- Kultur / Politik
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Amtliches, obligatorisches Publikationsorgan der Gemeinde Meilen
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Amtliches, obligatorisches Publikationsorgan der Gemeinde Meilen
Am Dienstag vor einer Woche machten sich 15 Frauen auf, um im Meilemer Dorfbachtobel nach essbaren Kräutern, Blüten und Knospen zu suchen. Organisiert wurde der Wildkräuterspaziergang von Diana Sennhauser vom Frauenverein Dorf- und Obermeilen im Rahmen des Meilemer Kulturjahres zum Thema Esskultur.
Geleitet wurde der Spaziergang von der Naturheilprakterin Marlène Zarins. Sie verfügt über ein umfangreiches Wissen über die Kräuter, die am Wegesrand oder im Wald gedeihen und gab ihr Wissen nicht nur aus kulinarischer Sicht an die Teilnehmenden weiter, sondern ergänzte ihre Ausführungen immer auch damit, welche heilende Wirkung die entsprechende Pflanze auf den menschlichen Körper haben kann.
Der Spaziergang startete vor dem Hallenbad, führte durchs Dorfbachtobel via Wasserfels und Platten bis zum Garten von Diana Sennhauser, wo auch die im eigenen Garten wachsenden Kräuter analysiert und für die Zubereitung eines Apéros verwendet wurden.
Die Vielfalt an essbaren Pflanzen ist gross, man muss sie nur erkennen. Auf dem Spaziergang entdeckten die Frauen unter anderem roten und weissen Klee, Spitz- und Breitwegerich (beide auch als Heilpflanze einsetzbar bei Insektenstichen oder bei müden Wandererbeinen), Labkraut, Brennnesseln – ein echtes Superfood, Brennnesseln sind reich an Eisen, Kalium, Magnesium, Kalzium und Silicium und damit ein natürlicher Mineralstofflieferant. Weiter Knoblauchsrauke, Taubnessel, Rapunzel (falscher Spargel), Waldmeister oder Weissdorn. Alles direkt vor der eigenen Haustüre!
Beim Sammeln von Wildkräutern und Pflanzen gilt, man nimmt nie den ganzen Bestand von einem Standort, damit sich die Natur regenerieren kann, lässt anderen Sammlern etwas übrig und geht ganz grundsätzlich vorsichtig mit der Natur um. Wer Heilpflanzen sammelt, tut dies optimalerweise am Morgen, weil die Heilkraft dann stärker ist. Der Frühling eignet sich gut zum Sammeln, im Sommer können besonders gut Blüten geerntet werden und im Herbst haben Wurzeln besonders viel Heilkraft. In der Kulinarik spielt der Sammelzeitpunkt eine untergeordnete Rolle, wobei natürlich die Jahreszeiten das Angebot diktieren. Trockene Tage eignen sich besonders gut.
Wichtig ist natürlich, dass man sich vor dem Sammeln das Wissen über die Arten aneignet, um giftige von essbaren Pflanzen zu unterscheiden, die App «Flora incognita» kann dabei hilfreich sein.
Was gesammelt wird, sollte immer frisch und zügig verarbeitet werden. Dies setzten die Frauen nach dem Spaziergang sofort gemeinsam um. Ob getrocknet als Tee, angesetzt als Tinktur oder frisch als Gewürz, das Einsatzgebiet von Pflanzen und Wildkräutern ist vielseitig. Gemeinsam bereiteten die Damen eine erfrischende Bowle, Kräuter-Dips, Frischkäsekugeln, Tomaten-Mozzarella-Salat und in Schokolade getunkte Pfefferminze und Gundermann zu.