Amtliches, obligatorisches Publikationsorgan der Gemeinde Meilen
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12. Mitgliederversammlung der Spitex Zürichsee

Der Verein Spitex Zürichsee blickt auf ein anspruchsvolles Jahr zurück. Im Zentrum der 12. Mitgliederversammlung im «Löwen» standen die Stabilisierung des Betriebs, die Genehmigung von Jahresbericht und Jahresrechnung sowie erste Überlegungen zur künftigen Rechtsform.

Die Mitgliederversammlung des Vereins Spitex Zürichsee fand am 21. Mai im «Löwen» statt. Fotos: zvg

Präsidentin Pia Baur-Manzetti eröffnete die Versammlung und begrüsste die anwesenden Vereinsmitglieder, darunter die frühere Vereinspräsidentin und ehemalige Geschäftsleiterin Lara Rée sowie weitere Gäste. In ihrem Rückblick sprach sie von einem Jahr, das von Veränderungen, operativer Stabilisierung und strategischer Weiterentwicklung geprägt war. Trotz anspruchsvoller Rahmenbedingungen konnte die Spitex Zürichsee ihren Versorgungsauftrag in den fünf Trägergemeinden Erlenbach, Herrliberg, Meilen, Uetikon am See und Männedorf verlässlich erfüllen.

Herausforderndes Übergangsjahr gemeistert

«Unser Ziel sind zufriedene Kundinnen und Kunden, engagierte Mitarbeitende und die kontinuierliche Weiterentwicklung unserer Leistungen», sagte Pia Baur-Manzetti. Sie dankte den Mitarbeitenden, der Geschäftsleitung, dem Vorstand, den Trägergemeinden sowie den Vereinsmitgliedern für das Vertrauen und die Unterstützung in einem herausfordernden Übergangsjahr.

Beata Antalova, Leiterin Dienstleistungen und Betrieb und im Jahr 2025 Co-Geschäftsführerin beziehungsweise CEO a.i., stellte den Jahresbericht 2025 vor. Das Jahr habe gezeigt, was mit Klarheit, Engagement und Zusammenarbeit gemeinsam möglich ist. Im Mittelpunkt standen die Stabilisierung des Betriebs, die Sicherstellung der Versorgung, die Stärkung von Qualität und Standards sowie wichtige organisatorische Entwicklungen.

Weiterhin hohe Nachfrage

Die Nachfrage nach ambulanter Pflege und Unterstützung zu Hause blieb hoch: Im Jahr 2025 leistete die Spitex Zürichsee insgesamt 77’140 Stunden für 1104 Kundinnen und Kunden. Der Personalbestand lag im Jahresdurchschnitt bei 152 Mitarbeitenden inklusive Lernenden und Studierenden.

Auch finanziell konnte die Organisation weiter stabilisiert werden. Vizepräsident Giampaolo Fabris präsentierte die Jahresrechnung 2025 und erläuterte die wichtigsten Kennzahlen. Der Gesamtertrag stieg auf 10,69 Mio. Franken, und die Jahresrechnung schloss mit einem nahezu ausgeglichenen Ergebnis von minus 3608 Franken ab. Gleichzeitig konnte der Einsatz von Fremdpersonal deutlich reduziert werden. Die Mitgliederversammlung genehmigte den Jahresbericht und die Jahresrechnung und erteilte dem Vorstand Décharge.

Vorstand ergänzt, Revisionsstelle bestätigt

Im Rahmen der Wahlen wurde Adrian Ebenberger als Vorstandsmitglied verabschiedet. Dominik Moser wurde für eine weitere Amtsperiode von zwei Jahren wiedergewählt. Als Vertretung der fünf Trägergemeinden wurden Irene Pfenninger, Gemeinderätin von Uetikon a.S., und Huyen Phan Sturm, Gemeinderätin von Erlenbach, neu in den Vorstand gewählt. Die Revisionsstelle Senn & Partner AG wurde für die Amtsdauer 2026 – 2028 bestätigt.

Idee einer gemeinnützigen Spitex AG

Ein Schwerpunkt der Versammlung lag auf der Frage, wie die Spitex Zürichsee langfristig organisatorisch aufgestellt sein soll. Unter dem Titel «Gemeinsam in die Zukunft» informierte der Vorstand über erste Überlegungen zu einer möglichen Weiterentwicklung der Rechtsform.

Ziel der Prüfung ist es, die ambulante Versorgung langfristig sicherzustellen, klare Rollen zwischen Gemeinden, Organisation und operativer Führung zu schaffen und die Spitex Zürichsee als zukunftsfähige Leistungserbringerin weiterzuentwickeln. Im Rahmen der Prüfung möglicher Varianten wird auch das Modell einer gemeinnützigen Spitex AG in Betracht gezogen. Dabei könnten die Gemeinden als Trägerinnen stärker in Governance und Steuerung eingebunden werden, während ein Verein beziehungsweise Förderverein weiterhin eine wichtige Rolle für Mitglieder, Unterstützung und regionale Verankerung spielen könnte.

Der Vorstand wird die strategischen Optionen in enger Abstimmung mit den Gemeinden und externen Fachleuten weiter vertiefen. Es wurden noch keine Entscheidungen getroffen. Im nächsten Schritt werden Grundlagen erarbeitet, Modelle geprüft und der Dialog mit den relevanten Anspruchsgruppen geführt.

Pflegende Angehörige werden immer wichtiger

Im Anschluss an den statutarischen Teil hielt Geschäftsführer Gregor Gafner ein Referat zum Thema «Pflegende Angehörige – attraktives Businessmodell oder systemrelevantes Unterstützungsangebot?». Er sagte, dass pflegende Angehörige eine entscheidende Rolle bei der häuslichen Versorgung spielen. Vor dem Hintergrund des demografischen Wandels, des Fachkräftemangels und der zunehmenden Bedeutung ambulanter Versorgungsmodelle gewinnt diese Gruppe weiter an Relevanz.

Gregor Gafner betonte, dass pflegende Angehörige Anerkennung, faire Rahmenbedingungen und verlässliche fachliche Unterstützung benötigen. Gleichzeitig brauche es in diesem wachsenden Bereich klare Qualitätsstandards, Vertrauen und eine konsequent bedarfsorientierte Leistungserbringung. Gerade hier komme der öffentlichen Spitex eine besondere Rolle zu: «Als beauftragte, gemeinwohlorientierte Organisation steht die Spitex Zürichsee nicht für Gewinnmaximierung, sondern für Versorgungssicherheit, Qualität und Transparenz.»

Die Spitex Zürichsee unterstützt pflegende Angehörige durch fachliche Begleitung, Qualitätssicherung, Koordination im Versorgungsnetz und Entlastungseinsätze. «Die Spitex Zürichsee ist Teil der Lösung», fasste Gregor Gafner zusammen.

Die 12. Mitgliederversammlung schloss mit einem Apéro, an dem weiter diskutiert werden konnte.

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