Amtliches, obligatorisches Publikationsorgan der Gemeinde Meilen
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Amtliches, obligatorisches Publikationsorgan der Gemeinde Meilen
Nächsten Mittwoch lädt das Ortsmuseum Meilen zu einem interessanten Vortrag von Historiker Dr. Martin Illi, der die Esskultur im Mittelalter beleuchtet.
Kochbücher aus dem Mittelalter und der frühen Neuzeit sind selten und bilden die Ernährung an Fürstenhöfen ab – weniger als in der Stadt oder gar im Dorf. Die Lücken der schriftlichen Quellen lassen sich mit archäologischen Funden und Befunden schliessen. Aber da kann es unappetitlich werden. Die Reste der Mahlzeit, die der menschliche Darm nicht verdauen kann, finden sich in Sedimenten mittelalterlicher Latrinen, vermischt mit Speiseabfällen aller Art.
Auch zerbrochenes Geschirr und Glas endete oft in der Latrinengrube. Trägt man die einzelnen Mosaiksteine zusammen, so entsteht allmählich ein Bild der gedeckten mittelalterlichen Tafel.
Die im Lauf der Zeit zunehmenden schriftlichen Quellen, wie etwa eine Serie von Speiserechnungen aus dem 16. und 17. Jahrhundert der Adeligen Gesellschaft zum Rüden in Zürich, ermöglichen allmählich präzisere Angaben. Importierte Nahrungsmittel waren noch selten. So erschliesst uns auch ein Blick in die Gärten und auf die Äcker, in dem, was auf den Teller kam.
Dieser Anlass ist Teil des Kulturjahres zu Esskultur der Gemeinde Meilen. Eintritt frei, Spenden willkommen.
Vortrag «Von der Latrine zum Tisch – ein Einblick in die mittelalterliche Esskultur», Mittwoch, 2. September, 19.30 Uhr, Türöffnung 19.00 Uhr, Ortsmuseum Meilen, Kirchgasse 14.
www.ortsmuseum-meilen.ch