Amtliches, obligatorisches Publikationsorgan der Gemeinde Meilen
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Amtliches, obligatorisches Publikationsorgan der Gemeinde Meilen

Am Sonntag ist Weihnachtsmarkt

Der Herbst war lang und warm, doch nachdem es am letzten Wochenende die ersten Schneeflocken bis nach Meilen geschafft haben, macht sich Adventsstimmung bemerkbar. Da kommt der sonntägliche Weihnachtsmarkt im Dorf gerade recht!

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«Dieses Jahr bieten besonders viele Teilnehmer aus dem Bezirk ihre Ware an», wirbt Christine Wiesmann, die seitens Märtverein mit ihrem Team für den Markt verantwortlich ist. Gut 140 Stände von Anbietern aus Meilen und Umgebung werden es sein, die sich auf Dorfplatz, Schulhausstrasse und Kirchgasse verteilen. Hier kann man alles kaufen, was das Adventsherz begehrt, sogar Adventskalender bietet am 3. Dezember jemand noch an – für die, die es nicht ganz rechtzeitig geschafft haben.

Ein erhebendes Gefühl

Offiziell geht’s los um 13 Uhr. Dann fahren die zwei Hebebühnen am grossen Weihnachtsbaum auf dem Dorfplatz zum ersten Mal in die Höhe und transportieren Kinder, Kugeln und Erwachsene dicht zu den Ästen. Es ist ein erhebendes Gefühl, über den Dächern zu schweben, das Gewusel unten auf dem Platz zu sehen und seine persönlich geschmückte Christbaumkugel an einem hohen Ast zu befestigen. Clevere Kinder schreiben direkt ihren Geschenkwunsch auf die Kugel, damit ihn das Christkind beim Vorbeifliegen lesen kann.

Möglich gemacht wird das Christbaumschmücken vom Handwerks- und Gewerbeverein Meilen, der hauptsächlich für den Unterhaltungsteil des Marktes zuständig ist. HGM-Mitglieder achten darauf, dass rund um die Hebebühnen alle Sicherheitsrichtlinien eingehalten werden, und sie reichen Kugeln samt Dekomaterial, die sie im Vorfeld mit Barbeträgen gesponsert haben.

Überhaupt ist der Weihnachtsmarkt nur möglich dank zahlreicher Sponsoren, die Jahr für Jahr viel Goodwill zeigen und für Geräte, Wienerli, Glühwein, Guetzli etc. keine Rechnung stellen.

«O du Fröhliche» für alle

Um 14 Uhr ist der grosse Kinderchor an der Reihe. Sämtliche rund 450 Primarschüler aus dem Allmendschulhaus und aus dem Chindsgi Veltlin singen Weihnachtslieder, womit auf einen Schlag über tausend Menschen auf dem Dorfplatz sind (denn jedes Kind generiert mindestens zwei oder drei Zuhörer). Damit das Ganze auch wirklich gut klingt, wurde diese Woche dreimal in corpore in der Turnhalle Allmend geprobt. Die Auswahl der zehn Lieder fand bereits in den Sommerferien statt, «und weil nicht jede Lehrperson gleichermassen gerne singt, hat ein musikbegeistertes ‘Lehrerchörli’ alle Lieder aufgenommen», erklärt Lehrerin Christine Henke-Bösch, die für das Grossprojekt mitverantwortlich ist.

Der Gesang des Chörli war dann Vorbild oder Playback, als klassenweise geprobt wurde. Es werden übrigens nicht einfach alle Jahre dieselben Weihnachtslieder dargeboten. Ein herzhaftes «O du Fröhliche» zum Schluss ist aber Tradition – hier dürfen dann auch die Zuhörer mitsingen. Begleitet wird der Chor von Musiklehrerin und Konzertpianistin Nathalie Wieser am Keyboard.

