Amtliches, obligatorisches Publikationsorgan der Gemeinde Meilen
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Amtliches, obligatorisches Publikationsorgan der Gemeinde Meilen

Die Karten nicht auf den Tisch gelegt

Die Gemeindeversammlung vom 5. Dezember 2022 hat mit der Revision des Gestaltungsplans der Stiftung Stöckenweid die Erstellung von weiteren Gebäuden ausserhalb der geltenden Bauvorschriften ermöglicht. Dies war zweifellos sehr grosszügig und ist nur im Lichte der Gemeinnützigkeit der Stiftung erklärbar. So jedenfalls dachte ich, als ich auch zustimmte. Privaten Investoren wäre man sicherlich nicht entgegengekommen.

Nun erfahre ich nachträglich, dass die Geschäftsführerin der Stöckenweid bereits im November gekündigt hatte und der Stiftungsrat sie und ihre Stellvertreterin noch vor Ende Dezember freigestellt hatte. Mit Erstaunen lese ich, dass bereits im Jahr 2022 im Personal grosse Unruhe und Unzufriedenheit bestand und eine grössere Anzahl von Abgängen zu verzeichnen war. Der Stiftungsrat hatte offenbar schon vor der Gemeindeversammlung grössere Probleme, die nicht öffentlich bekannt waren.

Als gemeinnützigen Institutionen grundsätzlich wohlgesinnter Stimmbürger fühle ich mich von der Stiftung Stöckenweid über den Tisch gezogen. Selber schuld, ich hätte mich ja vor der Gemeindeversammlung über Interna der Stöckenweid erkundigen können. Gleichwohl missfällt es mir sehr, wenn eine Stiftung, die offenbar grosse interne Probleme mit ihrer Strategie und Führung hat, von der Gemeinde eine höchst geldwerte und grosszügige Zustimmung zur Gestaltungsplanänderung abruft, ohne die Karten vorher auf den Tisch zu legen. Zumindest eine Rückweisung an den Gemeinderat zur ergänzenden Abklärung wäre meines Erachtens angebracht gewesen, aber dafür ist es jetzt zu spät. Geklärt ist nun aber immerhin meine Meinung über den Stiftungsrat.

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