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Christian Zweifel zum 90. Geburtstag

Am 26. Juli konnte Christian Zweifel auf ein erfülltes und zufriedenes Leben zurückblicken. Er ist als Ältester von insgesamt vier Geschwistern in Grabs geboren.

Nach der Schulzeit in Grabs entschied sich Zweifel für einen handwerklichen Beruf – er absolvierte die 3½-jährige Möbelschreinerlehre in Buchs SG. Viermal täglich bei jedem Wetter und jeder Jahreszeit fuhr er mit dem Velo von Grabs nach Buchs zur Arbeit. Nach erfolgreicher Lehrabschlussprüfung an der Gewerbeschule Buchs arbeitete Christian Zweifel als Möbelschreiner, bis er 1952 in die Rekrutenschule in Thun musste.

Nach 17-wöchigem Militärdienst reiste er nach Hildesheim in Deutschland, um an der dortigen Werkkunstschule die Ausbildung als Innenarchitekt zu absolvieren. im Sommer 1955 schloss er sie ab.

Im Oktober kam Zweifel zurück in die Schweiz und arbeitete vorerst während zwei Jahren in Basel bei den Architekten Suter & Suter. Anschliessend fand er seine Lebensstelle bei Architekt Ernst Gysel, Zürich, wo er 42 Jahre bis über die Pensionierungszeit hinaus geblieben ist. In dieser Zeit hat  Christian Zweifel sukzessive von der Innenarchitektur zum Hochbau gewechselt. Dabei hat ihm sein erster handwerklicher Beruf grosse Vorteile geboten – er konnte rasch als Projektleiter bei verschiedenen Bauten eingesetzt werden und konnte sich massgeblich daran beteiligen. Die Arbeitswelt bedeutete für Zweifel nicht bloss Ausführung, sondern Faszination und Enthusiasmus.

Während seines Deutschlandaufenthaltes lernte Zweifel eine hübsche, liebenswürdige Drogistin kennen, die er 1958 heiratete. Das junge Paar zog nach Erlenbach, und die junge Frau fand bald eine Stelle als Drogistin in Zollikon.

Drei Jahre nach der Vermählung erblickte das erste «Meiteli» das Licht der Welt. Die jungen Eltern suchten eine grössere Wohnung und wurden in Feldmeilen fündig. Kaum war die junge Familie in Feldmeilen etabliert, musste sie wieder packen. Der damalige Arbeitgeber schickte Zweifel für einen Grossauftrag nach Berlin.

Zwei Jahre später kehrte eine glückliche, vierköpfige Familie nach Feldmeilen zurück – ihnen wurde in Berlin ein zweites Töchterchen geschenkt.

Bis zum Ende des Berufslebens 1999 waren die Jahre mit Wettbewerben und vielen zu realisierenden Bauprojekten ausgefüllt: Das Hallenbad Meilen, die Überbauung der Stadelhoferpassage Zürich, das World Trade Center Zürich, das Altersheim an der Stampfenbachstrasse Zürich und viele mehr.

Für Christian Zweifel war es stets ein grosses Anliegen, wenigstens einmal täglich die ganze Familie beim Mittagessen zu sehen. Deshalb fuhr er täglich nach Feldmeilen und schätzte und genoss trotz kurzer Mittagspause das gemeinsame Mittagessen sehr, nur schon deshalb, weil seine liebe und verständnisvolle Frau eine hervorragende Köchin war.

Als Ausgleich zum Arbeitsalltag verbrachte Christian Zweifel viel Zeit auf dem Wasser. Er segelte vor allem am Wochenende mit grosser Freude, hat an Regatten mitgemacht und kennt alle Seen der Schweiz.

Ferner entdeckte das Ehepaar 1978 die Liebe zum Paartanzen. Einmal pro Woche besuchten die beiden abends die Tanzschule Zürich, um neue Energien zu tanken, für ihr Wohlbefinden und aus Begeisterung am Tanzen. Alle zwölf Tänze der Kategorie Standard und Latein hat das Paar Zweifel gelernt, beherrscht und schwungvoll umgesetzt.

Kaum richtig pensioniert, schlug 1999 das Schicksal zu – die wunderbare Zweisamkeit mit der geliebten Ehefrau nahm plötzlich ein Ende. Eine aggressive Tumorerkrankung beeinträchtigte die Lebenserwartung und die Überlebenschancen der Ehefrau stark und führte schnell zum Tode. Das Leben des Jubilars hat sich schlagartig verändert.

Seine beiden Töchter wurden erwachsen, heirateten und gründeten eine Familie. Sie und beide Enkelinnen bereiten Christian Zweifel grosse Freude und haben ihm beim Verarbeiten des Verlustes sehr geholfen.

Nach einem überaus schwierigen Jahr hat Christian Zweifel die Leidenschaft am Tanzen wieder gefunden und erneut aktiv damit angefangen. Bald lernte er die neue Tanzpartnerin und spätere Gefährtin kennen. Während 20 Jahren waren die beiden glückliche Tänzer, haben viel unternommen und gingen auf Reisen. Die Lebensfreude war bei Christian Zweifel definitiv zurückgekehrt.

Diese Heiterkeit dauerte bis vor zwei Jahren, als seine Partnerin sich unerwartet von ihm trennte und ein paar Monate später ebenfalls an einer bösartigen Tumorerkrankung starb. Bestimmt hat sie den Krankheitsverlauf gekannt und gespürt, dass sie bald sterben wird. Es war ein Wettlauf gegen die Zeit – für Christian Zweifel ein Déjà-vu-Erlebnis! Wiederum durfte er bei seiner geschätzten Familie und bei seinen Freunden Trost und Zuversicht holen.

Christian Zweifel wird seinen runden Geburtstag im August mit seiner liebenswürdigen Familie und nahestehenden Freunden auf einem Zürichsee-Schiff feiern.

Wir wünschen ihm zum 90. Geburtstag Zuversicht, gute Gesundheit sowie beste Erinnerungen an die schöne Berufs- und Familienzeit. Für Heiterkeit, Körper und Seele wünschen wir Christian Zweifel noch viele Jahre ein beschwingtes Tanzbein und weiterhin viel Elan!

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