Amtliches, obligatorisches Publikationsorgan der Gemeinde Meilen
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Amtliches, obligatorisches Publikationsorgan der Gemeinde Meilen
Alfred «Fred» Anderegg ist am 4. März 1936 im schönen Horn (Thurgau) geboren, wo er mit zwei Geschwistern aufgewachsen ist und auch die Schulen besucht hat. Er erinnert sich gerne ans Elternhaus, ein Holzhaus mit prächtiger Aussicht über den Bodensee; er kommt ins Schwärmen, die Sicht von seinem Zuhause bis nach Friedrichshafen war einmalig – eine Augenweide!

Weniger schön ist die Erinnerung an den Zweiten Weltkrieg. Der Bodensee war wiederholt Schauplatz schwerer Luftangriffe, vor allem aufgrund der dort ansässigen Rüstungsindustrie. Als kleiner Junge hat Fred Anderegg die unendlichen Bombardements am Nordufer bei Tag und Nacht hautnah erlebt. Einen Luftschutzkeller gab es im Holzhaus nicht, so dass die Familie das Geschehen vom Estrich aus beobachtete. Bei jedem Überflug einer oder mehrerer Flugstaffeln und bei Bombenabwürfen klapperten Fenster und Türen; es zitterte das ganze Haus.
Alle hatten Angst, aber der Familienzusammenhalt war so von Liebe und Halt geprägt, dass die bedrohliche Situation für die Kinder erträglich war.
An der Kantonsschule St. Gallen hat Fred Anderegg die Matura Typ C abgeschlossen und anschliessend ein Praktikum im Welschland absolviert, bevor er die Handels-Hochschule St. Gallen besuchte. Das Praktikum war die Voraussetzung für eine Aufnahme an diesem Institut. Abgeschlossen hat er mit dem Lizentiat (lic.rer.pol.), Schwerpunkt Tourismus.
Fred Anderegg wählte für den Eintritt ins Berufsleben die führende Firma Amexco in Zürich. Diese Institution verfügte im Tourismus-Bereich über keine offene Praktikanten-Stelle mehr, machte jedoch ein Angebot für die Bankabteilung. So landete Fred Anderegg langsam im Bankwesen und blieb dort bis zur Pensionierung glücklich.
1964 heiratete Fred Anderegg Rosemarie Iseli aus Rorschach. Schon damals war es in Zürich schwierig, eine bezahlbare Wohnung zu finden. In Dietikon fand das Paar die Lösung nahe am Bahnhof; nur die Züge fuhren nicht so oft!
Rosemarie wurde schwanger, und ausgerechnet jetzt ergab sich die Möglichkeit, in New York den Hauptsitz der Amexco am Broadway kennenzulernen. Der Geburtstermin lag mitten im Halbjahr! Das Angebot der Firma für eine Rückflug zu sorgen, damit der Vater bei der Geburt anwesend sein könnte, war verlockend, und Fred Anderegg konnte nicht widerstehen. Die Realität war dann anders: Telefonieren war teuer und kompliziert wegen der Vorbestellung, ein Brief war fünf bis sieben Tage unterwegs. Die Geburt verzögerte sich und wurde nach 14 Tagen eingeleitet. Die freudige telefonische Mitteilung von Rosemarie über die Geburt des Sohnes Beat kam für Fred zu spät, um pünktlich bei der Geburt dabei zu sein.
Drei Wochen waren kurz, das Familienglück aber perfekt. Nun musste Fred Anderegg bald wieder zurückfliegen und entschied kurzerhand, Ehefrau und Baby mitzunehmen. Das war die richtige Entscheidung, denn so konnte er abends seine junge Familie geniessen. Heute hat das Paar zwei Söhne und vier Grosskinder. Andereggs pflegen zu allen einen sehr guten Kontakt und geniessen die Zusammengehörigkeit.
Kaum zurück aus New York, konnte das Ehepaar Anderegg 1967 am Justrain 53 ein herziges Chalet beziehen, anfänglich gemietet und dann gekauft. Beide sind immer noch überglücklich in ihrem gemütlichen Zuhause.
Eine knapp zweijährige Berufserfahrung macht bekanntlich aus einem Praktikanten noch keinen Banker: Erfahrungen sammeln, lautete das Motto! So arbeitete Fred Anderegg nach der Zeit bei Amexco bei einem deutschen und nach weiteren zwei Jahren bei einem japanischen Institut. Damit wollte er sich einer neuen Herausforderung stellen. Per Inserat suchte die SBG/UBS einen Sekretär für Generaldirektor R. Holzach. Die Aufgabe war herausfordernd, hoch interessant, aber stressig. Feierabend war nach Erledigung des Jobs.
In Meilen wuchs 1968 beim Gemeindehaus ein Neubau heran, in dem eine neue Niederlassung der SBG/UBS eröffnet werden soll. Mit einem gefüllten Rucksack voller Wissen und Ideen übernahm Fred Anderegg im Mai 1979 deren Leitung.
Nach 25 Jahren bei der UBS durfte der Jubilar entweder einen Monatslohn oder einen Monat Ferien beziehen. Fred Anderegg entschied sich für einen einmonatigen Sprachaufenthalt in Ecuador. In Quito verbesserte er sein Spanisch; er bedauert, dass er diese schöne Sprache heutzutage kaum mehr anwenden kann.
Seit 1996 ist Fred Anderegg pensioniert. Es ist ihm nie langweilig, er ist ein praktisch veranlagter Mensch, benötigt kaum Handwerker für Reparaturen oder Gartenarbeiten. Er liebt die Natur und ist möglichst oft draussen. Mit einem Haus habe man stets etwas zu tun, sagt der Jubilar und strahlt.
Jeden Freitag wandert er via Toggwil hoch zum Restaurant Hochwacht, wo er mit seinen Kollegen einen zünftigen Jass klopft und ein feines Essen geniesst.
Beachtenswert ist, dass Fred Anderegg einige Vereinsmandate bis über das Pensionsalter hinaus mit Sorgfalt und Freude pflegte. Er war aktiv bei der Jugendmusik Oberer Zürichsee, 20 Jahre beim Ortsmuseum Meilen, Präsident des Gewerbevereins Meilen und Verwaltungsratspräsident des Altersheim Platten, Meilen.
Wir wünschen dem Jubilar nur das Beste, vor allem gute Gesundheit, unvergessliche Momente mit der Familie, weiterhin viel Erfolg beim Renovieren und Reparieren sowie schöne Begegnungen mit seinen Jassfreunden.