Amtliches, obligatorisches Publikationsorgan der Gemeinde Meilen
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Amtliches, obligatorisches Publikationsorgan der Gemeinde Meilen

Integration durch berufliche Bildung

Das Forum Berufsbildung organisierte anfangs Januar im Berufsinformationszentrum (biz) Meilen einen Anlass zum Thema «Lernende mit Migrationshintergrund». Beleuchtet wurden Herausforderungen und Chancen. Auch zwei Lernende kamen zu Wort.

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«Das Unterstützungsangebot ist gross», sagt Stavros Georgiadis, Leiter des biz Meilen. Foto: zvg

Wie gelingt die Ausbildung von Lernenden mit Migrationshintergrund? Zur Beantwortung dieser Frage lud Bruno Ehrenberg, Präsident vom Forum Berufsbildung, Berufsbildner und weitere Fachleute ein.

Es sind immer unterstützende Menschen zentral

Einführend stellte er fest: «Bei einer Migration, ob gewählt oder unfreiwillig, muss im neuen Land das Gefühl von Zugehörigkeit und Selbstwirksamkeit nochmals gefunden werden.» Mehrere Referenten berichteten von ihren Erfahrungen. Stavros Georgiadis, seit bald einem Jahr Leiter des biz Meilen, erklärte, dass es immer unterstützende Menschen sind, welche Chancen und Integration in der Fremde ermöglichen. Er zitierte eine Studie, die aufzeigt, dass weniger das Herkunftsland als vielmehr der Bildungshintergrund der Eltern Einfluss auf eine Karriere hat.

Wenn die Hürde der Sprache genommen ist und ein junger Mensch eine Lehre beginnt, werden die Ausbildner oft prägende Vorbilder. «Im biz Meilen gibt es eine Übersicht über das grosse Unterstützungsangebot während des ganzen Prozesses für jedes Alter und Bildungsniveau», erklärte Stavros Georgiadis abschliessend.

Erfolgsmodell Integrations-

vorlehre

Massimo Romano, Bereichsleiter EB Zürich, ist zuständig für den schulischen Teil der einjährigen Integrationsvorlehre (Invol). Dieses duale Brückenangebot bereitet seit 2018 geeignete Geflüchtete und vorläufig Aufgenommene praxisorientiert auf eine Berufslehre vor. Es richtet sich an motivierte Zugewanderte, welche erst nach der Schule in die Schweiz gekommen sind.

«Mit dieser gezielten Vorbereitung schafft ein Grossteil der Teilnehmer den Anschluss an eine zwei- oder sogar dreijährige Lehre», so Romano. Dass dabei die Sprache die grösste Hürde darstellt, erzählte Ghafor Rahimi. Er macht aktuell dank der Invol eine Ausbildung als Montage-Elektriker und lernt weiterhin intensiv Deutsch. Remo Arnold, Leiter der Lernendenbetreuung bei Coop, referierte über Erfahrungen mit der Invol aus betrieblicher Sicht. Er berichtete von durchwegs erfreulichen Erlebnissen und grosser Akzeptanz bei Team und Kundschaft. «Diese Lernenden sind sehr einsatzfreudig», stellte er fest.

Mariia Vasylieva erzählte von ihren persönlichen Erfahrungen. Noch nicht lange in der Schweiz, lernte sie Deutsch in Rekordtempo und macht jetzt eine Lehre als Fachfrau Betreuung. Auch sie sagte: «Es ist vor allem das vertrauensvolle Verhältnis zu den Berufsbildnern, das mir bei der Integration hilft.»

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