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Knallen ist kein Schweizer Brauch

An der nächsten Gemeindeversammlung vom 11. Dezember stimmen wir über eine Einzelinitiative gegen lautes Feuerwerk ab. Es gibt Stimmen, die behaupten, es sei ein alter Brauch, am 1. August und an Silvester Feuerwerk zu zünden. Nun ja, am 1. August ist Feuerwerk schon ziemlich lange üblich.

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Ich kann mich allerdings an eine Erst-August-Feier während des Kriegs im Berner Oberland erinnern, da feierte man ums Feuer herum. Es wurde gesungen, Alphorn geblasen, und wir Kinder trugen Lampions. An Knallfeuerwerk kann ich mich nicht erinnern. Nicht viel später wohnte ich einer Nationalfeier in Oberried am Brienzersee bei. Da spendierte der dortige Feuerwerksfabrikant zwei Raketenbouquets, eines ohne Knallen, eines mit.

Aber an Silvester ist Knallen definitiv kein Schweizer Brauch. Der kam erst vor einigen Jahren aus Deutschland. Früher ging man an Silvester kurz vor Mitternacht auf den Balkon oder die Terrasse, um dem Ausleuten des alten Jahres zu lauschen. Dann folgten die zwölf Glockenschläge um Mitternacht, und darauf läuteten die Kirchenglocken das neue Jahr ein. Man wünschte sich Glück zum neuen Jahr und stiess mit den Gläsern an. Das waren feierliche und festliche Momente. Heutzutage hört man leider die Kirchenglocken wegen der Knallerei gar nicht mehr. Es wäre doch schön, wenn das wieder möglich würde. Meilen als Energiestadt könnte mit gutem Beispiel vorangehen.

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