Amtliches, obligatorisches Publikationsorgan der Gemeinde Meilen
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Annette Bartholdy begrüsste am vergangenen Sonntag eine den Kirchenraum füllende Zuhörerschaft zum «Frühlingskonzert» der Reihe «Vier Jahreszeiten», ehe das Künstlerpaar Adrienne Soós und Ivo Haag in die «Divertissements à l‘hongroise für Klavier zu vier Händen» von Franz Schubert einstiegen.

Das Werk entstand 1824 im ungarischen Zseliz. Der Einfluss ist auf wunderbare Weise hörbar.
Mit passend feiner Verhaltenheit gingen die Protagonisten das Andante an, dynamische Differenzierung auslotend. In Sopranlage gefielen perlende Passagen, gefolgt von handfestem Zugriff beider. Die erstaunliche Präsenz der Mittellage im zweiten Satz «Marcia» (Andante con moto) begeisterte in gleichem Masse wie der satte Forte-Klang im dritten Satz Allegretto. Die feinen Modulationen gefielen in ihrer Raffinesse enorm, klangliche Differenziertheit wurde genial und mit unermüdlichem Einsatz geboten. Feinstes Piano stand markantem Forte in geschmackvollster Manier gegenüber, dass es eine Freude war!
Feinfühliges Zusammenspiel
Als zweites folgten die Slawischen Tänze Op. 46 von Antonín Dvořák in der Originalfassung von 1878. Sie machten den Komponisten einst auf einen Schlag weltberühmt.
Mittels feinster Anschlagskultur erfuhr die Komposition durch die beiden Pianisten beste Realisierung. Die Motivik war durch alle Stimmen klar hörbar, wunderschöne Zeichnung von elegischen Partien vermochten ebenso zu gefallen wie etwas burschikosere Stellen. Slawische Lebendigkeit in hervorragender Darstellung von Thematik und Begleitung im Stimmenwechsel begeisterten allenthalben. Immer wieder gefiel ganz besonders das feinfühlige Zusammenspiel in mannigfacher Manier der beiden. Die Land-Hochzeitsstimmung gegen Ende wurde durch ein herrliches Pianissimo abgelöst, bevor die feurige Coda zum Schluss des fulminanten Werkes führte.
Überbordende Begeisterung
Die Begeisterung überbordete fast – die erklatschte Zugabe bestand aus Felix Mendelssohns Scherzo aus dem «Sommernachtstraum», wo die vier flinken Hände das berühmte Thema interpretierten.
Man merke sich den 7. Juni: Das Amaryllis-Quartett wird im «Sommerkonzert» der Reihe unter Mitwirkung von Annette Bartholdy Werke von Ludwig van Beethoven und Wolfgang Amadeus Mozart zu Gehör bringen!