A propos Tradition: Wie lange es den Meilemer Weihnachtsmarkt schon gibt, realisiert man, wenn Christine Henke-Bösch sich an die Anfänge des Kinderchors erinnert: Sie liegen fast 20 Jahre zurück. 2004 hatten noch alle Sängerinnen und Sänger auf der bergseitigen Treppe vor dem alten Gemeindehaus Platz. Heute ist man froh um die grosszügige Dorfplatztreppe. «Die Akustik am alten Ort war allerdings schon etwas besser», findet Christine Henke-Bösch. Man kann nicht alles haben.

Samichläuse zuhauf

Was es am Anschluss an den Gesang aber für jedes Kind gibt: Wienerli und Brötli! Die Lehrer erhalten einen wohlverdienten Glühwein. Ausserdem ist von 14 bis 17 Uhr ein HGM-Samichlaus auf dem Dorfplatz, der Guetzli aus seinem Sack in ausgestreckte Hände legt und gerne auch ein Sprüchli hört. Noch mehr Chläuse gibt es dann beim Eindunkeln. Manche sagen, es sei der eigentliche Höhepunkt des Marktes, wenn gegen 18 Uhr die Geisslechlöpfer und Einscheller auf den Dorfplatz strömen, begleitet von fast zwanzig Samichläusen, Schmutzli und Engeln, dazu zwei oder drei Esel. Wenn sie Richtung Kirchgasse ziehen, kann man übrigens nochmals auf ein paar Guetzli aus dem Chlaussack hoffen.

Weitere Fixpunkte sind das Puppentheater im Treffpunkt am unteren Dorfplatz (13 bis 18 Uhr, Beginn ungefähr alle 60 Minuten), gezeigt von Mirian Santarém und FEE-Lehrling Jaden Schwarzmann, sowie das Guetzli-Verzieren am Stand des Kindertraum-Hauses.

Festliche Vollbeleuchtung

Die grösste Attraktion ist aber der Marktbetrieb: Zum einen ist an den liebevoll geschmückten Ständen viel Weihnachtliches zu finden (Kränze, Deko, Mistelzweige, Weihnachtsgebäck, Sterne, Kerzenarrangements, Gestecke), zum anderen gibt es viel Selbstgemachtes (Puppenkleider, Keramik, Hundeleinen, Kosmetikprodukte, Holzspielzeuge, Silberschmuck mit Edelsteinen oder ohne, selbstgeschriebene Kinderbücher, Glückwunschkarten, Schals, Babykleider, Mützen, Taschen) und zum Dritten alles dazwischen (Antiquitäten, Stofftiere, Wohnaccessoires, kleine Geschenke, Mineralien, Wichtel aus Plüsch mit LED). Ganz sicher sind einige potenzielle Weihnachtsgeschenke mit dabei!

Auch an Verpflegung mangelt es nicht. Um nur einige Beispiele zu nennen: Apfelchüechli, Gerstensuppe, Marroni, Fischchnusperli, ukrainische Speisen, Crêpes, Pizza, Raclette. Und zu trinken: Glühwein mit und ohne Alkohol, Kaffee, Punsch, Glögg, Gin(-Tasting), Champagner, heissen Caipirinha. Übrigens, wer in der offiziellen Chlausbeiz auf dem oberen Dorfplatz einkehrt, hilft mit seiner Konsumation dabei, das Dankes-Essen für die Helfer zu finanzieren.

Und last but not least: Dieses Jahr findet alles wieder mit festlicher Vollbeleuchtung statt. Die altbekannten Lichterstränge erhellen die Strassen, und zusätzlich sorgt der HGM für ein gutes Dutzend eigener Christbäumli auf dem Dorfplatz.

Jetzt muss nur noch das Wetter passen. «Bitte keinen Regen», wünscht sich Marktchefin Christine Wiesmann. Angesagt sind kühle Temperaturen und etwas Wolken mit sonnigen Abschnitten. Falls es doch tröpfelt: Es gibt auch einen Stand mit «Regenschirmen aller Art».

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