Amtliches, obligatorisches Publikationsorgan der Gemeinde Meilen
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Amtliches, obligatorisches Publikationsorgan der Gemeinde Meilen
Der Bericht von Danaë und Björn Nobs-Hilty über ihren überfahrenen Kater (Leserbrief im Meilener Anzeiger vom 18. September) berührt.
Es ist vollkommen verständlich, dass der Verlust eines geliebten Weggefährten schmerzt und die Wut über das Weggucken der verantwortlichen Person gross ist. Die gezeigte Zivilcourage der Helferin verdient Respekt.
Dieser Vorfall bringt jedoch auch eine tiefergehende Frage mit sich: Warum berührt uns das Schicksal eines einzelnen Heimtiers so stark, während wir als Gesellschaft das tägliche Leiden von Hunderttausenden Nutztieren weitgehend ausblenden? In der Schweiz werden jährlich über 86 Millionen Tiere geschlachtet – das sind rund 240’000 Tiere an jedem einzelnen Tag. Viele davon leben unter Bedingungen in der Massentierhaltung, die kaum Raum für ein artgerechtes Leben lassen.
Die Empathie und Empörung, die wir im Fall dieser Katze empfinden, zeigt, dass uns das Wohl von Tieren keineswegs egal ist. Es wäre ein schöner und wertvoller Schritt, wenn wir genau dieses Mitgefühl auch auf jene Tiere ausweiten würden, die nicht auf unserer Couch schlafen, sondern auf unseren Tellern landen.
Wenn der Schmerz über ein einzelnes Tier uns dazu anregt, unser Konsumverhalten und unser Verhältnis zu allen Tieren zu hinterfragen, hätte dieses traurige Ereignis zumindest einen nachhaltigen Impuls hinterlassen.