Amtliches, obligatorisches Publikationsorgan der Gemeinde Meilen
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Amtliches, obligatorisches Publikationsorgan der Gemeinde Meilen

«Der Aufwand für das NOS ist schlicht gigantisch»

Das Nordostschweizer Schwingfest (NOS) 2024 ist – direkt nach dem «Eidgenössischen» – in Sachen Zuschaueraufmarsch das zweitgrösste Schwingfest der Schweiz. Ende Juni wird es auf der Allmend durchgeführt.

NOS24 Christoph und Ueli_Farbkorrektur_web

Die Vorbereitungen auf das Grossereignis begannen bereits vor rund anderthalb Jahren und gehen nun in den Schlussgang: Ab kommender Woche werden in direkter Nachbarschaft des Schulhauses Allmend die Aufbauarbeiten beginnen. Tribünen für 8000 Zuschauerinnen und Zuschauer und ein Festzelt müssen aufgebaut werden, Sägemehl für die fünf Ringe wird herangekarrt, die Infrastruktur vor Ort auf die Bedürfnisse angepasst. Am Schwingfest wird SRFSport mit zwei Übertragungswagen vor Ort sein.

Beim Schwingfest vom Sonntag, 30. Juni treffen die 150 besten Schwinger aus dem Nordostschweizer Schwingverband sowie acht Gäste aus anderen Teilverbänden aufeinander. Titelverteidiger ist der Bündner Orlik Armon, der auch diesmal Anwärter auf den Festsieg ist. Als stärkster Gastschwinger wird Staudenmann Fabian aus dem Berner Kantonalen Schwingerverband gehandelt, der bereits mit einem Festsieg in die Saison starten konnte. Der Gewinner darf dann am Ende des Tages den 800 kg schweren Siegermuni «Perfekt» in Empfang nehmen, der bis zur Rangverkündung gemeinsam mit den anderen Lebendpreisen im Hoselupf-Stübli untergebracht wird, das sozusagen als Luxus-Stall dient und vom Dorfplatz auf die Allmend zügelt.

Im Einsatz sind neben dem 21-köpfigen OK auch rund 600 Helferinnen und Helfer (siehe Kasten).

Wir haben uns gut drei Wochen vor dem Anschwingen mit OK-Präsident Ueli Schlumpf und dem OK-Vize, Gemeindepräsident Christoph Hiller, über die Anspannung vor dem Grossereignis und die besten Plätze in der Arena unterhalten.

Ueli Schlumpf und Christoph Hiller: Auf der Website des Nordostschweizer Schwingfests zählt eine Uhr die Tage, Stunden und Minuten bis zum Start des NOS herunter. Läuft bei Euch innerlich auch ein Countdown mit zunehmender Nervosität?

Ueli Schlumpf: Definitiv. Man hat lange vorbereitet und geplant, jetzt wird es konkret und sichtbar. Bald fahren die ersten LKWs auf die Allmend, und die Arbeiter beginnen mit dem Aufbau von Tribünen und Festzelt. Eine gewisse Anspannung spüre ich also durchaus, eine freudige allerdings.

Christoph Hiller: Ich kann mich noch etwas mehr der reinen Vorfreude widmen als Ueli, denn ich bin nur Vizepräsident des OK. Er hingegen ist momentan tatsächlich an vorderster Front rund um die Uhr fürs NOS tätig.

Wie ist es überhaupt zum Entscheid gekommen, das NOS 2024 in Meilen auszutragen? Ein Zuschaueraufmarsch von 8000 Personen und Live-TV-Übertragungen bedeuten zwar positive Aufmerksamkeit, aber auch viel Arbeit.

C.H.: Ganz ursprünglich kam, so erinnere ich mich, unser sportlicher Gemeindeschreiber Didier Mayenzet auf die Idee. Wir bewarben uns dann offiziell beim Vorstand des Nordostschweizer Schwingerverbandes – dafür brauchte es übrigens ein ganzes Bewerbungsdossier –, und die Delegierten gaben uns den Zuschlag.

Für einen solchen Hosenlupf braucht es einige Begeisterung für den Schwingsport. Ueli Schlumpf, Sie waren selber aktiver Schwinger?

U.S.: Ich habe 1975 mit 15 Jahren angefangen zu schwingen und in den Jahren bis 1989 einige Kränze gemacht, ja. Und beim Nordostschweizer Schwingfest 1971, das ebenfalls in Meilen stattfand, durfte ich mit meinem Bruder als Helfer Nümmerli auf die Sitze kleben. Das war aber damals alles noch viel kleiner und überschaubarer, mit einer bescheidenen, nicht überdachten Holztribüne.

C.H.: Für mich war der Schwingsport bis vor zwei Jahren schon eher eine unbekannte Welt, doch inzwischen habe ich einige Schwingfeste besucht und kenne die Regeln ein wenig. Und natürlich habe ich mitbekommen, dass das Schwingen immer populärer wird, gerade auch in der Agglomeration. Es ist schön, dass ich die Schwingerfamilie kennenlernen durfte, das ist ein guter Menschenschlag: flotte, bodenständige Leute.

Das OK umfasst nicht weniger als 21 Personen. Läuft da alles rund?

U.S.: Dass ein so grosses Team am berühmten gleichen Strick zieht, dass alle motiviert und begeistert sind, das ist schon sehr ausserordentlich. Die meisten sind aus Meilen, darunter auch einige, die wie Christoph vorher gar nichts mit Schwingen zu tun hatten.

Im Sommer 2022 fand als «Generalprobe» das 80. Zürcher Kantonale Nachwuchsschwingfest auf der Allmend statt, damals mit Christoph Hiller als OK-Präsident. Was für Lehren wurden daraus gezogen?

