Amtliches, obligatorisches Publikationsorgan der Gemeinde Meilen
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Amtliches, obligatorisches Publikationsorgan der Gemeinde Meilen
Viele Amphibien sind vom Aussterben bedroht. Umso wichtiger ist es, sie zu schützen. Jeder kann dabei mithelfen, zum Beispiel als «Amphibientaxi».
Unsere heimischen Amphibien sind unzähligen Gefahren ausgesetzt. Nebst der Zerstörung ihrer Lebensräume setzen ihnen zum Beispiel auch Fressfeinde, Krankheiten, Pestizide, Dünger und Jauche zu. Ein regelrechtes Massensterben verursacht zudem der Verkehr, wenn nach dem Winter die Amphibienwanderung beginnt und keine Schutzmassnahmen getroffen werden.
Zurück ins Laichgewässer ab Mitte Februar
Viele Arten überwintern nicht in ihren angestammten Weihern, sondern an Land. Sobald die Temperaturen steigen, machen sich Molche, Kröten und Frösche in Massen auf den Weg zurück von ihrem Winterversteck zu ihren Laichgewässern. Je nach Witterung kann diese Wanderung schon ab Mitte Februar beginnen. Die Tiere legen Strecken von bis zu mehreren Kilometern zurück und überqueren dabei leider auch gefährliche Strassen.
Um ein Massensterben auf der Strasse zu verhindern, werden jedes Jahr zahlreiche Strassenabschnitte in der Nacht gesperrt und unzählige Amphibien von Tierfreunden über die Strasse getragen. Doch leider gibt es noch längst nicht für alle betroffenen Strassenabschnitte solche Massnahmen und entsprechend ist Rücksicht angebracht.
Tipps zur Hilfe für Amphibien
– Hinweisschilder beachten: Bekannte Wanderwege werden oft mit einem Amphibien-Warndreieck gekennzeichnet. Solche Strassenabschnitte sollte man wann immer möglich umfahren.
– Tempo drosseln: Ist eine Umfahrung nicht möglich, sollte die Geschwindigkeit auf unter 30 km/h reduziert werden. Denn auch wenn man eine Kröte oder einen Frosch zwischen und nicht unter den Rädern hat, so verursacht der Unterdruck unter dem Auto dennoch den Tod des Tieres. Je langsamer gefahren wird, desto höher ist die Überlebenschance.
– Wetter und Gegend beachten: Regnerische Abende und Nächte sind die bevorzugte Wanderzeit. In wald- und gewässernahen Gegenden entsprechend Tempo 30 einhalten.
– Aktiv werden: Verschiedene Gemeinden und Naturschutzverbände stellen an gefährlichen Stellen Amphibienzäune auf und suchen Freiwillige, die helfen, die Amphibien sicher über die Strasse zu geleiten. Zugstellen und die Verantwortlichen in der Region findet man zum Beispiel über die Datenbank von infofauna.ch.
Amphibien sind eine der am stärksten bedrohten Tiergruppen der Schweiz und daher auch gesetzlich geschützt. Von den 19 einheimischen Amphibien gelten gemäss Bundesamt für Umwelt (BAFU) 14 Arten als gefährdet. Jeder kann und sollte deshalb mithelfen, Amphibien zu schützen.