Amtliches, obligatorisches Publikationsorgan der Gemeinde Meilen
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Ein Feuerwerk der Klänge

Co-Präsident Alain Chervet eröffnete das Jubiläumsjahr der Mittwochgesellschaft, die stolze 175 Jahre besteht, und war erfreut, dass es endlich geklappt hatte, die «Swiss Tenors» für ein abendfüllendes Konzert zu engagieren.

Swiss Tenors
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Die Swiss Tenors, bestehend aus den Tenören Enrico Orlandi und Andri Calonder, begleitet am Piano von André Desponds, entführten das Publikum im gut besuchten Jürg-Wille-Saal am Freitag vor einer Woche in eine Welt der musikalischen Vielfalt von Klassik bis hin zu unvergesslichen Filmthemen.

Beeindruckend, kraftvoll, facettenreich und bezaubernd

Der Abend unter dem Titel «Champagner für die Ohren» begann mit einer kraftvollen Interpretation des «Godfather Theme» aus dem Film «Der Pate», und ab diesem Moment wurde das Publikum auf eine fesselnde musikalische Reise mitgenommen.

Ein beeindruckender Tribut an Verdi (aus «Rigoletto», «La Traviata», «Aida») setzte den emotionalen Ton für den Abend, gefolgt von Bizets Habanera-Arie aus «Carmen», die eine lebendige Atmosphäre schuf. Die bezaubernde Melodie von Rossinis «La Danza» füllte den Saal, während die erfahrene Akkordeonistin und Sängerin Christine Schmid die Bühne betrat und die Tenöre meisterhaft unterstützte.

Christine Schmid beeindruckte das Publikum mit einer einzigartigen Kombination aus Akkordeonklängen und einer facettenreichen Stimme. Ihr breit gefächertes Repertoire, besonders in französischen Chansons der 1910er- bis 1940er-Jahre, liess Marlene Dietrichs «Lili Marleen» und Edith Piafs unvergessliche Hits wie «No, je ne regrette rien» und «Milord» wieder aufleben. Auch Rudi Schurickes Welterfolg «Capri-Fischer» versetzte das Publikum in eine längst vergangene goldene Ära der Musik.

Melodien wie «Du hast Glück bei den Frau’n, Bel Ami!» und «Mein kleiner grüner Kaktus» begeisterten auch, weil sie von passenden romantischen Gesten begleitet wurden. Bei «Ich küsse Ihre Hand, Madame» sorgten Rosen, die ins Publikum geworfen wurden, für eine bezaubernde Atmosphäre. Klassiker wie «Veronika, der Lenz ist da» und «Seemann, lass das Träumen» wurden ebenso einfühlsam präsentiert wie das heimische «Ich han en Schatz am schöne Zürisee», das natürlich nicht fehlen durfte.

Ein Meister der Improvisation

Ein Höhepunkt des Abends: Der Pianist André Desponds sorgte mit einer beeindruckenden Improvisation der Geburtstagsmelodie «Happy Birthday» am offenen Flügel für eine grosse Überraschung. Seine fesselnde Darbietung zwischen Genie und Wahnsinn setzte einen wahrlich genialen Auftakt für das Jubiläumsjahr der Mittwochgesellschaft!

Die Swiss Tenors betraten anschliessend erneut die Bühne und präsentierten das «Love Theme from Romeo and Juliet», auch bekannt als «A Time for us». Der Abend setzte sich fort mit dem «Maria»- und «Tonight»-Lied aus Bernsteins «West Side Story» sowie dem mitreissenden, von der charmanten Christine Schmid inszenierten Lied «Meine Lippen, sie küssen so heiss» aus der Operette «Giuditta».

Weiter ging es mit einer verblüffenden Improvisation von André Desponds. Seine umfassende musikalische Sensibilität und die Fähigkeit, in kürzester Zeit faszinierende Symbiosen aus den unterschiedlichsten Stücken zu kreieren, zeichnen ihn aus. Seiner Reputation als einer der besten zeitgenössischen Improvisatoren wurde er mehr als gerecht. Das Publikum verlangte nach Wiener Kaffeehaus-Liedern und Gershwins Stücken, und André Desponds erfüllte die Wünsche umgehend. Die Zuhörer wurden musikalisch ins alte Wien entführt, unterbrochen durch Gershwins «Rhapsody in Blue» und gelegentlich einige Takte von «Happy Birthday».

Enrico Orlandi, Andri Calonder und Christine Schmid beendeten den Abend mit einer kraftvollen Interpretation von «You’ll never walk alone» von Gerry and the Pacemakers und dem bewegenden Stück «My Way» von Frank Sinatra. Das Publikum quittierte das Konzert mit einer Standing Ovation.

Eine echte Premiere

Fulminanten Abschluss des Abends bildete die Zugabe, eine gelungene Kombination aus dem neapolitanischen Volkslied «O sole mio» des einen Tenors und Elvis Presleys «It’s now or never» des zweiten Tenors.

Die Swiss Tenors & Friends entfachten wahrlich ein Feuerwerk der Klänge!

Zum Schluss des Konzerts wurde dem Publikum übrigens verraten, dass das Zusammenspiel mit André Desponds ein langgehegter Wunsch der Swiss Tenors war, der nun erstmals erfüllt wurde. Der erste abendliche Anlass im Jubiläumsjahr der Mittwochgesellschaft war also nicht nur ein Erfolg, sondern auch eine echte Premiere.

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