C.H.: Meine wichtigste Lehre ist wohl, dass wir uns jetzt in einer ganz anderen Grössenordnung bewegen – das kann man gar nicht vergleichen. Der Wettkampf für die jungen Nachwuchsschwinger lief ab wie bei den «Bösen», aber die Logistik und Organisation fürs NOS ist eine ganz andere Kiste, nicht nur vom Budget her.

U.S.: Der Aufwand für das NOS ist schlicht gigantisch. Zum Glück haben wir sehr grosszügige Sponsoren und Gabenspender.

Weshalb findet das NOS auf der Allmend statt und nicht auf dem weitläufigen Gelände oberhalb des Dorfes, wo das Weidfäscht beef stattfand?

U.S.: Weil wir auf der Allmend eine super Infrastruktur haben: grosse, flache Plätze, Wasser-, Abwasser- und Stromanschlüsse und ausserdem zwei Dreifachturnhallen – die nutzen wir für die Garderobe und für den Gabentempel. Auf der grünen Wiese hätten wir alles neu installieren müssen. Und: Die beef dauerte zwei Wochen, da lohnte sich der Aufwand.

C.H.: Das Rasenspielfeld und den Kunstrasenplatz auf der Allmend eignen sich sehr gut, und man muss sie sowieso sanieren. Damit haben wir jetzt natürlich noch zugewartet bis nach dem Fest.

Was bedeutet der Standort Allmend für die Parkplatzsituation?

U.S.: Wir haben ein Parkplatzproblem. Aber das hätten wir auch auf dem beef-Gelände gehabt. Wer mit dem Zug anreist, ist zu Fuss in zehn Minuten auf der Allmend, und es gibt einen Shuttle vom Bahnhof aus. Wir propagieren deshalb den öV oder das Velo – gerade auch für die Meilemer selber.

C.H.: Mir ist an dieser Stelle der Dank an die Nachbarschaft wichtig. Deren Toleranz wird sicher strapaziert werden wegen Lärm und eingeschränkter Zufahrt. Dafür darf man sich über einen Grossanlass vor der Haustüre freuen. Heute Abend gibt es für alle Anwohner im Hoselupfstübli einen Info-Event.

Worauf freut Ihr Euch am meisten?

C.H.: Aufs Anschwingen um 8 Uhr.

U.S.: Auf den Sonntagabend, wenn wir ein schönes, unfallfreies Fest gehabt haben.

Und wovor habt Ihr Respekt?

C.H.: Vor schlechtem Wetter.

U.S.: Wir haben 14 Tage Aufbau bei laufendem Schulbetrieb, wobei natürlich die Sicherheit der Kinder höchste Priorität geniesst. Davor habe ich tatsächlich Respekt.

Laut Website werden zahlreiche Promis aus Politik, Wirtschaft, Gesellschaft, Sport und Unterhaltung das NOS besuchen. Christoph Hiller, Sie sind für die Ehrengäste zuständig. Wer kommt?

C.H.: Angemeldet sind unter anderem Regierungsrat Mario Fehr, alt Bundesrat Christoph Blocher, Nationalrätin Magdalena Martullo, Nationalrat Thomas Matter, alle Kantonsratsmitglieder aus Meilen, sämtliche Gemeindepräsidenten und Gemeindeschreiber aus dem Bezirk, ausserdem viele Ehrenmitglieder des Schwingerverbandes sowie ehemalige Schwingerkönige wie Noldi Ehrensberger, Jörg Abderhalden und Ernst Schläpfer.

Wer sich nun spontan für einen Besuch am NOS entscheidet: Hat es noch Tickets? Die Tribünen- und die Rasensitzplätze sind ausverkauft.

U.S.: Aktuell gibt es in der Arena nur noch Stehplätze. Die finde ich persönlich aber sehr attraktiv, denn man kann sich frei bewegen und ist nicht an einen bestimmten Blickwinkel gebunden Die Tageskasse ist ab 6 Uhr offen, und es kommen im Tagesverlauf nicht abgeholte Sitzplätze in den Verkauf. Festzelt und Gabentempel sind auch ohne Ticket zugänglich, und von der einmaligen Atmosphäre bekommt man auf jeden Fall etwas mit!

 

Helferinnen und Helfer gesucht

Für das 128. Nordostschweizer Schwingfest in Meilen werden noch rund 50 Helferinnen und Helfer gesucht. Vor allem in der Festwirtschaft, im Service und beim Verkehrsmanagement sind noch einige Funktionen zu vergeben.

Für das Ressort Verkehr auf den Parkfeldern Büelen ob Meilen und vor allem an den Bushaltestellen für den Shuttle-Bus werden für das Verkehrsmanagement rund 20 Personen für verschiedene Einsatzzeiten gesucht. «Wir erwarten an diesem Tag mehrere tausend Fahrzeuge. Damit unsere Besucher gut in den Shuttle-Bus und wieder herauskommen, werden wir an den Haltestellen ein’ Crowd-Management’ sicherstellen, und das schlägt sich auf den hohen Bedarf an Helfern nieder», sagt NOS-Personalverantwortlicher Alex Jenny.

Im Gastrobereich werden primär für die Abendeinsätze im Service von 15.00 Uhr bis etwa 22.00 Uhr noch Helferinnen und Helfer gesucht.

Am Freitagabend, 28. Juni wird vor dem grossen Schwingfest in Meilen ein Helferbriefing durchgeführt. Dann bereits werden auch die Helfer-T-Shirts abgegeben, bei einem Rundgang der Festplatz besichtigt und allgemeine Informationen zu den Einsätzen weitergeben. Passend zum Schwingfest klingt der Abend mit Wurst und Bier aus.

Alle weiteren Informationen gibt es online auf der Webseite https://nos2024.ch/helfer/

 

 

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