiben und anderseits Lösungen, wie Glas vogelfreundlich eingesetzt werden kann.

Greifvogelsilhouette wirkt kaum

Nicht jede Scheibe ist gleich problematisch: Besonders gefährlich sind etwa stark spiegelnde Scheiben, transparente Balkon- und Eckverglasungen, gläserne Lärmschutzwände oder Wintergärten. Die Kollisionsgefahr lässt sich dadurch bannen, dass Glas mittels geprüfter Vogelschutzmarkierungen sichtbar gemacht wird. Markierungen im UV-Bereich und die bekannten Greifvogelsilhouetten schrecken Vögel jedoch nicht ab und wirken kaum.

Tipps und Lösungen

Nur eine flächig wirkende, sich möglichst von der Umgebung abhebende Markierung bringt den nötigen Schutz. Dabei haben sich Lösungen mit Streifen und Punktraster in Tests als besonders wirkungsvoll erwiesen. Die neue Broschüre zeigt auch auf, wie beim Bau so weit wie möglich auf Glas verzichtet werden kann oder wie bereits bei der Planung für Vögel gefährliche Stellen entschärft werden können. So können Zeit und Folgekosten für Nachrüstungen eingespart werden und gleichzeitig viele Vögel vom Tod an Scheiben bewahrt werden – eine glasklare Sache!

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