- Kultur / Politik
- Karin Aeschlimann
Amtliches, obligatorisches Publikationsorgan der Gemeinde Meilen
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Amtliches, obligatorisches Publikationsorgan der Gemeinde Meilen
Zum Herbstbeginn stand am 23. September im vollbesetzten Gewölbekeller des Ortsmuseums Meilen die Frage «Wie ernähren wir uns in Zukunft?» im Zentrum.
Der Anlass fand im Rahmen des Meilemer Kulturjahres 2026 zum Thema «Esskultur» statt und wurde von der Energie- und Klimakommission Meilen, dem Ortsmuseum Meilen und dem Verein Films-for-Future organisiert.
Agroforst und Permakultur als Lösungsansätze
In seiner Einführung sagte Martin Pola, Gemeinderat und Präsident der Energie- und Klimakommission, dass Ernährung im Zusammenhang mit dem Klimawandel auch eine emotionale Angelegenheit sei. Für die Lebensmittelproduktion seien sowohl Massnahmen zur CO₂-Reduktion als auch Anpassungen an steigende Temperaturen und veränderte Niederschlagsmuster notwendig. Wie solche Anpassungen aussehen können, zeigte Landwirtin Jeannine van Puijenbroek anhand des Meilemer Biohofs Aebleten auf. Dort werden Ansätze wie Agroforst, Permakultur und der Anbau alter Sorten bereits seit mehreren Jahren umgesetzt. Diese hätten sich auch während des aussergewöhnlich trockenen Sommers bewährt.
Reduktion von Food Waste
Dr. Lea Amato, stellvertretende Leiterin Forschung und Entwicklung der Delica AG in Meilen, sprach über die Herausforderungen globaler Rohstoffmärkte und wetterbedingte Ernteausfälle. Zur Verringerung des CO₂-Fussabdrucks entwickelt das Unternehmen neue vegane Produkte und setzt auf Schweizer Zucker sowie Milch und Rahm aus der Region. Zudem verfolgt Delica verschiedene Massnahmen zur Reduktion von Food Waste.
Prof. Dr. Christine Brombach, Ernährungswissenschaftlerin und Dozentin an der ZHAW, erläuterte die «Planetary Health Diet». Dieses Ernährungskonzept verbindet die menschliche Gesundheit mit den ökologischen Belastungsgrenzen des Planeten. Dazu sei ein Umdenken erforderlich: mehr pflanzliche Lebensmittel und weniger tierische Produkte.
Die lebhafte Diskussion zeigte schliesslich, wie eng die Themen Ernährung, Landwirtschaft, Bodengesundheit und Klima miteinander verknüpft sind.