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Künstliche Süssstoffe – Fluch oder Segen

Die Festtage sind einmal mehr vorbei, und manch einer oder manch eine möchte die über die Feiertage gewonnenen Kilos nun wieder loswerden. Überall findet man «light»- oder «zero»-Produkte mit künstlichem Süssstoff, die zu versprechen scheinen, sich für eine Diät zu eignen, so ganz ohne Zucker. Der Konsum von kalorienfreiem Zuckerersatz ist in den letzten Jahren substanziell gestiegen.

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Leider aber sind diese künstlich gesüssten, zuckerfreien Getränke und Nahrungsmittel nicht ganz unbedenklich, wie zuletzt in verschiedenen Studien gezeigt werden konnte. So helfen künstliche Süssstoffe nicht, Übergewicht zu reduzieren oder zu vermeiden und bergen dazu noch das Risiko, Diabetes Typ 2 («Altersdiabetes») oder Herz-Kreislauferkrankungen (Herzinfarkt, Bluthochdruck) zu begünstigen. Der Konsum von künstlichen Süssstoffen ist gemäss Studien auch mit einer höheren Gesamtmortalität assoziiert.

Eine andere Studie zeigte, dass das Stuhlmikrobiom (Darmbakterien) durch die Einnahme von künstlichen Süssstoffen verändert wird und eine hyperglykämische («überzuckerte») Stoffwechsellage entsteht. Dies gilt  übrigens auch bei regelmässiger Einnahme des natürlichen Süssungsmittels Stevia.

Weiter fanden Forscher bei mit künstlichen Süssstoffen gefütterten Mäusen eine Schwäche im Immunsystem (Limitation der T-Zellen), was zu gehäuften Infektionen mit gewissen Bakterien sowie einem rascheren Wachstum von gewissen Krebsarten führte.

Wie soll man denn nun mit künstlichen bzw. natürlichen kalorienfreien Süssstoffen umgehen? Es ist wohl wie so oft im Leben: alles mit Mass. Am besten, man gewöhnt sich an ungesüsste Getränke und steigt – wo möglich – auf ungesüsste Lebensmittel um.

Dazwischen aber darf man sich auch etwas Süsses gönnen, sei es nun natürlich gesüsst oder künstlich. Dann aber bitte bewusst geniessen (und gegebenenfalls das Zähneputzen nicht vergessen!)

Dr. med Sophie Ito-Jung, Fachärztin Allgemeine Innere Medizin, Dorfstrasse 24, Meilen Telefon 044 923 25 71

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