Amtliches, obligatorisches Publikationsorgan der Gemeinde Meilen
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Amtliches, obligatorisches Publikationsorgan der Gemeinde Meilen

Nicht überall, wo Spitex draufsteht, ist Spitex drin

Wer an «Spitex» denkt, denkt normalerweise an die Organisation mit dem blau-grünen Logo, die seit vielen Jahrzenten Pflege und Hilfe zu Hause anbietet. Aber aufgepasst: Nicht überall, wo Spitex draufsteht, ist auch die Non-Profit-Spitex drin!

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Diese Erfahrung musste kürzlich eine Familie machen, deren Fall die Neue Zürcher Zeitung am 12. Februar 2024 publiziert hat. Titel: «Die Krankenkasse zahlt das dann schon» – private Spitex-Firmen nehmen gutgläubige Senioren aus.

Laut jenem Artikel hat eine private Firma aus Dübendorf, die nicht Mitglied im Spitex Verband Kanton Zürich ist, Betreuungsleistungen der Familie als Pflegeleistungen angepriesen, die grösstenteils von der Krankenkasse übernommen würden. Da die Leistungen in Tat und Wahrheit nicht krankenkassenpflichtig waren, bleibt die Familie nun auf viel Ärger und fünfstelligen Kosten sitzen und wird die Firma wohl vor Gericht wiedersehen. Noch dazu fehlte der Angestellten aus Polen laut dem NZZ-Beitrag womöglich die Ausbildung für krankenkassenpflichtige Leistungen, und die Firma im Wohnsitzkanton der zu pflegenden Person hatte gar keine Betriebsbewilligung als Spitex-Anbieterin.

Im Kanton Zürich werden sowohl Pflegeleistungen wie auch Leistungen im Bereich Betreuung und Hauswirtschaft mehrheitlich von den «klassischen», nicht-profitorientierten Spitex-Organisationen erbracht, die einen Leistungsauftrag mit einer oder mehreren Gemeinden haben und Mitglied im Spitex Verband Kanton Zürich sind.

Ein nicht unwesentlicher weiterer Teil der bezogenen Leistungen verteilt sich auf private, gewinnorientierte Organisationen, die in steigender Anzahl in den Markt für Pflege und Hilfe zu Hause eintreten und die teilweise den Namen «Spitex» verwenden, sowie auf Selbständigerwerbende, welche über eine kantonale Bewilligung zur Erbringung von Spitex-Dienstleistungen verfügen. Nicht alle privaten Organisationen mit der Bezeichnung Spitex sind schwarze Schafe. Doch gerade bei Versprechen, die zu gut scheinen, um wahr zu sein, ist erhöhte Vorsicht geboten. Gerade beim Anpreisen von Betreuung rund oder annähernd rund um die Uhr sollte man gut analysieren, ob solche Leistungen tatsächlich von Versicherungen und der öffentlichen Hand getragen werden und ob die Arbeitsbedingungen ausländischer Angestellter den hiesigen Standards entsprechen.

Diesbezüglich keine Sorgen machen muss man sich bei Spitex-Organisationen des Spitex Verbands Kanton Zürich. Diese erfüllen hohe Standards, sind in den meisten Fällen gemeinnützig und haben einen Leistungsauftrag der Gemeinde.

Der Spitex Verband Kanton Zürich hat eine Website mit weiteren Informationen sowie einer Spitex-Suche unter www.spitex-kanton-zuerich.ch eingerichtet: www.spitex-kanton-zuerich.ch/#finden-sie-uns

Leistungen der Mitglieder des Spitex Verbands Kanton Zürich:

• Als Mitglieder des Spitex Verbands Kanton Zürich sind sie an uns und an Spitex Schweiz sowie verschiedenen Administrativverträgen mit Krankenversicherern angeschlossen und erfüllen hohe Qualitätsstandards.

• Sie verfügen über eine Betriebsbewilligung für Spitex-Dienstleistungen der kantonalen Gesundheitsdirektion gemäss der nationalen und kantonalen Gesetze und Verordnungen.

• Non-Profit Spitex-Organisationen haben keinen Anreiz zu Gewinn- oder Leistungsstundenmaximierung, sondern orientieren sich am Pflegebedarf. Es handelt sich um erfahrene Organisationen mit gutem Ruf und langfristigem Denken.

• Die Pflege- und Betreuungsleistungen werden bedarfsgerecht und partnerschaftlich mit den Kundinnen und Kunden und deren Angehörigen, aber auch mit den anderen Finanzierern wie Versicherern und der öffentlichen Hand umgesetzt.

• Kundinnen und Kunden sowie deren Angehörigen werden transparent beraten im Sinne einer gemeinnützigen Spitex. Damit werden böse Überraschungen bei den Kosten vermieden.

• Gerade Spitex-Organisationen mit einem Leistungsauftrag müssen einen ausgewogenen Skill-Grade-Mix haben und verfügen statistisch über einen deutlich höheren Anteil an Pflegefachkräften mit tertiärer Ausbildung. Mit ihren Mitarbeitenden können sie das gesamte Leistungsspektrum abdecken: von Grundpflegeleistungen und Betreuung bis hin zu Behandlungspflege, psychosozialer Pflege auch bei komplexen Lebenssituationen, anspruchsvoller Wundpflege und palliativer Pflege.

• Kundinnen und Kunden bezahlen bei ärztlich verordneten Pflegeleistungen eine Patientenbeteiligung von derzeit 7.65 Franken pro Tag an die Spitex, die restlichen Kosten übernehmen Versicherer und die Wohngemeinde. Die Grundversicherung übernimmt Pflegekosten, wobei wie bei anderen kassenpflichtigen Kosten eine Franchise und Selbstbehalt bis zu einem jährlichen Maximalbetrag anfallen. Die Beiträge der Krankenversicherer an die Spitex-Pflege sind auf Bundesebene in der Krankenpflege-Leistungsverordnung geregelt und damit für alle gleich.

• Spitex-Organisationen mit Leistungsauftrag der Gemeinden sind die erste Adresse für betreuerische und hauswirtschaftliche Leistungen zu Hause. Verordnete Leistungen gemäss der kantonalen Verordnung für Pflegeversorgung können nur bei leistungsbeauftragten Spitex-Organisationen zu einem von der Wohngemeinde subventionierten Tarif bezogen werden. Die jeweiligen Preise findet man beispielsweise auf der Webseite der Spitex-Organisation für die jeweilige Gemeinde. Die Grundversicherung übernimmt keine betreuerischen und hauswirtschaftlichen Leistungen, jedoch kann sich die Zusatzversicherung bei Vorhandensein einer entsprechenden Versicherung daran beteiligen.

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