Amtliches, obligatorisches Publikationsorgan der Gemeinde Meilen
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Amtliches, obligatorisches Publikationsorgan der Gemeinde Meilen

anundpfirsich besuchten Meilen

An und für sich kannten die drei Ensemblemitglieder von anundpfirsich Meilen nicht. Aber das Publikum, das in grosser Mehrheit aus Meilen stammte, kannte Meilen –an und für sich.

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Anundpfirsich, das Impro-Theater, hat es geschafft, allen einen ganz neuen Blick auf das scheinbar bekannte Dorf zu vermitteln.

Samuel Krämer, Vorstand der Mittwochgesellschaft, begrüsste die gut hundertzwanzig Besucherinnen und Besucher und führte sachkundig in den Abend ein, indem er ausführte, was denn Improvisationstheater eigentlich bedeutet. Damit hatte er den einzigen Punkt, den die Ensemblemitglieder von anundpfirsich vorbereitet hatten, erklärt. Alles andere entstand spontan an diesem Abend.

Geschichten, die hätten sein können

Zur Beruhigung des Publikums machten die drei Darsteller gleich zu Beginn klar, dass niemand auf die Bühne müsse. Improvisation ist aber nicht gleichbedeutend mit «unvorbereitet». Im Gegenteil. Melanie Baumann, Niggi Hégelé und Bruno Wegmann hatten am Nachmittag vor ihrem Auftritt Meilen erkundet und Impressionen fotografisch festgehalten. Die drei speisten je 20 Bilder in den Computer ein und nummerierten sie zufällig von 1 bis 60.

Das Publikum bestimmte während des Abends Zahlen, und die Bilder, die sich dahinter verbargen, wurden dann zum Motiv für die nächste Geschichte. Gleich zu Beginn erschien ein Foto der Unteren Mühle an der Winkelstrasse. So erfuhren die Anwesenden, wie der Einzug um 1800 von Charles und Nelly Wunderly in dieses Haus hätte stattfinden können. Ein weiteres Foto zeigte das Bezirksgericht, und Niggi und Bruno alias Pedro und Claude warteten dort, das war die Vorgabe, unmittelbar vor ihrem Scheidungstermin und hatten zu zeigen, weshalb sie sich noch kurz vor dem richterlichen Termin versöhnten.

Kreative Vermischung von Dichtung und Wahrheit

Eine Fernsehsendung – «Die Geile vo Meile» – durfte nicht fehlen. Die drei Darsteller lösten sich ab und mussten zu zufälligen Bildern Nachrichten zum Beispiel zur Weltpolitik, zu Sport, «Vermischtes» und Wetter erfinden.

Im Laufe des Abends gab es zweimal einen technischen Defekt, ein lautes und ein tiefes Brummen, was die versierten Improvisatoren sogleich in die jeweilige Szene einbauten.

Mit Peter Zihlmann befand sich noch ein weiteres Ensemblemitglied auf der Bühne. Er sass am Keyboard und untermalte mit seinen Improvisationen unauffällig und gerade deshalb sehr wirkungsvoll die Bilderszenen. Als sich die anderen drei an ein Musical machten, lief er zur Hochform auf und brachte süssen Schmelz und grosses Drama in die Geschichte.

Nach der Pause wurde eine Geschichte vorgetragen, die von Sätzen lebte, welche das Ensemble in Meilen aufgeschnappt hatte. Wunderbar, was sich da an Einsichten über die Gemeinde ergab!

Der Abend lebte davon, dass sich Dichtung und Wahrheit kreativ und unvorhersehbar vermischten und das Ensemble es verstand, daraus humorvolle und überraschende Kurzgeschichten zu machen. So gab es viel zu lachen, und eine sichtlich erheiterte Gesellschaft verliess den «Leue» in ihr altbekanntes und doch neu entdecktes Meilen.

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