Amtliches, obligatorisches Publikationsorgan der Gemeinde Meilen
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Amtliches, obligatorisches Publikationsorgan der Gemeinde Meilen

Mit wachem und neugierigem Geist

In Langenthal, einem Marktflecken im bernischen Oberaargau mit Textil- und Maschinenindustrie und einer Porzellanfabrik, wuchs Christine Altmann mit drei Geschwistern auf.

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Die grossen Wälder ums Dorf mit Bächen und Weihern lockten zu naturkundlichen Streifzügen. Auch für viele Pfadiübungen war diese Umgebung ideal. In der Schule begeisterte eine anthroposophische Lehrerin Christine für Märchen. Mit den Grimm-Märchen lernte sie Schriftdeutsch. Ihr Lieblingsfach war aber Zeichnen. Sie durfte auch Geigenstunden nehmen und im Schülerorchester mitspielen.

Vom Krieg merkte man nicht sehr viel. Im Winter konnte man die mit Kohle betriebene Zentralheizung nicht in Betrieb nehmen und musste sich mit einem kleinen Holzofen in der Wohnstube begnügen. Im Garten wurde die grosse Wiese umgegraben, um die Anbauschlacht zu befolgen. Nachts hörte man ab und zu den unheimlichen  Bomberfliegerlärm.

Mit 15 zog Christine mit der Familie nach Münsingen. Von hier aus besuchte sie das Gymnasium in Bern. Anschluss ans neue Dort fand sie durch die Pfadfinderinnen. Hier wurde sie bald Truppführerin. Nach der Matura absolvierte sie die Lehramtsschule an der Uni Bern, sprachliche Richtung mit Zusatzfach Zeichnen und Geographie. Letzteres Institut führte interessante Exkursionen durch, auch ins Ausland, nach Sizilien und Griechenland. Durch Aufenthalte in Genf und Schottland konnte sie ihre Sprachkenntnisse vertiefen.

In Herzogenbuchsee war sie die erste weibliche Sekundarschullehrkraft. Im Turnunterricht stellte sie mehrere Mädchentanzgruppen zusammen, die dann am Einweihungsfest der Schule und weiteren Anlässen auftraten. Die Freude am Tanzen brachte sie mit ihrem Mann zusammen, erstmals bei einem Kurs für Rhythmik und Volkstanz in Zug.

Als Lehrerpaar, Christine Altmann als erste Sekundarlehrerin im Kanton Glarus, teilten sich die beiden eine Lehrstelle in Mühlehorn am Walensee. Christine Altmanns Mann konnte so noch sein Studium in Zürich weiterbetreiben. Aus zwei wurden drei mit der Geburt der Tochter im Jahr 1960.

Später in Zürich fand Christine Altmann Gefallen an der Psychologie und besuchte Vorlesungen am renommierten C.G. Jung-Institut. Mit 40 begann sie noch ein Studium in Psychologie und Volkskunde an der Uni Zürich, das sie mit dem Lizenziat abschloss. Sie eröffnete eine psychotherapeutische Praxis und amtete im Vorstand des Psychologischen Clubs Zürich als Aktuarin.

1966 kam die Familie nach Feldmeilen. Als sich das Dorf wegen eines Bauvorhabens der Alusuisse in zwei Lager spaltete, engagierte sich das Ehepaar Altmann auch in einem Komitee und lernte dabei viele neue Leute aus dem Quartier und dem Dorf kennen. Nach der Abstimmung organisierte der Quartierverein Feldmeilen ein Versöhnungsfest, an dem Christine Altmann mit einem Raclettestand mitmachte.

Nach der Trennung von ihrem Mann fand sie eine neue Aufgabe bei der neu gegründeten Schweizerischen Märchengesellschaft, wo sie zwölf Jahre im Vorstand das Mitteilungsblatt redigierte und Seminare, Symposien und Erzählanlässe organisierte.

Mehrere Jahre sang Christine Altmann im Motettenchor der Kantorei unter Beat Schäfer mit.

Ihre Freude an Psychologie, Märchen, Tanz, Sprachen und Wandern sind ihr bis heute geblieben. Man spürt ihren wachen und neugierigen Geist und ihre Lebenslust. Sie ist somit bis heute ein Vorbild für die junge Generation.

Wir wünschen der Jubilarin von Herzen alles Gute zum Geburtstag, gute Gesundheit und viele schöne und zufriedene Momente.

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