Amtliches, obligatorisches Publikationsorgan der Gemeinde Meilen
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Amtliches, obligatorisches Publikationsorgan der Gemeinde Meilen

Verabschiedung von Gemeinderat Heini Bossert

In der laufenden Legislaturperiode geht die langjährige Zeit von Heini Bossert (FDP) als Milizpolitiker zu Ende. Von 2002 bis 2014 präsidierte er während drei Amtsperioden die Rechnungsprüfungskommission. Seit 2014 war Heini Bossert Mitglied des Gemeinderats und verantwortlich für das Ressort Hochbau.

Abschied Heini Bossert. Foto_web
Heini Bossert. Foto: Manuel Mandis

Während mehr als einem Jahrzehnt gestaltete er die bauliche, räumliche und strategische Entwicklung der Gemeinde entscheidend mit. Seine Arbeit war dabei stets geprägt von grosser fachlicher Expertise und einem klaren Blick für nachhaltige und pragmatische Lösungen.

Als diplomierter Bauingenieur ETH brachte Heini Bossert eine ausgeprägte technische Expertise in die Behörde ein. Seine berufliche Erfahrung aus leitenden Funktionen in der Privatwirtschaft – unter anderem als langjähriges Mitglied der Geschäftsleitung bei Ernst Basler + Partner sowie als Mitgründer der hmb partners AG – prägte seinen Arbeitsstil, der analytisch, strukturiert und lösungsorientiert war.

Unter seiner Leitung wurden im Hochbauressort wichtige Bauprojekte wie die Arealentwicklung Bahnhof Herrliberg-Feldmeilen begleitet; die Grundlagen für moderne und zukunftsfähige Wohn- und Gewerbegebiete wie diejenigen in Dollikon, in der Seehalde und im Beugenhof ge-legt; Qualitäts- und Umweltstandards konsequent weiterentwickelt. Das räumliche Entwicklungskonzept, dann der Richtplan und schliesslich die neue Bau- und Zonenordnung (BZO) der Gemeinde Meilen, erlassen 2020, sind das planerische Meisterstück von Heini Bossert. Die BZO überzeugt durch fachliche Tiefe, hohe rechtliche Präzision und eine klar strukturierte Systematik. Sie verbindet räumliche Entwicklung, Qualitätsanspruch und Rechtssicherheit und schafft damit eine langfristige, verlässliche Grundlage für die Weiterentwicklung Meilens. Für mich sind die vier hintereinander folgenden Abende mitten in der Zeit der Corona-Pandemie unvergesslich, als Heini Bossert und ich in der Fahrzeughalle in der Beugen der Gemeindeversammlung das Geschäft präsentierten und darüber debattieren liessen – und zum Abschluss die BZO einstimmig gutgeheissen wurde.

Heini Bossert leitete während drei Legislaturperioden die Baubehörde, das Baukollegium sowie die Energie- und Klimakommission. In diesen Funktionen setzte er sich stets ein für eine sorgfältige Abwägung zwischen Wachstum, Lebensqualität und Naturraum. Als Präsident der Energie- und Klimakommission begleitete Bossert die Gemeinde auf dem Weg zu einer verantwortungsvollen Energiepolitik. In seine Amtszeit fällt die Aufstufung der Gemeinde Meilen mit dem Gütesiegel «Energiestadt Gold» und der Beschluss zum Netto-Null-Konzept 2040. Damit unterstützte er, dass Meilen heute zu den führenden Energiestädten zählt. Ebenfalls setzte er sich stark ein für den Ausbau von Fernwärmenetzen, wie insbesondere das zukunftsweisende Projekt der Delica.

Als Präsident des Baukollegiums sorgte er mit dafür, dass empfindliche Bauprojekte in Kern- und Ortsbildschutzzonen oder städtebauliche prägende Bauten wie Arealüberbauungen oder Terrassenhäuser sorgfältig gestaltet werden. Seine Voten hatten Kraft und sein von Fachwissen und pragmatischem Weitblick geprägte Mitwirken in diversen Jurys bei Architekturwettbewerben wurde von Fachleuten ebenso wie von der Bauherrschaft immer geschätzt.

Im Gemeinderat war Heini Bossert bekannt für seine sachliche, ruhige Art. Kolleginnen und Kollegen schätzten seine Fähigkeit, komplexe technische Sachverhalte verständlich zu erklären und Entscheidungen auf eine solide fachliche, objektive und sorgfältig abgewogene Basis zu stellen. 2023 wurde er zum ersten Vizepräsidenten des Gemeinderats gewählt – ein Ausdruck des Vertrauens in seine Erfahrung und Integrität.

Neben seinem beruflichen und politischen Engagement ist Heini Bossert in Meilen verwurzelt. Besonders die Arbeit mit seiner kleinen Herde Schafe, die er als Hobby naturnah hält, erlebt er dabei immer als schönen Gegenpol zu komplexen Bau- und Planungsthemen. Und ob segelnd auf dem Thunersee, spazierend oder skifahrend zeigt sich auch seine Verbundenheit mit der Natur.

Mit dem Ende seiner Amtszeit geht ein grosses Baukapitel in Meilen zu Ende. Im Namen des Gemeinderats und der Gemeindeverwaltung danke ich Heini Bossert sehr herzlich für seinen grossen, eindrücklichen Einsatz und für seinen langjährigen Beitrag zur räumlichen Entwicklung, zur Energiepolitik und zur Qualität des Baubestandes – ein Beitrag, der weit über die Amtszeit hinaus sichtbar bleiben wird. Und ich danke ihm persönlich, dass ich mich jederzeit vertrauensvoll an ihn als meinen Vizepräsidenten wenden durfte. Sein analytisches Mitdenken und seine freundschaftliche Unterstützung werde ich vermissen. Mögen ihn im neuen Lebensabschnitt sowie bei seinen verbleibenden Tätigkeiten weiterhin Elan, Freude und Gesundheit begleiten.

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