Amtliches, obligatorisches Publikationsorgan der Gemeinde Meilen
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Aus Klaus Blumen wird Raschle Meilen: die Traditionsgärtnerei in Obermeilen kann weiter bestehen, alle Angestellten werden übernommen.

«Wenn zwei leidenschaftliche Gärtner miteinander reden, kommt eben etwas Gutes dabei heraus», sagt Markus Raschle lachend, und Urs Klaus nickt zustimmend. Die beiden haben sich durch einen gemeinsamen Lieferanten gefunden. Urs Klaus erfuhr von ihm, dass der Inhaber der Dorfgärtnerei Raschle AG auf der Suche nach einem Standort am rechten Seeufer sei, dies als Ergänzung zu den Filialen in Langnau, Wädenswil und Uznach.
Urs Klaus meldete sich bei Markus Raschle, denn er und seine Frau Loni hatten schon lange vor, kürzer zu treten – altershalber.
Die beiden Gärtner vom Zürichseeufer hatten sofort einen guten Draht zueinander, und bald wurde man handelseinig: Klaus Blumen wird an Markus Raschle verpachtet und das Geschäft an der Seestrasse 897 heisst neu «Raschle Meilen». Seit Montag, 5. Januar ist der Wechsel vollzogen, an diesem Tag wurde das aufgefrischte und renovierte Verkaufslokal wiedereröffnet.
Erfreulicherweise bleibt dabei für die Kunden alles beim alten, denn Markus Raschle übernimmt von Urs Klaus nicht nur das Geschäft, sondern auch sämtliche Mitarbeitenden. «Alle sind geblieben», freut sich Raschle, «das ist Gold wert bei der Pflege langjähriger Kundschaft.» Gute Leute seien in der Branche ausserdem sehr gesucht, fügt er noch bei.
Ebenfalls weitergeführt wird die eigene Pflanzenproduktion mit dem «Sortiment, das seinesgleichen sucht», wie Markus Raschle anerkennend sagt. Das heisst, auf dem Gelände hinter dem Haus wird weiterhin angepflanzt, so besteht etwa neben den Treibhäusern für beispielsweise Sommerflor schon seit bald 30 Jahren auch ein grosses Schnittblumenfeld. Hier wachsen farbige Tulpen und wunderschöne Rosen, die dann taufrisch im Laden verkauft werden: «Kaufen, wo es wächst», sagt Markus Raschle. Weiterhin besteht der Anspruch, die Kunden mit anspruchsvoller, natürlicher, kreativer Floristik und einem grossen Sortiment zu überzeugen.
Urs Klaus ist verständlicherweise etwas wehmütig ob des Wechsels. Schliesslich besteht das Familienunternehmen seit bald 70 Jahren an der gleichen Adresse. Er zeigt das entsprechende Inserat aus dem Meilener Anzeiger vom 4. Januar 1957, in welchem die Geschäftsübergabe von H. Gisler an «die Herren K. Klaus und Sohn» angezeigt wird, «gesundheitshalber».
Aber Urs Klaus erinnert sich auch daran, dass er in den letzten Jahren nicht einmal Zeit für Ferien hatte, «es lag einfach nicht drin», sagt er. Was ihn und sicher ebenfalls die langjährige Kundschaft freut: Sowohl er als auch Loni arbeiten im 50- bzw. 40-Prozent-Pensum als Angestellte von Markus Raschle weiter und bringen damit weiterhin ihr Know-how ein. Auch Markus Raschle wird ab und zu in Meilen sein, er verteilt seine Arbeitszeit auf alle Filialen des Unternehmens.
Neu im Angebot ist ein Garten- und Terrassenservice im Bereich Pflege, Unterhalt und auch Umgestaltung. Auch Dienstleistungen direkt beim Kunden werden ausgeführt, konkret Innenbegrünung, Bürobegrünung etc.
Übrigens, Markus Raschle hat schon lange eine besondere Beziehung zu Meilen: Als Kind war er oft hier bei seiner Gotte Rösli Hersperger, die an der Pfannenstielstrasse wohnte, und sein Vater arbeitete sogar in Meilen – womit sich der Kreis schliesst.