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- Karin Aeschlimann
Amtliches, obligatorisches Publikationsorgan der Gemeinde Meilen
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Amtliches, obligatorisches Publikationsorgan der Gemeinde Meilen
Manchmal wird das Undenkbare Realität: Zum Beispiel dies, dass es im Zürichsee plötzlich viel zu wenig Wasser hat. Einem gestrandeten Segelschiff konnte in dieser Situation nur noch ein Helikopter helfen.

Eines Tages war es so weit. Die über acht Meter lange Segelyacht mit mehr als zwei Tonnen Gewicht und 1,66 Meter Tiefgang tat keinen Wank mehr. Der Moment, wo sie noch aus eigener Kraft aus dem Hafen neben der Portier-Werft hätte fahren können, war vorbei: Ihr Kiel hatte sich bei rekordtiefem Wasserstand in den Schlick gebohrt.
Wenn der Seepegel noch weiter sinkt – und davon ist auszugehen -, würde sie ernsthaft Schaden nehmen.
Rettung in zwei Schritten
Der Moment für einen speziellen Transport war somit gekommen: Zum Einsatz kam dafür ein K-Max K-1200. Der Einsitzer wird ausschliesslich für Lastentransporte verwendet und ist einer der wenigen Helikoptertypen, der mehr transportieren kann, als er selber wiegt. Am Montagnachmittag rauschte er quer über den See von einem Arbeitseinsatz in Horgen her an, um die Yacht in zwei Schritten aus ihrer misslichen Lage zu befreien.
20 Zentimeter unter Rekordtief
Zuerst wurde der Mast gelockert, an einem Tau befestigt, abtransportiert und sorgfältig an Land bei der Mole der Portier-Werft auf einem grossen Kissen platziert. Kurz darauf schwebte auch schon die Schiffsschale scheinbar federleicht durch die Luft und wurde mit Hilfe von an Bug und Heck befestigten Tauen auf einen speziellen Trailer für Segelschiffe gesetzt.
Nun wartet sie in Sicherheit an Land aufs nächste Frühjahr, wenn der Zürichsee hoffentlich wieder mehr Wasser führt. Momentan wird die alte Rekordmarke aus dem Jahr 1952 (405,46 m ü. M) bereits um 20 Zentimeter unterboten.