Amtliches, obligatorisches Publikationsorgan der Gemeinde Meilen
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Wohnbau statt neue Regulierungen

Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Gewerbe und Hauseigentümerkreisen diskutierten an einer öffentlichen Veranstaltung am 12. Mai im «Löwen» Meilen über die Zukunft der Zürcher Wohnungspolitik. Im Zentrum standen die beiden kantonalen Wohninitiativen sowie die Gegenvorschläge, die alle am 14. Juni zur Abstimmung kommen.

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Diskutierten über die Zürcher Wohnpolitik: Domenik Ledergerber, Markus Meier Joss, Marianne Zambotti, Sarah Fuchs, Martin Hirs, Marzena Kopp, v.l. Foto: zvg

Wie kann im Kanton Zürich mehr Wohnraum entstehen – und welche politischen Rahmenbedingungen braucht es dafür? Diese Frage stand im Zentrum des parteiübergreifenden Anlasses in Meilen. Vertreterinnen und Vertreter aus verschiedenen Parteien und Organisationen warnten dabei vor zusätzlichen staatlichen Eingriffen in den Wohnungsmarkt und plädierten stattdessen für bessere Voraussetzungen für den Wohnungsbau.

An der Veranstaltung beteiligten sich Domenik Ledergerber, Präsident der SVP Kanton Zürich, FDP-Kantonsrätin Sarah Fuchs, Marzena Kopp, Kantonsrätin und Fraktionschefin Die Mitte Kanton Zürich sowie Gemeinderätin in Meilen, Martin Hirs, Präsident des Hauseigentümerverbands Pfannenstiel, Markus Meier Joss, Kandidat Gemeindepräsidium Stäfa, ehemaliger Direktor Immobilien ETH Zürich und Genossenschaft Migros Ostschweiz sowie Marianne Zambotti, Präsidentin des Gewerbevereins Bezirk Meilen. Moderiert wurde der Anlass von Andreas Schürer.

In den Voten wurde betont, dass die Ursachen der heutigen Wohnungsknappheit primär im mangelnden Angebot lägen. Die Bevölkerung wachse, gleichzeitig dauerten Bewilligungsverfahren lange und die regulatorischen Anforderungen nähmen laufend zu. Zusätzliche Instrumente wie Mietzinsdeckel, Wohnschutzbestimmungen oder staatliche Eingriffe in den Immobilienmarkt würden deshalb das Problem eher verschärfen als lösen.

Mehrfach verwiesen die Referierenden auf Erfahrungen aus anderen Städten. In Basel etwa sei nach der Einführung strenger Wohnschutzbestimmungen die Zahl der Baugesuche markant zurückgegangen. Dies zeige, dass Unsicherheit und zusätzliche Regulierungen Investitionen bremsen könnten.

Unterstützung erhielten am Anlass die Gegenvorschläge zur Wohnschutz- und zur Wohnungsinitiative. Diese sehen einen pragmatischen Schutz im Falle von Leerkündigungen sowie eine stärkere Förderung gemeinnütziger Wohnbauträger über zinsgünstige Darlehen vor. Damit könne gezielt unterstützt und zusätzlicher Wohnraum geschaffen werden, ohne den gesamten Markt mit neuen Vorschriften zu belasten, hiess es.

Einigkeit herrschte darüber, dass es für die Bewältigung der Wohnungsfrage eine breite Zusammenarbeit brauche – zwischen Politik, Wirtschaft, Gemeinden und Bauträgern. Nur wenn wieder mehr gebaut werden könne, lasse sich die angespannte Situation langfristig entschärfen.

Martin Hirs, Präsident des HEV Pfannenstiel, stellte zudem die Wohneigentumsinitiative des Hauseigentümerverbands vor. Aus seiner Sicht ist sie ein notwendiger Beitrag, damit Wohneigentum im Kanton Zürich nicht zum Privileg weniger wird, sondern auch für den Mittelstand wieder realistischer erreichbar bleibt.

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