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Amtliches, obligatorisches Publikationsorgan der Gemeinde Meilen
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Als 13- bis 16-Jähriger spielte der Meilemer Denis Krähenbühl leidenschaftlich Fantasy Games, am liebsten online. Auch die Pokémon-Karten faszinierten ihn. Zehn Jahre später hat er sein eigenes analoges Kartenspiel voller fantastischer Kreaturen entwickelt.

Der 26-Jährige ist gelernter Landschaftsgärtner und steckt momentan mitten in den Prüfungen für seinen Bachelor in Landschaftsarchitektur an der Fachhochschule Ostschweiz in Rapperswil. Doch letztes Jahr investierte er über 500 Stunden seiner Freizeit und sein Erspartes in etwas ganz anderes: Es entstand «StoneFall», sein selbst entwickeltes Fantasy-Kartenspiel.
Testspieler gaben Feedback
«Ich habe jeden Tag daran herumgetüftelt», erzählt er. Dabei ging es nicht nur um die attraktive Ausgestaltung der Karten mit Hilfe von KI und Design-Programmen, sondern auch darum, die Architektur des Spiels immer weiter zu verfeinern. Testspieler – Familienmitglieder, Freunde und Profis aus der Spiele-Szene – gaben laufend Inputs und Feedback.
Denis war auch wichtig, dass das Spiel in eine Saga eingebettet ist, eine Geschichte. Diese beginnt so: «Einst lebten die Menschen, Geister- und Tierwesen in Harmonie. Die Menschen errichteten Städte, in denen Wissen und Handwerk blühten. Die Geister, uralte Wesen aus Nebel und Licht, wachten über das Gleichgewicht der Welt. Die Tiere, die sprechen konnten und klüger waren als man je vermutet hätte, durchstreiften die Wälder als Bewahrer der Natur.» Die Harmonie endet, als glühende Steine aus dem Himmel fallen und die Wesen den Reiz der Macht entdecken. «Ich bin einerseits voll Fan von Drachen und den Figuren aus ‘Game of Thrones’», sagt Denis Krähenbühl, «aber in StoneFall treten auch sanfte Gestalten wie Heilerinnen oder Schmetterlinge auf.»
Ein taktisches Duell
Mit dem Erfinden der Fantasiewelt begann Denis an Silvester 2024. «Wir spielten in der Familie Monopoly, und plötzlich liess mich die Idee nicht mehr los, selber ein Spiel zu entwickeln.» Er verbrachte die Nacht damit, erste Skizzen aufs Papier zu bringen.
In StoneFall bekämpfen sich fantasievolle Kreaturen mit ihren Kräften, um die Vorherrschaft zu gewinnen. Gespielt wird zu zweit: «Es ist ein taktisches Duell, ein Schlagabtausch – so lange, bis eine Person keine Karten mehr hat. Man muss lesen, rechnen, Risiken einschätzen, und es gibt immer wieder Überraschungen im Spielverlauf», sagt Denis. Die ersten Tests zeigten, dass 8- bis 14-Jährige das Spiel besonders cool finden, aber auch Erwachsene, die keine Lust haben, komplizierte Spielanleitungen im Taschenbuchformat durchzuackern, werden damit glücklich: Der Einstieg ist schnell geschafft. Eine Runde dauert ungefähr 20 Minuten.
Karten zum Spielen und
Tauschen
StoneFall wird im Standard-Set verkauft, mit dem man sofort losspielen kann (35 Franken). Wer möchte, kann auch noch diverse zusätzliche Booster-Karten kaufen (4.90 Franken für zehn Überraschungskarten) und sich seine eigene Auswahl an Kämpfern oder Heilern zusammenstellen oder mit anderen Fans tauschen. Total sind es knapp 100 Figuren mit je eigener Charakteristik und fantasievollen Namen wie Ismara, Morruk, Skar, Toren, Kroval, Nysara oder Eldric. Eldric ist Denis’ Lieblingsfigur: der letzte König, der an alten Idealen festhält. «Die Welt hat sich verändert, er nicht. In ihm liegt die Hoffnung auf einen Frieden.»
Sponsoring in Form von Briefmarken
Auch Denis Krähenbühl hofft – darauf, dass sein Game viele Fans findet, denn es ist stromunabhängig und kann überall hin mitgenommen werden. Total 500 der flachen Schachteln mit Spielbrettern, Kartenset und Spielsteinen hat er produzieren lassen, alles in der Schweiz und zum Teil in Zusammenarbeit mit einer Stiftung, die Menschen mit einer Beeinträchtigung beschäftigt. Um die Auslieferung kümmert er sich persönlich: Die Schachteln lagern in seinem ehemaligen Kinderzimmer im Elternhaus in Männedorf, auf halbem Weg zwischen Fachhochschule Rapperswil und Zweier-WG in Meilen. «Als die erste Bestellung einer wildfremden Person in meinem Online-Shop einging, war das schon ein spezieller und freudiger Moment», erinnert er sich. Und der Empfänger freute sich bestimmt über die schönen Briefmarken, denn Denis erhielt von seinen Eltern Marken im Wert von 500 Franken aus dem Fundus des Grossvaters, um die Sendungen zu frankieren.
Für eine zweite Auflage von StoneFall würde Denis gerne mit einem Künstler oder einer Künstlerin zusammenarbeiten, statt die Figuren von KI generieren zu lassen – und er überlegt sich, auf die Spielbretter zu verzichten, damit das Game kompakter wird. «Es wäre doch cool, wenn man es mitnehmen könnte, quasi in der Hosentasche.»
Kaufen kann man das Kartenspiel online (www.stonefall-cardgame.com) oder im Handel, z.B. bei Spiel Gut in Uster.