Amtliches, obligatorisches Publikationsorgan der Gemeinde Meilen
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Frühförderung gelingt nur in kleinen Gruppen

Sprache ist der Schlüssel zum Lernen: Kinder, die vor dem Schuleintritt zu wenig Deutsch sprechen, brauchen zuerst einen ausreichend grossen Wortschatz, denn es ist fatal, wenn Kinder schlechte Noten schreiben, nur weil sie die Aufgabenstellungen nicht verstehen.

Frühförderung muss ganzheitlich sein. Spielen und soziale Kontakte reichen nicht. Kinder brauchen vielfältige sprachliche Anregungen, denn Sprache ist auch die Grundlage für mathematisches Denken. Wenn Kinder Eigenschaften, Kategorien und Unterschiede benennen lernen – etwa dass eine Zitrone in Italien und Spanien wächst, gelb, sauer und eine Zitrusfrucht ist – wächst ihr Wortschatz schnell. Auch konkrete Erfahrungen mit Massen wie Längen und Gewichten fördern ihr Verständnis für grundlegende mathematische Beziehungen.

Der Wortschatz von Vierjährigen kann stark variieren. Es gibt Vierjährige, die über einen Wortschatz von 400 Wörtern verfügen, während andere bereits 700 Wörter kennen. Kinder mit einem grossen Wortschatz sind nicht nur besser für die Schule vorbereitet, sondern auch sozial kompetenter: Es gibt weniger Missverständnisse, und Konflikte können schneller gelöst werden.

Zur umfassenden Förderung gehört auch das Fördern der Motorik, der Wahrnehmung und der Kreativität. Klettern, Balancieren, Schneiden oder Malen stärken Körpergefühl und Feinmotorik. Genaues Sehen, Hören, Fühlen oder Riechen verbessert die Konzentration, die Mustererkennung und das Verständnis für Zusammenhänge. Rollenspiele, Musik und Bauen fördern Fantasie und Problemlösefähigkeit.

«Eine einzelne Kindergärtnerin kann all dies in einer Gruppe von 20 Kindern nicht leisten. Zu wenig Anregung und zu frühes Vergleichen mit anderen führt zu ersten Störungen, Abklärungen und Diagnosen. Viele Kinder verlieren bereits vor dem Schuleintritt ihre natürliche Neugier. Das ist fatal. Um dies zu verhindern bräuchte es in den Kindergärten kleinere Gruppen, mehr Fachpersonal und eine vielfältigere Ausstattung der Lernumgebung», sagt Clarita Kunz, MA Schulische Heilpädagogin und Schulleiterin der Montessori Spielgruppe und Kindergarten in Meilen.

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